Wie die Digitalisierung unsere Arbeitsplätze auf den Kopf stellt

Eine Welt, in der die Massenproduktion der Vergangenheit angehört, in der Krankheiten im eigene Zuhause vorgebeugt werden, in der Besprechungen mittels Hologrammen stattfinden – laut neuen Forschungsergebnissen von Epson ist diese Welt kein ferner Wunschtraum mehr. Mehr als die Hälfte (57 %) der europäischen Arbeitskräfte in allen Branchen (darunter im Gesundheitswesen, Bildungsbereich, Einzelhandel und in der Produktion) geht davon aus, dass die herkömmlichen industriellen und organisatorischen Modelle durch technologische Fortschritte in Frage gestellt werden, und 6 % sind der Meinung, dass ihr Arbeitsplatz nicht mehr in der derzeitigen Form vorhanden sein wird. (Auf Basis der derzeitigen Modelle bedeutet dies einen Beschäftigungsrückgang auf 64 % und damit auf einen niedrigeren Stand als in 2005 ). Trotz dieser Befürchtungen blicken 72 % positiv in die Zukunft angesichts der technologischen Möglichkeiten für ihre Arbeitsplätze und 65 % der Befragten erklärten sich bereit, zur Umstellung auf neue Funktionen Schulungsmaßnahmen in Kauf zu nehmen.

Dieser Optimismus verliert jedoch seine Basis, falls nicht auch ihre Arbeitgeber bereit sind, die Möglichkeiten, die neue Technologien bieten auf maximale Weise zu nutzen. Nur 14 % der Befragten sind davon überzeugt, dass sich ihr Arbeitgeber „hervorragend“ darum bemüht, die technologischen Fortschritte zu verfolgen, und weniger als ein Drittel (28 %) glaubt, dass ihr Arbeitgeber neue Technologien ausgesprochen gut umsetzt. Ungeklärt bleibt also die Frage, wer letzten Endes als treibende Kraft für die Implementierung und Verwendung neuer Technologien zuständig ist.

Diese neuartige Forschungsstudie, bei der die Akzeptanz der Prognosen von 17 weltweit ansässigen Branchenexperten unter mehr als 7.000 leitenden Angestellten und anderen Mitarbeitern von Unternehmen in den fünf größten Wirtschaftsbereichen Europas getestet wurde, lässt erkennen, dass Arbeitnehmer, Arbeitgeber und politische Entscheidungsträger vor schwierigen Entscheidungen hinsichtlich der Umsetzung technologischer Neuerungen stehen. Die bevorstehenden Entscheidungen, die sich auf die Berufschancen einzelner Arbeitnehmer, die unternehmerischen Leistungen und die internationale Konkurrenzfähigkeit auswirken, lösen gemischte Gefühle hinsichtlich der möglichen Vorteile (und der vermeintlichen Bedrohungen) aus, die technologische Neuerungen für einzelne Branchen und Wirtschaftsbereiche bringen können.




In der Tat sind 75 % der befragten Arbeitskräfte davon überzeugt, dass neue Technologien insgesamt eine rückläufige Wirkung auf die Größe der Belegschaft von Unternehmen haben werden. Die größten Sorgen machen sich dabei die Spanier (80 % der Befragtem erwarten einen Rückgang), während die Deutschen weniger besorgt sind (67 %). Die Fertigungsindustrie zeigte sich überraschend optimistisch und 75 % erwarten einen Trend zu einem eher lokalen Produktionsmodell und die Hälfte (55 %) geht von gleichbleibenden oder steigenden Beschäftigtenzahlen aus. Im Bildungsbereich waren die Befragten weniger optimistisch. Die größten Gefahren für die Ausbildung zukünftiger Generationen sieht diese Gruppe in mangelnder Finanzierung, in der Ausbildung von Lehrern und in veralteter Technologie. 61 % befürchten, dass Lehrer nicht in der Lage sind, Auszubildenden die notwendigen Fähigkeiten für den sinnvollen Umgang mit den neuen Technologien der nächsten zehn Jahre zu vermitteln.

Mehr als Dreiviertel der Befragten in Organisationen jeder Art gaben jedoch an, dass neue Technologien zu „höheren Gewinnen“ führen und „neue Wachstumsmöglichkeiten schaffen“ werden. Die Studie identifiziert drei wichtige Trends für alle, die konkurrenzfähig bleiben und Vorteile aus diesen Änderungen ziehen möchten:

• Zurückgelassene Arbeitskräfte: Ein kleiner, aber nicht unerheblicher Anteil der Arbeitskräfte (6 %) zeigte sich gewillt, „die Einführung neuer Technologien absichtlich zu stören“, falls ihr eigener Arbeitsplatz gefährdet ist. Überraschenderweise steigt diese Zahl für die jüngere Generation (Millenials, 18 bis 29 Jahre) auf 12 % an und schnellt für Mitglieder des gehobenen Managements noch weiter in die Höhe (17 %).
• Die Lücke zwischen Faszination und Wissen: Im Allgemeinen fanden die Befragten neue Technologien wie künstliche Intelligenz, erweiterte Realität, Wearable-Produkte, kollaborative Technologien und Robotik „attraktiv“, hatten jedoch das Gefühl dass sie nur oberflächlich „informiert“ waren.
• Schnelle Gewinne oder zukunftssichere Ergebnisse: Fast ein Drittel der Befragten hat den Eindruck, dass ihr Arbeitgeber den Effekt von technologischen Änderungen auf einzelne Arbeitsplätze nur auf ungenügende Weise vermittelt. Während 65 % der Befragten angeben, dass ihr Unternehmen über ein gutes Schulungsprogramm für Mitarbeiter zur Einführung in die Verwendung neuer Technologien verfügt, sind Arbeitgeber offensichtlich eher dazu geneigt, neues Personal einzustellen, wenn technologische Fertigkeiten erforderlich sind (60 %), als Mitarbeiter in möglicherweise redundanten Rollen umzuschulen. Nur 47 % sind der Meinung, dass ihre Arbeitgeber Umschulungen effektiv einsetzen. Trotzdem wären 65 % der Befragten bereit, sich umschulen zu lassen, falls ihre Rolle gefährdet ist. Arbeitgeber sollten auf jeden Fall aus dieser Bereitwilligkeit Kapital schlagen.

„Die Bedingungen, unter denen wir leben, arbeiten und uns vergnügen, werden sich radikal wandeln. Dank neuer Technologien werden wir jedoch neue Aufgaben und einen neuen Zweck finden“, so Epson Global President Minoru Usui. „Es ist leicht zu verstehen, warum die Fortschritte in der Technologie heute vielen Leuten Sorgen bereiten. Gleichzeitig bieten sich damit aber auch große Chancen, sofern es uns gelingt, Technologie sinnvoll einzusetzen. Egal, wie wir heute unseren Lebensunterhalt verdienen, die Zukunft wird große Änderungen mit sich bringen. Für die Verantwortlichen in Regierungen, für Organisationen und für die Gesellschaft insgesamt macht diese Studie deutlich, dass wir gemeinsam neue Konzepte entwickeln müssen, um dafür zu sorgen, dass wir alle für unsere neuen Aufgaben
und Herausforderungen gewappnet sind.“

Für Usui hängt viel davon ab, ob wir bereit sind, die Initiative zu ergreifen und diese Entwicklung in den nächsten 10 bis 20 Jahren verantwortungsbewusst zu gestalten. Usui ist davon überzeugt, dass „Technologie uns neue Möglichkeiten eröffnen wird. Epson ist unternehmensweit darum bemüht, Technologie sinnvoll einzusetzen und Lösungen zu entwickeln, die effizienteres und produktiveres Arbeiten ermöglichen. Unsere Kerntechnologien – Wearable-Produkte, Robotik, Bildverarbeitungs- und Drucktechnologien – schaffen die Grundlage für eine vielversprechende Zukunft.

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