Siemens-Vorzeigewerk für „Digitale Fabrik“ feiert 25jähriges Bestehen

Das Siemens Elektronikwerk Amberg (EWA) feiert am 12. und 13. September 2014 gemeinsam mit Mitarbeitern, Kunden und Partnern sein 25jähriges Bestehen. Seit der Gründung 1989 produziert Siemens an diesem Standort unter anderem speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) vom Typ Simatic. Heute werden in Amberg über 1000 Produktvarianten hergestellt. Mit ihnen werden Maschinen und Anlagen gesteuert und Fertigungen automatisiert. Dadurch lassen sich Zeit und Kosten sparen und die Produktqualität erhöhen. Simatic steuert Bordsysteme von Kreuzfahrtschiffen ebenso wie industrielle Fertigungsprozesse, zum Beispiel in der Automobilindustrie, oder auch Skiliftanlagen. Auch die Produktion in Amberg selbst wird von Simatic gesteuert. Innerhalb von 24 Stunden stehen die Produkte für weltweit rund 60 000 Kunden zur Auslieferung bereit.

Seit Jahren diskutieren Wissenschaftler, wie sich die Fertigung in Zukunft verändern wird. Sie diskutieren unterschiedlich visionäre Modelle, die aber alle einen gemeinsamen Nenner haben: die durchgängige Digitalisierung. Wesentliche Elemente der digitalen Fabrik werden im Elektronikwerk Amberg bereits heute eingesetzt. Jetzt schon kommunizieren dort Produkte mit Maschinen und sämtliche Prozesse sind IT-optimiert und -gesteuert – bei minimaler Fehlerquote. So hochautomatisiert das EWA arbeitet, so wenig hat es sich seit 1989 optisch verändert. Bei gleichbleibender Produktionsfläche und kaum veränderter Mitarbeiterzahl hat das Werk sein Produktionsvolumen verachtfacht. Insgesamt arbeiten hier rund 1100 Mitarbeiter.

Siemens ist Weltmarktführer auf dem Gebiet elektronischer Steuerungen. Das EWA ist hierzu das Vorzeigewerk. Es produziert mit einer Qualität von 99,9988 Prozent. „Ich kenne weltweit kein vergleichbares Werk, das an diese niedrige Fehlerquote herankommt“, sagt Karl-Heinz Büttner, Leiter des EWA. Jährlich stellt die Fabrik rund zwölf Millionen Simatic-Produkte her. Bei 230 Arbeitstagen pro Jahr bedeutet das: Jede Sekunde verlässt ein Produkt das Werk. Die Fertigung funktioniert weitgehend automatisiert. 75 Prozent der Wertschöpfungskette bewältigen Maschinen und Computer eigenständig, für ein Viertel der Arbeit sind die Mitarbeiter zuständig. Nur zu Fertigungsbeginn wird das Ausgangsbauteil, eine unbestückte Leiterplatte, von menschlicher Hand berührt – ein Mitarbeiter legt es in die Produktionsstraße. Von nun an läuft alles maschinengesteuert.

Simatic-Steuerungen selbst regeln die Herstellung von Simatic. Vom Produktionsbeginn bis zur Auslieferung sind rund tausend solcher Steuerungen im Einsatz. „Seit 25 Jahren stellt Amberg unter Beweis, dass Hochtechnologie-Innovation den Standort Deutschland langfristig und nachhaltig sichert“, sagt Joe Kaeser, Vorsitzender des Vorstands der Siemens AG. „Wir sind stolz auf den Standort und das Elektronikwerk Amberg, das heute die Richtung bei Industrie 4.0 vorgibt.“ „Das Elektronikwerk Amberg ist das Idealbeispiel für die Anwendung der „Digital Enterprise Platform“ von Siemens. Hier wird heute schon produziert, wie es in einigen Jahren in vielen Fertigungswerken Standard sein wird“, sagt Siegfried Russwurm, Mitglied des Vorstands der Siemens AG und CEO des Industry-Sektors.

Die Produkte steuern ihre Fertigung selbst. Sie teilen den Maschinen über den Produktcode mit, welche Anforderungen sie haben und welche Produktionsschritte als nächstes nötig sind. In Amberg ist die Fertigung auf dem Weg zur Zukunft schon gut vorangekommen. Künftig werden die reale und virtuelle Welt in der Produktion noch enger verschmelzen, Produkte miteinander und mit den Maschinen kommunizieren und ihre Produktionswege optimieren. Fabriken werden in der Zukunft noch flexibler als heute individuelle Einzelprodukte fertigen und eine höhere Wirtschaftlichkeit erzielen: in kurzer Zeit, zu niedrigen Kosten bei höchster Qualität. Bei der Entwicklung von Produkten und Produktionsprozessen, bei der Produktionsplanung oder auch bei unerwarteten Zwischenfällen bleibt der Mensch auch weiterhin unverzichtbar.

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