Städtische Mobilität: Deutschland droht Verkehrsanarchie

Das städtische Mobilitätssystem befindet sich im Umbruch. Vor allem die Einführung autonomer Fahrzeuge wird die Attraktivität des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) gefährden; der Stadtverkehr könnte stark zunehmen. Um dies zu verhindern, sollten deutsche Städte bereits heute die Weichen für ein zukunftsfähiges Mobilitätssystem stellen, so die neue Roland Berger-Studie „Urbane Mobilität 2030: Zwischen Anarchie und Hypereffizienz“. Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit dem Auto Club Europa (ACE) entwickelt und durch den Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) unterstützt. Dabei wurden Experten aus der Automobilindustrie, von öffentlichen Verkehrsbetrieben sowie aus der Wissenschaft befragt.

Auf den ersten Blick sieht die Lage in den deutschen Städten gar nicht so schlecht aus: Die Mehrheit der Befragten stellt dem deutschen Mobilitätssystem im internationalen Vergleich ein gutes, wenn auch nicht sehr gutes Zeugnis aus, wenn es um den Stand von Infrastruktur, Technologie, Digitalisierung und rechtlichen Rahmenbedingungen geht.

„Diese Bewertung zeigt, dass in Deutschland wichtige Voraussetzungen für eine moderne und intelligente Mobilität vorhanden sind“, erklärt Roland Berger-Partner Torsten Henzelmann. „Allerdings fehlen noch durchdachte Gesamtkonzepte, um integrierte Verkehrssysteme in den Städten zu entwickeln. Daran sollten vor allem Ballungszentren schnell arbeiten, um eine Verkehrsanarchie zu vermeiden.“

Autonomes Fahren: eine Herausforderung für den Stadtverkehr

Vor allem beim autonomen Fahren nimmt Deutschland derzeit die Rolle eines technologischen Pioniers ein, denn das Land verfügt über ein großes technisches Know-how. Autonom fahrende Taxen – so genannte Robocabs – werden daher voraussichtlich bis 2030 in den deutschen Markt drängen. Entsprechend werden viele Menschen diese Dienste auch in Anspruch nehmen, denn ihr Preis pro Personenkilometer liegt ca. 60 Prozent unter dem Preis herkömmlicher Taxen. „Städtische Mobilität: Deutschland droht Verkehrsanarchie“ weiterlesen

Jedes dritte Unternehmen hat sich noch nicht mit der Datenschutzgrundverordnung beschäftigt

Der großen Mehrheit der Unternehmen in Deutschland drohen in wenigen Monaten Millionen-Bußgelder. Am 25. Mai 2018 müssen nach einer zweijährigen Übergangsfrist die Vorgaben der EU-Datenschutzgrundverordnung (DS-GVO) umgesetzt sein – doch nur eine Minderheit wird diesen Termin einhalten können. Selbst von den Unternehmen, die sich aktuell mit der DS-GVO beschäftigen, gehen nur 19 Prozent davon aus, dass sie die Vorgaben der Verordnung zu diesem Datum vollständig umgesetzt haben. Weitere 20 Prozent erwarten, dass sie die Anforderungen zum größten Teil erfüllen werden. Mehr als jedes zweite dieser Unternehmen (55 Prozent) sagt, in acht Monaten werde die Umsetzung nur teilweise erfolgt sein. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung unter mehr als 500 Unternehmen, die der Digitalverband Bitkom im Rahmen seiner Privacy Conference in Berlin vorgestellt hat.

„Die Zeit drängt, um die Vorgaben der Datenschutzgrundverordnung umzusetzen. Unternehmen, die bis jetzt abgewartet haben, müssen das Thema schnellstmöglich aufarbeiten“, wird Susanne Dehmel, Geschäftsleiterin Recht & Sicherheit beim Bitkom, in einer entsprechenden Pressemitteilung zitiert. „Wer den Kopf in den Sand steckt, verstößt demnächst gegen geltendes Recht und riskiert empfindliche Bußgelder zu Lasten seines Unternehmens.“

Aktuell haben sogar erst 13 Prozent der Unternehmen erste Maßnahmen zur Umsetzung der DS-GVO begonnen oder abgeschlossen. Dehmel: „Vor einem Jahr lag der Anteil bei 8 Prozent, viel passiert ist seitdem offenkundig nicht.“ 49 Prozent beschäftigen sich derzeit mit dem Thema. Jedes dritte Unternehmen (33 Prozent) gibt an, sich bislang noch überhaupt nicht mit den Vorgaben der Verordnung beschäftigt zu haben. Von den Unternehmen, die sich bereits mit der DS-GVO beschäftigt haben, sagt rund die Hälfte (47 Prozent), dass sie bisher höchstens 10 Prozent aller notwendigen Arbeiten erledigt hat. Nur 3 Prozent gehen davon aus, dass sie mehr als die Hälfte der Aufgaben abgearbeitet haben.

Selbst grundlegende organisatorische Voraussetzungen für den Datenschutz im Unternehmen fehlen häufig. So geben 42 Prozent der Unternehmen an, dass sie kein sogenanntes Verfahrensverzeichnis haben, in dem die internen Prozesse für die Verarbeitung personenbezogener Daten dokumentiert sind. Vor einem Jahr lag der Anteil mit 46 Prozent ähnlich hoch. Ohne ein solches Verzeichnis ist die Anpassung der eigenen Prozesse an die DS-GVO schwierig. „Ein Verfahrensverzeichnis ist heute schon Pflicht, künftig aber noch dringender erforderlich. Die neue Verordnung verlangt von den Unternehmen den Nachweis der rechtskonformen Datenverarbeitung. Eine solche Datenschutz-Dokumentation wird in Streitfällen eine wichtige Rolle spielen“, so Dehmel. „Jedes dritte Unternehmen hat sich noch nicht mit der Datenschutzgrundverordnung beschäftigt“ weiterlesen

Dobrindt: 85.000 km Glasfaser für Gigabit-Deutschland

Bundesminister Alexander Dobrindt hat 209 Förderbescheide aus dem milliardenschweren Bundesprogramm für den Glasfaserausbau vergeben. In der vierten Runde überreicht das BMVI rund 865 Millionen Euro Fördermittel an Landkreise und Kommunen in unterversorgten Regionen und ermöglicht damit Gesamtinvestitionen in Höhe von 1,8 Milliarden Euro.

Dobrindt: „Mit den Förderbescheiden bauen wir rund 85.000 Kilometer neue Glasfaser und bringen das Turbo-Internet in die unterversorgten Regionen. Der Breitbandausbau gewinnt damit weitere Dynamik: Seit April 2016 haben wir mit unserem Bundesprogramm insgesamt schon 290.000 Kilometer neue Glasfaser ermöglicht. Dafür investieren wir mehr als 3,1 Milliarden Euro Bundesmittel und schaffen Netzgeschwindigkeiten bis in den Gigabit-Bereich.“

Seit April 2016 hat das BMVI bereits 545 Förderanträge für Netzausbauprojekte in ganz Deutschland bewilligt. Für jedes Ausbauprojekt erhalten Landkreise und Kommunen bis zu 15 Millionen Euro Bundesmittel, um unterversorgte Gebiete ans Turbo-Internet anzuschließen.

Bei den Ausbaubescheiden beträgt der Fördersatz 50 bis 70 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. Da das Bundesprogramm mit Förderprogrammen der Länder kombinierbar ist, kann der Förderanteil auf bis zu 90 Prozent gesteigert werden. Insgesamt stehen für die Breitbandförderung aus Bundesmitteln rund 4 Milliarden Euro bereit.

Aktueller Stand beim Breitbandausbau: Schon heute haben 75,5 Prozent aller Haushalte in Deutschland Zugang zu schnellem Internet mit mind. 50 Mbit/s. Das ist ein Zuwachs von mehr als 26 Prozent in den letzten drei Jahren (Vergleich Ende 2013 bis Ende 2016). Im EU-Vergleich hat Deutschland die größte Dynamik beim Breitbandausbau.

Mobile Payment in Deutschland: Breite Akzeptanz nur mit einheitlichem Standard und integrierten Lösungen erreichbar

Mobile Payment-Anbieter, die sich in Deutschland durchsetzen wollen, sollten gemeinsam mit ihren Wettbewerbern eine einheitliche Technologie entwickeln und am Markt etablieren. Diese Forderung stellt mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) des „Mobile Payment Reports 2017 – What customers really want“, den die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC erstellt hat. Ebenso sollten sie den Verbrauchern die Sorge davor nehmen, dass deren Daten gehackt oder missbraucht werden könnten, denn für knapp 80 Prozent der Befragten hat die Sicherheit höchste Priorität. Der Report basiert auf einer repräsentativen Befragung von über 1000 Smartphone-Nutzern im Alter von 18 bis 64 Jahren in Deutschland durch das Marktforschungsinstitut Kantar EMNID. Die Studie zeigt, welche Faktoren mobiles Bezahlen in Deutschland massenmarktfähig machen können.

Evolution statt Revolution

13 Prozent der Befragten gaben an, bereits via Smartphone mobil zu bezahlen. 42 Prozent sagten, dass sie noch nicht soweit sind, aber mobil zahlen würden, wenn die Technologie intuitiver und sicher nutzbar wäre. PwC-Partner und Customer Practice Leader Prof. Dr. Nikolas Beutin, der die Studie bei PwC verantwortet hat, sagt: „Die Analyse zeigt, dass Mobile Payment im deutschen Massenmarkt weiter an Akzeptanz gewinnt – aber nicht revolutionär als neues System, sondern evolutionär über einzelne Apps.“

Zersplitterter Markt verunsichert Verbraucher

Die Chancen, mehr Mobile Payment-Nutzer zu gewinnen, sind groß. Voraussetzung hierfür ist die Orientierung an Kundenwünschen seitens der Anbieter. Die Top-3-Anforderungen:
• Für 79 Prozent der Befragten sind Sicherheit und Datenschutz sehr wichtig.
• 57 Prozent wollen niedrigere Gebühren als bei anderen Zahlungsarten.
• Ebenfalls 57 Prozent möchten, dass die Technologie leicht und schnell bedienbar ist. „Mobile Payment in Deutschland: Breite Akzeptanz nur mit einheitlichem Standard und integrierten Lösungen erreichbar“ weiterlesen

Deutsche Industrie setzt auf „Daten-Sharing“

Immer mehr deutsche Unternehmen sehen im Austausch von Daten einen essentiellen Bestandteil ihres Geschäftsmodells. Schon jetzt betreiben 74 Prozent aller mittleren und großen Unternehmen „Daten-Sharing“ über die eigenen Firmengrenzen hinweg, zeigt eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und Unternehmensberatung PwC. Dabei ist das Phänomen unter Mittelständlern (72 Prozent) bereits ähnlich weit verbreitet wie unter Großkonzernen (83 Prozent). Am häufigsten werden die Geschäftsdaten dabei mit Kunden (62 Prozent) und Lieferanten (39 Prozent) geteilt. Drei von vier Unternehmen gehen davon aus, dass die Notwendigkeit, Geschäftspartnern eigene Daten zur Verfügung zu stellen, in den nächsten Jahren weiter zunehmen wird.

„Bei dieser Entwicklung steht die Wirtschaft allerdings vor einem Dilemma“, sagt Harald Kayser, Chief Digital Officer bei PwC in Deutschland. „Einerseits ist der Austausch von Daten unumgänglich, wenn Unternehmen das eigene Geschäftsmodell digitalisieren und neue Erlösquellen wie Smart Services erschließen wollen. Andererseits möchte niemand Gefahr laufen, die Kontrolle über sensible Unternehmensdaten zu verlieren.“ Viele Unternehmen betrachten das „Daten-Sharing“ darum mit entsprechender Skepsis. So fürchten 57 Prozent die Preisgabe von Geschäftsgeheimnissen – wobei 51 Prozent sogar die explizite Gefahr sehen, dass sensible Daten in die Hände von Konkurrenten gelangen könnten. „Solche Sorgen sind nicht unberechtigt“, sagt Aleksei Resetko von PwC. „Denn bislang existiert hierzulande noch keine einheitliche Architektur, die einen sicheren und standardisierten Austausch von Geschäftsdaten erlauben würde.“

Mit dem Industrial Data Space lassen sich Daten sicher und effizient austauschen „Deutsche Industrie setzt auf „Daten-Sharing““ weiterlesen

Deutschland bei steuerlichen Bedingungen für digitale Geschäftsmodelle im Nachteil

Die digitale Transformation der Wirtschaft (Industrie 4.0) ist ein weltweites Phänomen und verändert Geschäftsmodelle, Unternehmen und ganze Branchen. Hierzu benötigte Investitionen in die Digitalisierung der Wertschöpfung sind maßgeblich von länderspezifischen Standortfaktoren wie Infrastruktur, Kosten oder Personal abhängig. Zudem machen insbesondere die steuerlichen Rahmenbedingungen in den jeweiligen Ländern Standorte unterschiedlich attraktiv für Investitionen in digitale Geschäftsmodelle, wie die neue Gemeinschaftsstudie “Steuerliche Standortattraktivität digitaler Geschäftsmodelle. Steuerlicher Digitalisierungsindex 2017“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, der Universität Mannheim und dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) nun erstmalig zeigt.

Besteuerung digitaler Geschäftsmodelle als Standortfaktor

Für die Analyse haben die Autoren die steuerlichen Standortbedingungen in über 30 Ländern anhand der Bemessungsgrundlagen, der effektiven Durchschnittssteuersätze und Kapitalkosten miteinander verglichen. „Dabei zeigt sich, dass digitale Geschäftsmodelle grundsätzlich geringer steuerlich belastet werden als traditionelle“, stellt Dr. Frank Schmidt, Tax-Partner und Leiter des Bereichs Industrielle Produktion bei PwC, fest. „Gerade weil digitale Geschäftsmodelle aber überaus mobil sind, ist die länderspezifische Besteuerung als Investitionskriterium von enormer Relevanz.“ „Deutschland bei steuerlichen Bedingungen für digitale Geschäftsmodelle im Nachteil“ weiterlesen

GE expandiert in Deutschland im Bereich der Additiven Fertigung

GE investiert in Deutschland im Bereich der Additiven Fertigung. Mit einer Gesamtinvestition von rund 115 Millionen Euro entstehen ein neuer zusätzlicher Standort für Concept Laser in Lichtenfels und ein neues Customer Experience Center für Additive Fertigung in Garching bei München. Deutschland wird damit zu einem globalen Zentrum für Additive Fertigung für GE.

Die neuen Räumlichkeiten des 3D-Campus im bayrischen Lichtenfels sollen Anfang 2019 bezugsbereit sein und auf einer Fläche von rund 25.000 Quadratmetern Raum für knapp 700 hochqualifizierte Arbeitsplätze bieten. Damit wird der Standort Lichtenfels seine aktuelle Kapazität mehr als verdoppeln. Forschung und Entwicklung sowie Produktion, Service und Logistik für die 3D-Metalldruck-Technologie werden dadurch zukünftig unter einem Dach vereinigt.

„Mit dem neuen 3D-Campus legt GE ein starkes Fundament für die weitere Expansion und das Wachstum im Bereich des industriellen 3D-Drucks“, sagt Frank Herzog, Vorsitzender Geschäftsführer der Concept Laser GmbH, einem führenden Unternehmen im Bereich des 3D-Metalldrucks. GE ist seit 2016 Mehrheitseigner von Concept Laser.

Neben dem neuen Standort in Lichtenfels werden rund 15 Millionen Euro in ein neues Customer Experience Center für Additive Fertigung in München investiert, das bereits Ende 2017 eröffnet werden soll. Das Customer Experience Center wird am bisherigen Standort des europäischen Forschungszentrums GE Global Research Europe (GRC) in Garching angesiedelt sein und im Erweiterungsbau des GRC rund 2.700 Quadratmeter Fläche einnehmen. Durch die Fachkompetenz des existierenden Forschungszentrums in Schlüsseldisziplinen wie Mechatronik, Automation und Prozesssteuerung wird eine enge Zusammenarbeit der Teams von GRC und GE Additive gewährleistet. Dadurch wird der serienreife Einsatz der Additiven Fertigung branchenübergreifend beschleunigt. „GE expandiert in Deutschland im Bereich der Additiven Fertigung“ weiterlesen

Trend zur digitalen Fabrik stärkt den Industriestandort Deutschland

Die digitale Fabrik steht ganz oben auf der Management-Agenda der Industrie: 91 Prozent der Fertigungsunternehmen in Deutschland investieren in die digitale Produktion. Davon erhoffen sie sich vor allem Effizienzsteigerungen und eine größere Nähe zum Kunden, um flexibler auf die veränderten Anforderungen reagieren zu können. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie „Digital Factories 2020 – Shaping the future of manufacturing“, für die PwC/ Strategy& 200 deutsche Industrieunternehmen befragt hat.

„Das Ziel der digitalen Fabrik ist die Fertigung von ‚Losgröße 1‘ – das für jeden Kunden zu möglichst niedrigen Kosten maßgeschneiderte Produkt. Dabei bekennen sich die Unternehmen klar zum Standort Deutschland und zur Produktion im Herzen von Europa“, kommentiert Dr. Reinhard Geissbauer, Leiter Industrie 4.0 EMEA und Geschäftsführer bei Strategy&, PwCs Strategieberatung. Denn 93 Prozent der Befragten, die Ausbaupläne für ihre digitalen Fabriken haben, wollen diese Investitionen in den kommenden fünf Jahren zumindest teilweise in Deutschland tätigen.

Die Ausbaustufen der Digitalisierung in deutschen Industrieunternehmen variieren stark: Immerhin sechs Prozent beschreiben ihre Fabriken bereits heute als vollständig digitalisiert. Die große Mehrheit (85 Prozent) hat Teilbereiche vernetzt oder setzt digitale Technologien für Insellösungen ein. Nur 9 Prozent planen keinen Ausbau zur digitalen Fabrik. „Trend zur digitalen Fabrik stärkt den Industriestandort Deutschland“ weiterlesen

Digitaler Mittelstand 2020 – Vision für den digitalen Standort Deutschland

Seit Jahren ist die Digitalisierung das beherrschende Thema der deutschen Wirtschaft. Fortschritt und Innovation werden von IT getrieben wie noch nie. Um die Wettbewerbsfähigkeit und den Wohlstand Deutschlands zu sichern, ist es deshalb unerlässlich, den digitalen Standort Deutschland zu stärken, die Rahmenbedingungen für freie, mittelständische Digital-Geschäftsmodelle zu verbessern und in den Wachstumsfeldern der Zukunft Impulse zu setzen. Dies sind die drei zentralen Handlungsfelder, welche der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) in seinem Positionspapier „Digitaler Mittelstand 2020“ auch als Empfehlungen zur Bundestagswahl 2017 identifiziert.

Wie keine andere lebt die deutsche Wirtschaft von ihrem vielfältigen und kreativen Mittelstand. Möchte man Deutschland als digitalen Standort stärken, muss man auf den Mittelstand schauen. Damit dieser nicht nur digital optimiert, sondern eine echte digitale Transformation mit neuen Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodellen vollzieht, müssen umfangreiche Möglichkeiten zur Vernetzung und Beratung geschaffen werden. „Regionale und fachliche Kompetenzzentren für den Mittelstand sollten deshalb weiter stark gefördert werden“, fordert BITMi Präsident Dr. Oliver Grün. „Daneben kommt aber auch dem IT-Mittelstand die wichtige Rolle als Schrittmacher der Digitalisierung zu. Er stellt nicht nur die meisten IT-Arbeitsplätze und IT-Innovationen in Deutschland, sondern kann in einer Doppelrolle auch Multiplikator der Digitalisierung bei seinen Kunden, dem Anwender-Mittelstand, sein. Der IT-Mittelstand muss endlich als eigenständige Wirtschafts- und Innovationskraft erkannt und gefördert werden.“. „Mit seinen Lösungen Made in Germany hilft er dem Anwender-Mittelstand, sich selbst zu digitalisieren“, ergänzt Martin Hubschneider, Vizepräsident des BITMi. Diese Einschätzung teilt auch der IT-Mittelstand selbst: Im zur CeBIT veröffentlichten IT-Mittelstandsbarometer 2017 des BITMi stimmten über 80 % der Befragten zu, dass das Bewusstsein für die Potenziale datengetriebener Geschäftsmodelle im Anwender-Mittelstand gestärkt werden muss und sehen dort auch ihr eigenes Engagement gefragt.

Bildung und Infrastruktur für ein digitales Deutschland „Digitaler Mittelstand 2020 – Vision für den digitalen Standort Deutschland“ weiterlesen

Wie digital ist Deutschland? Der Deutschland-Index der Digitalisierung 2017 vergleicht die Regionen

Wo gibt es das beste Mobilfunknetz? Wo sind digitale Wirtschaft und Forschung am stärksten? Wie unterscheiden sich Hessen und Hamburger beim Online-Shopping? Und wussten Sie, dass manch kleine Kommune digital durchaus mit den Großstädten mithalten kann? Das Kompetenzzentrum Öffentliche IT beantwortet in seinem Deutschland-Index der Digitalisierung 2017 Fragen wie diese. Die Studie bietet damit eine regionale Perspektive auf die globale Digitalisierung. Sie wird vom 20. bis 24. März 2017 auf der CeBIT am Gemeinschaftsstand des Bundesinnenministeriums (BMI) im Public Sector Parc (Halle 7 Stand A58) präsentiert und ist schon jetzt online einsehbar.

Mit dem Deutschland-Index der Digitalisierung 2017 veröffentlicht das Kompetenzzentrum Öffentliche IT (ÖFIT) am Fraunhofer-Institut FOKUS ein Gesamtbild der Digitalisierung in Deutschland. Anhand von rund 90 Indikatoren, wie der Mobilfunkabdeckung, Patentanmeldungen oder den elektronischen Behördenkontakten, wird die Digitalisierung auf Länderebene dargestellt. Dafür haben die Wissenschaftler fünf Kategorien betrachtet: digitale Infrastruktur und Versorgung, Nutzung digitaler Angebote und Technologien im Alltag, Wirtschaft und Forschung, digitale Verwaltung und digitale Bildung. Neben frei zugänglichen Statistiken wurden auch über 300 kommunale Webportale untersucht. Die Auswahl erfolgte in Stichproben, wobei die Verteilung auf die Bundesländer nach Bevölkerung und Kommunenanzahl gewichtet wurde, um ein repräsentatives Bild zu erreichen.

Im Gesamtranking schneiden vor allem die Stadtstaaten sowie die großen Bundesländer stark ab, die ostdeutschen Flächenländern hingegen schwächer. Vergleicht man die Länder im Detail, lässt sich jedoch ein differenzierteres Bild erkennen: „Wie digital ist Deutschland? Der Deutschland-Index der Digitalisierung 2017 vergleicht die Regionen“ weiterlesen

Digitale Transformation: Umsetzung erfolgt zu langsam und unflexibel

Die Bedeutung des digitalen Wandels wird 2017 in den deutschen Führungsetagen mittlerweile überwiegend erkannt: In jeder dritten Firma ab 250 Millionen Euro Umsatz (35 Prozent) wird der Prozess inzwischen direkt durch die Geschäftsleitung gesteuert. 2016 war dies laut der vorangegangenen etventure-Studie lediglich bei 24 Prozent aller Unternehmen der Fall. Darüber hinaus zählt die digitale Transformation nun auch in exakt 50 Prozent der Großunternehmen zu den Top drei der Firmenziele (2016: 41 Prozent).

Zeitgleich zeigt sich aber ein deutlicher Rückstand zu den USA: Zum einen wird der digitalen Transformation dort eine grundsätzlich höhere Bedeutung beigemessen. So ist die Digitalisierung in den USA bereits bei zwei Dritteln der Großunternehmen (66 Prozent) unter den Top-Drei-Zielen. Inzwischen sehen sich dort mehr als doppelt so viele Firmen wie hierzulande schon ‚sehr gut’ oder ‚gut’ darauf vorbereitet (USA: 85 Prozent I D: 35 Prozent). Darüber hinaus erachtet mit 90 Prozent die überwiegende Mehrheit der amerikanischen Unternehmen ihre Mitarbeiter für qualifiziert für den digitalen Wandel – anders als in Deutschland (42 Prozent). US-Konzerne legen auch ein anderes Tempo in der Umsetzung vor: Die Hälfte aller US-Konzerne erwartet bereits in weniger als einem Jahr Effekte der digitalen Transformation auf Marktanteile oder Umsatz – in Deutschland sagen das lediglich sechs Prozent.

Das sind Kernergebnisse einer repräsentativen Befragung von Großunternehmen ab 250 Millionen Euro beziehungsweise US-Dollar Jahresumsatz in Deutschland und in den USA, durchgeführt von etventure in Zusammenarbeit mit der GfK in Nürnberg und dem Institut YouGov USA. Sie schließt an eine im Vorjahr durchgeführte Untersuchung an. Erstmals wurde dieses Jahr der US-amerikanische Markt in die Untersuchung mit einbezogen.

Fehlende Erfahrung als größte Hürde bei Digitalisierung in Deutschland „Digitale Transformation: Umsetzung erfolgt zu langsam und unflexibel“ weiterlesen

Rechenzentren in Deutschland stärken Vertrauen in Cloud-Dienste

Die Speicherung von Daten ausschließlich in Deutschland spielt für Entscheider in der digitalen Transformation eine wesentliche Rolle. Dies zeigt eine aktuelle Studie der techconsult GmbH im Auftrag der Microsoft Deutschland GmbH, die vor allem Unternehmen aus dem Mittelstand und den Branchen Finanzwesen, Bildung, Gesundheitswesen und öffentliche Verwaltung untersucht.

Cloud-Computing gehört weltweit und branchenübergreifend zu den zentralen Antworten auf Fragen der Digitalisierung von Unternehmen oder dem öffentlichen Sektor. Zu den Hürden, Software-as-a-Service zu beziehen, zählen bei den Entscheidern häufig Bedenken, hinsichtlich des Datenschutzes. Seit Januar 2017 steht die Produktivitätssuite Office 365 in der Microsoft Cloud Deutschland zur Verfügung. Somit haben Unternehmen die Wahl zwischen Office 365 aus der deutschen oder der europäischen Cloud. Damit bedient Microsoft vor allem den Wunsch vieler Entscheider, ein Rechenzentrum in Deutschland anzubieten. Kontrolliert wird der Zugang zu den Daten vom deutschen Datentreuhänder T-Systems International GmbH, der unter deutschem Recht agiert.

Bestätigt wird dies nicht nur durch den „Cloud-Monitor 2016“ von Bitkom Research im Auftrag von KPMG, sondern auch durch eine aktuelle Studie der techconsult GmbH, die Chancen und Risiken von Office 365 Deutschland untersucht. „Rechenzentren in Deutschland stärken Vertrauen in Cloud-Dienste“ weiterlesen

Mehr Frauen in Arbeit versprechen Innovationsschub für Deutschland

Eine hohe Erwerbsquote von Frauen steigert die Gesamtbeschäftigung und damit die Innovationskraft eines Landes. Das belegt die Studie The Mix That Matters: Innovation Through Diversity der Boston Consulting Group (BCG) und der Technischen Universität München (TUM). Im globalen Vergleich liegt Deutschland mit einer Frauenerwerbsquote von knapp 70 Prozent nur im Mittelfeld und nutzt sein Innovationspotenzial nicht vollständig. Spitzenreiter in Sachen Innovation sind Länder wie Schweden mit überdurchschnittlich vielen erwerbstätigen Frauen.

„In Deutschland sind die Hürden für die Erwerbstätigkeit von Frauen nach wie vor zu hoch. Wir lassen dadurch wertvolles Innovations- und Wachstumspotenzial für die Wirtschaft brachliegen und bieten Frauen weniger Berufschancen als viele andere europäische Länder“, erklärt dazu Rocío Lorenzo, Partnerin bei BCG und eine der Studienautorinnen.

Auch bei der Gehaltsgleichheit der Geschlechter und dem Anteil von Frauen in Führungspositionen erreicht Deutschland nur mittelmäßige Werte. Im Gesamtvergleich der Arbeitsmarktsituation für Frauen landet Deutschland auf Rang 10 und liegt weit hinter den Top-Performern Schweden (Rang 1), Island (Rang 2) und Norwegen (Rang 3). Die Ergebnisse basieren auf einer BCG-Analyse von insgesamt 15 Ländern.

Skandinavien Vorbild bei Frauenförderung




Andere Länder, allen voran die fünf skandinavischen Staaten, machen vor, wie erfolgreiche Frauenförderung zugunsten von Innovation und Wachstum funktioniert. Norwegen, Island, Schweden, Finnland und Dänemark überzeugen durch ihre politischen Rahmenbedingungen, ihre Infrastruktur und ihre Grundeinstellung zum Thema Erwerbstätigkeit von Frauen. Sie sind Vorreiter bei Gehaltstransparenz, breiter Umsetzung von Frauenquoten, Einbindung von Männern in die Kinderbetreuung oder Dichte an Betreuungsplätzen. In Schweden müssen Unternehmen regelmäßig Gehaltsumfragen durchführen. In Dänemark können sich Kommunen um zusätzliches Geld für die Einstellung von Betreuungskräften bewerben, um die Kinderbetreuung zu verbessern.

„Politische Besonderheiten wie Ehegattensplitting, aber auch das Betreuungsgeld und traditionelle Rollenbilder für Männer und Frauen schwächen die Wirtschafts- und Innovationskraft unserer Ökonomie“, sagt Professor Isabell Welpe, Inhaberin des Lehrstuhls für Strategie und Organisation an der Technischen Universität München und Koautorin der Studie. „Solange sich die Bedingungen in Politik und Gesellschaft nicht deutlich verbessern, laufen zusätzliche Förderinitiativen der Wirtschaft wie etwa Mentorenprogramme oft ins Leere.“

Innovationskraft steigt stark ab 15 bis 20 Prozent weiblicher Führungskräfte

Unternehmen, in denen Frauen mehr Führungspositionen bekleiden, entfalten Innovationskraft. Ein deutlicher Innovationsschub durch Frauen ist aber erst ab einem Frauenanteil von 15 bis 20 Prozent im Management sichtbar. Das ergab eine Erhebung, für die 171 Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz aus verschiedenen Branchen zur Vielfalt ihrer Belegschaft und zur Innovation bei Produkten und Services befragt wurden. Unternehmen mit einem Frauenanteil in den Führungsetagen, der über dem genannten Schwellenwert liegt, sind deutlich innovativer. Der Umsatzanteil von innovativen Produkten lag bei den Top-Performern um durchschnittlich 35 Prozent höher als bei den Schlusslichtern im Hinblick auf den Frauenanteil. „Geschlechtervielfalt in der Führungsetage ist entscheidend für die Innovationsstärke eines Unternehmens“, stellt BCG-Partnerin Rocío Lorenzo fest. „Deutschland sollte dieses Potenzial viel stärker nutzen und wesentlich konsequenter Barrieren abbauen, die sich gegen mehr Frauen im Arbeitsleben und mehr Frauen in Führungspositionen auswirken.“

Frauenförderung in Politik und Gesellschaft vorantreiben

Frauenförderung könnte ein staatlicher Hebel sein, um die Qualifizierung von Mitarbeitern langfristig voranzutreiben: Die Politik sollte bessere Anreize für den beruflichen Wiedereinstieg von Frauen setzen, unter anderem durch Abschaffung von Ehegattensplitting und Betreuungsgeld, den Ausbau der Ganztagsbetreuung und die Schaffung finanzieller Anreize für Familienteilzeit. Es braucht klare politische und unternehmensinterne Regelungen, die Gehaltstransparenz und gleiche Bezahlung von Männern und Frauen sicherstellen. Für die notwendige kulturelle Weiterentwicklung müssen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Chancengleichheit stärker fördern und moderne Rollenbilder aktiv vorleben.

Studie: Deutschlands Aufsichtsräte auf der Suche nach Fach- und Branchenexpertise

Die Aufsichtsräte großer deutscher Unternehmen sind zunehmendem Druck seitens des Gesetzgebers und von Behörden, Investoren, Medien und Konsumenten ausgesetzt. Der Anspruch: Gute Beratung und Überwachung erfordern die professionelle Besetzung der Aufsichtsgremien entsprechend der regulatorischen und strategischen Veränderungen. Das bedeutet, Fach- und Branchenkenntnisse werden immer wichtiger und die Vergütung muss der gestiegenen Komplexität der Aufsichtsratstätigkeit Rechnung tragen. Traditionelle Netzwerke reichen für die Neubesetzung nicht mehr aus. Dies sind zentrale Erkenntnisse des „Board Index 2016“ – darin analysiert die globale Top Executive Search Beratung Spencer Stuart aktuelle Entwicklungen in Aufsichtsräten maßgebender, börsennotierter Gesellschaften in Deutschland, auch im Vergleich zu internationalen Kennzahlen.

„Die Zeit der traditionellen Altherrenclubs ist endgültig vorbei. Beschleunigt durch den Deutschen Corporate Governance Kodex, europäische Regulierung und die stärkere Beobachtung seitens der Stakeholder haben sich Aufsichtsräte in den vergangenen Jahren stark professionalisieren müssen“, erklärt Dr. Willi Schoppen, Leiter der Board Practice von Spencer Stuart in Deutschland. „Und das ist gut so. Denn aus unserer Beratungspraxis und Effizienzprüfungen wissen wir, dass Zusammensetzung, Leitung und Kultur ganz wesentlich über die Performance der Gremien entscheiden.“

Digitalisierung und Frauenquote verändern Expertenmix

Nach der aktuellen Analyse von Spencer Stuart folgt der Erfahrungshintergrund der deutschen Aufsichtsräte der ökonomischen Entwicklung: Unter den derzeitigen Anteilseignervertretern in den Gremien ist Erfahrung in der Leitung von Unternehmen mit einem 68-prozentigen Anteil offensichtlich nach wie vor die herausragende, allerdings leicht schwindende Voraussetzung für eine Mitgliedschaft. Die Kernkompetenz Finanzen in Aufsichtsräten ist mit knapp 48 Prozent nahezu stabil geblieben. Doch hat sich die Nachfrage nach Technik- und Digitalisierungskompetenz erneut erhöht – der Anteil von Aufsichtsratsmitgliedern mit dieser Expertise liegt nun bei fast 20 Prozent. Auch die Kenntnisse im Bereich Recht und Compliance sind jetzt mit neun Prozent stärker vertreten. Der Anteil von Mitgliedern mit Erfahrung in den Bereichen Medien und Beratung hat sich, wenn auch auf niedrigem Niveau, seit 2014 spürbar erhöht, bei weiblichen Aufsichtsräten sogar verdoppelt beziehungsweise verfünffacht. Bei den vom Quotengesetz betroffenen Unternehmen beträgt der durchschnittliche Frauenanteil auf der Anteilseignerbank bereits 26,4 Prozent und liegt damit nahe an der Mindestmarke von jeweils 30 Prozent. Allerdings: Nur noch 54 Prozent der Vertreterinnen der Anteilseigner im Aufsichtsrat und damit fünf Prozentpunkte weniger als vor zwei Jahren haben Erfahrung in der Unternehmensleitung – ein möglicher Indikator dafür, dass der Pool an Kandidatinnen hier momentan ausgeschöpft sein könnte. „Studie: Deutschlands Aufsichtsräte auf der Suche nach Fach- und Branchenexpertise“ weiterlesen

Deutschland und Frankreich müssen jetzt handeln, um Europas digitale Zukunft zu sichern

Die digitale Transformation verändert Konsumgewohnheiten, Geschäftsmodelle und Märkte und schafft neues wirtschaftliches Potenzial – auch in Europa: Experten schätzen, dass ein europäischer digitaler Binnenmarkt das Bruttoinlandsprodukt pro Jahr um 415 Milliarden Euro erhöhen und über 100.000 neue Arbeitsplätze in der EU schaffen kann. Doch Faktoren wie unterschiedliche Datenschutzregelungen oder nationale Schranken für digitale Transaktionen behindern nach wie vor die freie Entfaltung der Digitalwirtschaft in Europa. Dementsprechend hat der Kontinent Nachholbedarf: Aktuell können europäische Startups im Vergleich zu ihrer amerikanischen Konkurrenz lediglich auf ein Fünftel des Risikokapitals zurückgreifen. Auch bei der Entwicklung von „Unicorns“ steht Europa deutlich hinten an: Weltweit stammen 39 Prozent aus dem Silicon Valley, nur 11 Prozent sind europäischen Ursprungs.

Um diese Entwicklung zu durchbrechen, haben die Digitalexperten von Roland Berger die einschlägigen Voraussetzungen von Deutschland und Frankreich analysiert. Unter dem Titel „Towards a Franco-German Digital Valley“ haben sie daraus ein Konzept für ein gemeinsames Digital Valley entwickelt. „Wir sollten enger zusammenarbeiten und dabei nicht einfach nur eine Lücke schließen wollen“, sagt Charles-Edouard Bouée, CEO von Roland Berger. „Es geht vielmehr darum, dass unsere Unternehmen das Tempo des technologischen Wandels gegenüber den USA und Asien mitbestimmen. Dazu sollten Frankreich und Deutschland, wie vor über 50 Jahren mit der Gründung der Montanunion, ihre jeweiligen Stärken einbringen. Ein gemeinsames „Digital Valley“ ist ein erster Schritt, um Europa als Weltmarktführer bei den Technologiethemen der Zukunft – wie der künstlichen Intelligenz – zu etablieren.“ „Deutschland und Frankreich müssen jetzt handeln, um Europas digitale Zukunft zu sichern“ weiterlesen

Künstliche Intelligenz: Wirtschaftswachstum in Deutschland könnte sich bis 2035 verdoppeln, Produktivität um ein Drittel steigen

Deutschland steht Dank intelligenter Roboter und selbstlernender Maschinen vor einem großen Wachstumsschub, so eine aktuelle Untersuchung des Beratungsunternehmens Accenture. Die heute veröffentlichte Studie prognostiziert durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz bis 2035 einen Anstieg des Wirtschaftswachstums um jährlich drei Prozent. Das wäre mehr als eine Verdopplung gegenüber dem Basisszenario mit einer Wachstumsrate von 1,4 Prozent pro Jahr, welches die zukünftige Entwicklung der Wirtschaft auf Grundlage des technologischen Stands von heute voraussagt.

Die zusätzliche Bruttowertschöpfung der Roboterökonomie in Deutschland beziffert die Studie auf knapp eine Billion Euro innerhalb der nächsten zwanzig Jahre. Außerdem würde die Produktivität der Beschäftigten hierzulande um 29 Prozent steigen, da viele Arbeitsabläufe effizienter gestaltet wären und Mitarbeiter sich stärker auf Aufgaben mit einer hohen Wertschöpfung konzentrieren könnten.

Die Studie gibt zudem Einblicke in das wirtschaftliche Potenzial der künstlichen Intelligenz in elf weiteren Industriestaaten, darunter den USA, Japan und Großbritannien. Die untersuchten Länder sind zusammen für etwa die Hälfte der weltweiten Wirtschaftsleistung verantwortlich. Während sich die jährliche Bruttowertschöpfung durch intelligente Roboter und selbstlernende Maschinen in den meisten untersuchten Volkswirtschaften bis 2035 in etwa verdoppeln würde, sticht Japan mit einer prognostizierten Verdreifachung der Wachstumsrate von 0,8 auf 2,7 Prozent besonders hervor. In Belgien, Spanien, Frankreich und Italien fällt der prognostizierte Wachstumsschub durch künstliche Intelligenz vergleichsweise moderat aus. Hier würde die Wirtschaft pro Jahr um lediglich ein Prozent zusätzlich expandieren. „Künstliche Intelligenz: Wirtschaftswachstum in Deutschland könnte sich bis 2035 verdoppeln, Produktivität um ein Drittel steigen“ weiterlesen