Wer haftet für mein selbstfahrendes Auto?

Autonome Autos werden den Verkehr auf den deutschen Straßen revolutionieren: weniger Verkehrstote, Stau und Umweltverschmutzung. Wie die Haftung geregelt werden soll, wenn der Fahrer nicht selbst fährt und es zu einem Unfall kommt, ist allerdings noch offen. Die Automobilbranche selbst sieht in erster Linie die Systementwickler der Künstlichen Intelligenz in der Verantwortung. 41 Prozent der Automobilunternehmen sagen, dass die Software-Anbieter bei Unfällen haften sollten. Nur 19 Prozent sehen hingegen den Autohersteller in der Pflicht.

Jeder fünfte Entscheider in der Automobilbranche (21 Prozent) sieht den Fahrer in der Verantwortung – und dies obwohl ein autonomes Fahrzeug keinen Fahrer im heutigen Sinne mehr haben wird. Und nur 12 Prozent sprechen sich dafür aus, dass der Fahrzeughalter haften sollte. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter Vorstandsmitgliedern und Geschäftsführern von Unternehmen der Automobilindustrie mit 20 oder mehr Mitarbeitern. „Wenn wir die nötige Akzeptanz für autonomes Fahren herstellen wollen, dann müssen wir dafür sorgen, dass niemand für etwas haftet, was er nicht kontrollieren kann“, wird Bitkom-Präsident Achim Berg in einer Mitteilung zu den Ergebnissen zitiert. „Sicher ist: Mit autonomen Fahrzeugen wird es deutlich weniger Unfälle geben als mit menschlichen Fahrern. Die Haftungsfrage muss schnellstmöglich und verbindlich geklärt werden, damit autonome Fahrzeuge eingesetzt werden können.“ „Wer haftet für mein selbstfahrendes Auto?“ weiterlesen

Wie Volkswagen das Auto der Zukunft virtuell entwickelt

Helles Tageslicht flutet das Volkswagen Virtual Engineering Lab in Wolfsburg. Zwei Dutzend Bildschirme leuchten, einige zeigen Grafiken, auf anderen flimmern Hunderte von Code-Zeilen. Mitten im Raum steht ein Golf-Modell aus Plastilin im Maßstab 1:4. Frank Ostermann mustert das Modell, dann wechselt er die Räder, tauscht die Rückleuchten, modifiziert die Außenspiegel. Das Design verändert Ostermann mit Gesten und Sprachkommandos. Es alles ist eine Sache von Sekunden, Augmented Reality macht es möglich. Die Software hierfür wurde im Virtual Engineering Lab entwickelt. Das Team könnte damit die Arbeit von Designern und Ingenieuren revolutionieren.

Ostermann trägt eine Mixed Reality-Brille, eine sogenannte HoloLens. Der von Microsoft entwickelte mobile Rechner projiziert virtuelle Inhalte durch Gestensteuerung und Sprachbefehle auf ein physisches Objekt. Ein Fingerzeig von Ostermann genügt, sofort wirft die HoloLens eine andere Lackfarbe auf den Golf, dann baut sie andere Räder an und verändert die Stoßfänger. Der Golf ist zunächst ein R-Line-Modell, dann eine völlig neue Version. Vielleicht rollt sie ein halbes Jahr später in die Autohäuser.

Der 52 Jahre alte Ostermann ist Diplom-Ingenieur für Technische Informatik. Bei Volkswagen in Wolfsburg leitet er das Virtual Engineering Lab, eines der mittlerweile sechs Labs der Volkswagen Konzern-IT in Wolfsburg, in Berlin, München und San Francisco. Das neueste Lab geht derzeit in Barcelona an den Start. In den Labs arbeiten IT-Experten und Software-Spezialisten von Volkswagen gemeinsam mit Forschungseinrichtungen und Technologiepartnern an der digitalen Zukunft. Im engen Austausch entstehen dort neue Lösungen zu den Themen Big Data, Industrie 4.0, Internet der Dinge, Konnektivität, Mobilitätsservices und Virtual Reality.

„Augmented Reality und Virtual Reality nutzen wir bei Volkswagen schon länger, aber bislang ermöglichte das vor allem eine dreidimensionale Betrachtung“, sagt Ostermann. „Wir im Virtual Engineering Lab gehen einen großen Schritt weiter. Wir machen die Technologie zum Arbeitsinstrument in der Technischen Entwicklung. Damit können Volkswagen Ingenieure an einem virtuellen Fahrzeug arbeiten, seine Ausstattung beliebig ändern, sogar Bauteile virtuell neu konstruieren, und das Ergebnis ihrer Arbeit direkt erleben.“ „Wie Volkswagen das Auto der Zukunft virtuell entwickelt“ weiterlesen

Neue Dienste von HERE: Das Auto denkt künftig mit

HERE, Entwickler und Anbieter cloudbasierter Kartendienste, stellt Autofahrern drei neue cloudbasierte Informationsservices zur Verfügung, die ihnen Vorab-Verkehrsinformationen sowie personalisierte Tank- und Parkempfehlungen geben. Sie basieren auf den persönlichen Präferenzen und Vorlieben des Autofahrers. Alle drei Dienste erweitern die Suite der HERE Automotive Services, die Autofahrer über ihre im Fahrzeug verbauten und vernetzten Navigationssysteme mit für sie relevanten Informationen versorgen. Die neuen Dienste sollen vor allem dazu beitragen, das Autofahren weiter zu vereinfachen.

HERE Departure Alert zeigt einem Fahrer vor der Abfahrt aktiv relevante Verkehrsinformationen für die von ihm am häufigsten genutzten Strecken an. Der Dienst lernt die Fahrtmuster eines Fahrers – basierend auf Zielen, Routen, Zeiten und Orten – und kombiniert dieses Wissen mit HERE Echtzeit-Verkehrsinformationen zu Beginn einer Fahrt.

HERE Personal Fuel Recommendations lernt die Tank-Präferenzen eines Fahrers und gibt Empfehlungen basierend auf dem Wissen:

• wieweit er in der Regel mit einer Tankfüllung fährt, bevor er die nächste Tankstelle ansteuert,
• der Lieblingstankstelle eines Fahrers und dessen Preissensibilität sowie
• der Distanz und der Strecke zur präferierten Tankstelle eines Fahrers. „Neue Dienste von HERE: Das Auto denkt künftig mit“ weiterlesen

Wissmann: Das Auto der Zukunft fährt automatisiert, vernetzt und elektrisch

„Drei Trends werden die Mobilität von morgen maßgeblich prägen: Urbanisierung, Digitalisierung und Elektrifizierung. Die Zahl der Millionenstädte wächst, öffentlicher Raum wird knapper. Das erfordert neue Verkehrs- und Fahrzeugkonzepte, die Effizienz und Nachhaltigkeit sichern“, sagte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), auf dem verkehrspolitischen Abend des Bundes der Selbstständigen (BDS) heute in Stuttgart. „Mit Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen von mehr als 30 Mrd. Euro pro Jahr zeigen die deutschen Automobilunternehmen eine Innovationskraft, die weltweit einmalig ist. Wir treiben das automatisierte und vernetzte Fahren voran und entwickeln immer effizientere Motoren und alternative Antriebe. Gleichzeitig entwerfen wir neue Geschäftsmodelle und Mobilitätsangebote.“

In der Digitalisierung sieht der VDA-Präsident eine entscheidende Lösung für die wachsenden Herausforderungen urbaner Mobilität. Automatisierte Fahrfunktionen würden künftig für noch mehr Komfort sorgen und zudem die Verkehrssicherheit erhöhen. Außerdem würden Sprit und Emissionen eingespart. „Die Vernetzung bietet erhebliche Effizienzgewinne“, betonte Wissmann. „Allein die Kommunikation zwischen Fahrzeugen und Ampeln kann den Verkehrsfluss so verbessern, dass die Emissionen um ein Drittel sinken. Oder nehmen Sie die Parkplatzsuche: Laut einer Studie von PROGNOS entsteht in Deutschland jedes Jahr P


arksuchverkehr in einer Größenordnung von 560 Mio. Stunden. Durch eine verbesserte Nutzung verfügbarer Daten zur Parkraumnutzung und durch die Erschließung zusätzlicher Datenquellen könnte diese Zeit um bis zu 30 Prozent reduziert werden.“

Ebenso wichtig für die Mobilität der Zukunft wird die Elektromobilität sein. Dazu Wissmann: „Prognosen gehen davon aus, dass in etwa zehn Jahren mehr als 15 Prozent aller Neufahrzeuge weltweit elektrifiziert sein werden. Das Auto der Zukunft ist automatisiert, vernetzt und elektrisch. In dieser Kombination wird es ein Beitrag zur Entlastung des öffentlichen Raums leisten. Daher plädiere ich für eine zügige Umsetzung der notwendigen Rahmenbedingungen für vernetzte und automatisierte Mobilität und begrüße, dass die Gespräche für mögliche Anreize zur Förderung der Elektromobilität wieder aufgenommen wurden.“

Der VDA-Präsident betonte, dass bei aller Anstrengung für alternative Antriebe Benziner und Diesel als Übergangstechnologien noch etliche Jahre unverzichtbar seien. Die Softwaremanipulation diskreditiere in keiner Weise die Dieseltechnologie an sich. „Im Gegenteil: Der moderne Euro-6-Diesel überzeugt nicht nur beim Verbrauch und damit bei den CO2-Emissionen“, sagte Wissmann. Mit modernster Abgastechnologie, konkret Euro 6, kann er auch die anspruchsvollsten Schadstoffgrenzwerte einhalten.“

Wissmann ging zudem auf die Flüchtlingskrise ein: „Egal ob großer Konzern oder kleiner Mittelständler – das Thema bewegt unsere Industrie. Viele Unternehmen haben eigene Flüchtlings-Initiativen gestartet, etwa über Praktika oder Sprachkurse und weitere Maßnahmen. Es gibt viele positive Beispiele und unsere Unternehmen setzen ihre Anstrengungen fort.“ Gleichzeitig zeige sich aber auch, dass es Probleme beim Spracherwerb und kulturelle Hindernisse gibt.

Angesichts eines Haushaltsplus von 12,1 Mrd. Euro im Jahr 2015 mahnte der VDA-Präsident mehr Investitionen an. „Dieses Geld wird zum größten Teil für die Integration und Unterbringung von Flüchtlingen eingesetzt werden. Doch dabei dürfen andere wichtige Aufgaben nicht aus dem Blick geraten. Dazu gehört etwa der Investitionsrückstau bei der Infrastruktur. Es darf bei den Investitionen kein Entweder-oder geben. Die Politik ist gefordert, beides unter einen Hut zu bekommen. Nur wenn die deutsche Wirtschaft weiter brummt, werden auch die Mehreinnahmen fließen, die wir zur Integration der Flüchtlinge noch viele Jahre lang brauchen werden.“

Die Flüchtlingskrise sei keine deutsche, sondern eine europäische Herausforderung, so Wissmann. „Darum ist es eine der wichtigsten Aufgaben der Politik, den europäischen Zusammenhalt zu bewahren. In diesem Jahr müssen wir alles dafür tun, dass sich die Briten dafür entscheiden, im europäischen Haus zu bleiben. Und wir müssen unsere Nachbarn im Osten, die neue Regierung in Polen, davon überzeugen, nicht länger am europäischen Wertefundament zu rütteln. Europa muss aus mehr bestehen als aus Konferenzen und schönen Worten. Europa braucht Staaten, die Hand in Hand arbeiten. Lassen Sie uns in Deutschland mit der Politik Hand in Hand arbeiten für diese wichtigen gemeinsamen Ziele in 2016“, sagte Wissmann.

HD Live Map von HERE soll Weg zum automatisierten Fahren ebnen

Auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas hat HERE, ein Unternehmen für digitale Karten und ortsbezogene Technologie, die HERE HD Live Map vorgestellt. Dabei handelt es sich nach Angaben des Unternehmens um die modernste cloudbasierte Karte, die derzeit kommerziell für Fahrzeuge verfügbar ist. Sie steht ab sofort für sogenannte vernetzte Fahrzeuge in Nordamerika und Westeuropa zum Einsatz bereit. Die HD Live Map bietet den Angaben zufolge eine hochpräzise und dynamische Darstellung der Straßenumgebung. Sie ermöglicht es dadurch einem Fahrzeug, jenseits der Reichweite seiner Sensoren gewissermaßen „um die Kurve“ zu schauen. Damit trägt sie zur Verbesserung von Fahrerassistenzsystemen und automatischen Fahrfunktionen bei, um das Autofahren angenehmer zu gestalten.

Das Produkt HD Live Map besteht aus unterschiedlichen Datenschichten, die in einem kachelbasierten Format bereitgestellt werden. Die Karte beinhaltet Daten von längerfristiger Relevanz wie fahrspurgenaue Informationen über das Straßennetzwerk, Daten von kurzfristiger Relevanz, zum Beispiel über Straßenbauarbeiten, Verkehr und Unfälle, sowie Analysedaten wie Geschwindigkeitsprofile. Basierend auf Daten über das menschliche Fahrverhalten liefern sie einem Fahrzeug Informationen, wie es in einer bestimmten Situation fahren kann.

Ein wichtiges Bauteil für die Autoindustrie

Auf dem Weg zum hochautomatisierten Fahren profitiert die Automobilindustrie bereits heute von der neuen Generation von Fahrerassistenzsystemen, die vernetzt und cloudbasiert ist. Die HERE HD Live Map ermöglicht es Autoherstellern nach Angaben des Herstellers nun, Fahrerassistenzfunktionen wie den Abstandsregeltempomaten, das adaptive Kurvenlicht oder Kurvengeschwindigkeitswarnungen zu erweitern. Echtzeitnah bietet sie demnach Zugang zu hochpräzisen und verlässlichen Informationen über die Umgebung. So kann die Industrie mit Hilfe der Karte Fahrern helfen, das nötige Vertrauen aufzubauen, um die zunehmende Automatisierung von Fahrzeugen zu akzeptieren.


Floris van de Klashorst, Vice President Automotive, HERE, sagt: „Wenn Autos zunehmend automatisiert fahren, müssen sich Fahrer sicher sein können, dass ihr Auto in bestimmten Situationen die richtige Entscheidung trifft. Verlässliche Echtzeitinformationen über die Straßenverhältnisse in der näheren und weiteren Umgebung sind von entscheidender Bedeutung, um dieses Vertrauen aufbauen zu können. Unsere HD Live Map erfüllt genau diesen Zweck. Wir sind überzeugt, dass sie in der Art eines intelligenten Sensors zu einem äußerst wichtigen Bauteil für die Autoindustrie werden wird.“

Die erste sich selbständig aktualisierende Karte

Die HERE HD Live Map ist die erste digitale Karte von HERE, die sich selbständig aktualisiert. Dies geschieht durch verschiedene Arten der Aggregation und Verarbeitung von Sensordaten, so dass die Kartendaten echtzeitnah an vernetzte Fahrzeuge gesendet werden können. Sollten Fahrzeugsensoren beispielsweise eine aktuelle Geschwindigkeitsbegrenzung entdecken, die noch nicht in der Karte verzeichnet ist, aktualisiert sich die Karte entsprechend und stellt anderen Autos diese aktuelle und korrekte Information zur Verfügung. Dies ist wichtig für Fahrerassistenzfunktionen wie den Abstandsregeltempomaten.

In ähnlicher Weise würde sich die Karte auch aktualisieren, wenn die Fahrzeugsensoren eine aktuelle Fahrspursperrung entdecken. Andere Fahrzeuge könnten sich dadurch bereits frühzeitig auf einen Spurwechsel einstellen oder bei starkem Verkehrsaufkommen sogar ihre Route ändern. Die HERE HD Live Map stellt ihre Inhalte für vernetzte Fahrerassistenzfunktionen über hochaktuelle, jeweils aus mehreren Datenschichten bestehende Kartenausschnitte bereit. Dazu gehören dynamische Verkehrsflussinformationen, Echtzeitinformationen über Vorfälle und Daten über Geschwindigkeitsprofile von vernetzten Fahrzeugen und anderen Geräten wie Smartphones und PNDs (Personal Navigation Devices).

Die HD Live Map ist offenbar so effizient, dass sie nur wenig Speicherplatz benötigt. Die Datenschicht für neue Ereignisse lässt sich aktualisieren, ohne dass die gesamte Karte ein Update benötigt. Die kompakte Größe der einzelnen Kartenausschnitte ermöglicht eine sehr effiziente Datenübertragung, welche die Mobilfunknetze schont.

Auf dem Weg Richtung automatisiertes Fahren

In naher Zukunft wird die HD Live Map eine noch größere Anzahl an Daten über die HERE Plattform nutzen, um Fahrern und Fahrzeugen einen besseren Überblick über die aktuellen Verhältnisse auf der vor ihnen liegenden Strecke zu geben. Mit der zunehmenden Fahrzeugvernetzung ist die HERE HD Live Map in der Lage, als unabhängige Location Cloud wachsende Mengen an Daten aus einer Vielzahl von Quellen, insbesondere aus Fahrzeugsensoren, echtzeitnah zu aggregieren, verarbeiten und an Fahrzeuge zu senden. Diesbezüglich sondiert HERE derzeit die Anreicherung seiner Plattform mit aktuellen Sensordaten aus den Fahrzeugflotten von Audi, BMW und Mercedes-Benz. Davon würden alle Hersteller, welche die HD Live Map einsetzen, profitieren.

Zu Testzwecken hat HERE bereits mehr als zehn Unternehmen aus der Automobilindustrie Teile oder das volle Leistungsspektrum der HD Live Map zur Verfügung gestellt. Viele davon nutzen HD Live Map Kartendaten, die HERE seit dem vergangenen Jahr für ausgewählte Streckenabschnitte im Silicon Valley und in Michigan in den USA, in Deutschland, Frankreich und Japan zur Verfügung stellt. Mit der jetzigen Verfügbarkeit der HD Live Map in Nordamerika und Westeuropa ist HERE nach eigenen Angaben in der Lage, Autoherstellern weiter dabei zu helfen, die Entwicklung des automatisierten Fahrens zu vertiefen und voranzutreiben. Indem HERE immer größere Testgebiete unterstützt, wird HERE seine HD Live Map im Zusammenspiel mit den Herstellern stetig verbessern um sicherzustellen, dass sie deren Anforderungen sowohl heute als auch in Zukunft optimal erfüllt.

Hinter HERE steht ein Konsortium diverser Automobilhersteller. Mehr über HERE und die Arbeit zum vernetzten und automatisierten Fahren unter http://360.here.com.

VDA: Mehrheit der Deutschen findet automatisiertes Fahren gut

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hat die Meinung der deutschen Bevölkerung zum automatisierten Fahren im Rahmen einer unabhängigen Marktforschungsstudie näher untersuchen lassen. TNS Infratest, eines der renommiertesten Institute für Marktforschung sowie Politik- und Sozialforschung in Deutschland, hat 1.028 Personen in Privathaushalten (Alter: zwischen 16 und 64 Jahren) befragt. Ergebnis: Mehr als die Hälfte der Teilnehmer (55 Prozent) spricht sich grundsätzlich für das automatisierte Fahren aus. Die Vorteile der Automatisierung werden insbesondere in der höheren Sicherheit und dem flüssigeren Verkehr sowie in der Tatsache gesehen, dass das automatisierte Fahren die Staus verringern wird (jeweils 37 Prozent).

Untersuchungsinhalte der Online-Befragung waren die wahrgenommenen Vor- und Nachteile des automatisierten Fahrens, die persönliche Einstellung dazu sowie die Einstellung gegenüber möglichen Herstellern automatisierter Fahrzeuge und das Thema Datenschutz im Auto.

Die Mehrheit der Befragten traut am ehesten einem Automobilhersteller zu, das erste (57 Prozent) und gleichzeitig erfolgreichste (62 Prozent) automatisierte Fahrzeug auf den Markt zu bringen. Zudem würde eine Mehrheit ein automatisiertes Auto vor allem von einem Automobilhersteller nutzen (53 Prozent). Einem großen Software- oder Computerunternehmen traut lediglich ein knappes Viertel der Befragten (24 Prozent) zu, das erfolgreichste automatisierte Fahrzeug zu etablieren. Nur 14 Prozent der Befragten sehen diese Chance bei anderen Unternehmen im Bereich Mobilität.




Männer erkennen in der Möglichkeit des automatisierten Fahrens tendenziell mehr Vorteile als Frauen. Zudem sind jüngere Befragte zuversichtlicher als ältere. Allerdings möchten die meisten im Einzelfall selbst über die Nutzung entscheiden können (44 Prozent). Jeder neunte Befragte (11 Prozent) würde automatisiertes Fahren generell dem manuellen Fahren vorziehen, da es weniger fehleranfällig sei. Bemerkenswert: Frauen möchten auch in Zukunft lieber selbst fahren (46 Prozent), Männer hingegen geben dies nur in 30 Prozent der Fälle an. „VDA: Mehrheit der Deutschen findet automatisiertes Fahren gut“ weiterlesen

Automatisiertes Fahren: HERE und Autoindustrie beraten über Datenstandard

HERE, ein Spezialist für digitale Karten, Verkehrsdaten und Location Intelligence, und ein Dutzend führender Unternehmen der Automobilindustrie haben sich am Dienstag in Auburn Hills, Michigan, getroffen, um ihre gemeinsamen Bemühungen für ein globales Schnittstellenformat weiter voranzutreiben. Damit wollen sie einen Standard definieren, wie fahrzeugeigene Sensordaten einheitlich an eine Location Cloud übermittelt werden können. Ziel ist es, die Entwicklung des automatisierten Fahrens weltweit zu beschleunigen und sicherzustellen, dass das Resultat dieser Bemühungen global und industrieweit verfügbar ist.

Unter den Teilnehmern befanden sich unter anderem Vertreter von Fiat Chrysler Automobiles, der Ford Motor Company, der General Motors Company, INRIX, der Robert Bosch GmbH und TomTom. Diese Bandbreite an Unternehmen unterstreicht die Bedeutung von industrieweiter Zusammenarbeit für branchenweite technologische Fortschritte in der Zukunft.Die Veranstaltung in Michigan folgte einem Initialtreffen im Juli dieses Jahres in Berlin, bei dem 16 Unternehmen bestehend aus Automobilherstellern, Systemlieferanten und Zulieferern zusammenkamen. Dort wurde in einem ersten Schritt bereits die Diskussion über die Etablierung eines einheitlichen Schnittstellenformats angestoßen. Sobald Fahrzeuge mit dem Internet verbunden sind, generieren sie eine Vielzahl an Daten. Die Möglichkeit diese Daten über alle Automobilhersteller hinweg global zu teilen und dabei die Privatsphäre der Fahrer zu schützen, ist essenziell, um automatisiertes Fahren zu verwirklichen.

Mit einem einheitlichen Schnittstellenformat können moderne Fahrzeuge Informationen über aktuelle Verkehrsverhältnisse wesentlich leichter in Echtzeit an die Cloud übermitteln – entscheidend, wenn es um die Verbesserung der Verkehrssicherheit geht. Die generierten Daten wären somit immer kompatibel, ganz gleich von welchem Hersteller ein Fahrzeug auch ist. Zudem können die Daten dadurch innerhalb kürzester Zeit gesammelt, verarbeitet und analysiert werden, um ein detailliertes Echtzeitbild der Verkehrsverhältnisse zu entwerfen. „Die zunehmende Vernetzung verändert die Automobilindustrie nachhaltig. Fahrzeuge werden sehr bald eine unglaubliche Anzahl von Daten generieren und uns damit dabei helfen, die Zahl der Staus und Unfälle auf den Straßen deutlich zu verringern“, sagt Ogi Redzic, Senior Vice President of Automotive bei HERE. „Eine Zukunft ohne Verkehrsunfälle wird wahrscheinlicher, wenn so viele Unternehmen wie möglich weltweit zusammenarbeiten, um Fahrzeuge in die Lage zu versetzen, sich ein vollumfassendes Bild von ihrer Umgebung zu machen.“ „Automatisiertes Fahren: HERE und Autoindustrie beraten über Datenstandard“ weiterlesen

Deloitte-Studie „Datenland Deutschland – Connected Car“: Großer Informationsbedarf bei Kunden

Mehr als 16 Milliarden Euro investieren Unternehmen derzeit in vernetztes Fahren. Die Deloitte-Studie „Datenland Deutschland: Connected Car – Generation Y und die nächste Generation des Automobils“ zeigt Nachholbedarf bei Bekanntheit, Leistungen und Systemen. Über die Hälfte der potenziellen Käufer hat noch nie etwas von Connected-Car-Services gehört – auch in der always-on-affinen Generation Y ist dieser Anteil erstaunlich hoch. Vielen Konsumenten ist nicht einmal bewusst, dass sie mit Navigations- und Infosystemen bereits vernetzte Angebote nutzen. Weniger als 10 Prozent geben an, Connected-Car-Services einzusetzen. Beim Kauf spielen bisher noch traditionelle Aspekte wie Motorisierung, Verbrauch und Leistung die entscheidende Rolle. Knapp 40 Prozent der Generation Y schauen auf diese klassischen Kriterien, bei den Älteren etwa 50 Prozent. Es besteht jedoch Interesse: So wünschen sich bei den Jüngeren rund 35 Prozent im nächsten Fahrzeug Connected-Car-Services, bei älteren Käufern immerhin 23 Prozent.

„Wollen Hersteller und Service-Anbieter nicht ähnliche Schwierigkeiten wie bei der Elektromobilität provozieren, müssen sie Konsumenten mit der Connected-Technologie verknüpfen. Konkret heißt das: die Bekanntheit der Angebote und ihrer Vorteile steigern, diese für Kunden erlebbar machen und verschiedene Bezahl- und Nutzungsmodelle anbieten. So kann die kritische Masse erreicht werden, die für den Durchbruch vernetzter Fahrzeuge erforderlich ist“, verdeutlicht Thomas Schiller, Partner Automotive bei Deloitte.

Es zeigt sich eine große Generationsübereinstimmung beim Thema Sicherheit. Jeweils rund zwei Drittel würden Stau- und Spurwechselassistenten sowie Kollisionsschutzsysteme nutzen. Navigationsservices wie Routenplanung, Parkplatzsuche und Umgebungsinformationen sind für fast 50 Prozent der Jüngeren relevant. Auch rund ein Drittel der Älteren sieht darin einen Mehrwert. Große Unterschiede gibt es hingegen bei Kommunikation, Entertainment und Fahrzeugmanagement. Zwischen 30 und 41 Prozent der 18- bis 29-Jährigen möchten diese Angebote nutzen. Mehr als 40 Prozent über 30 sehen im Unterhaltungsbereich hingegen keine sinnvollen Services. „Deloitte-Studie „Datenland Deutschland – Connected Car“: Großer Informationsbedarf bei Kunden“ weiterlesen

Intel startet Initiative zur Verbesserung der Cyber-Sicherheit im Auto

Der amerikanische Chiphersteller Intel hat ein sogenanntes „Automotive Security Review Board“ (ASRB) gegründet: Die Gruppe wird sich nach Angaben des Unternehmens aus internationalen Fachleuten für Cyber-Sicherheit sowie physische Sicherheit zusammensetzen und soll sich sowohl der Sicherheitsrisiken rund um das vernetzte Automobil annehmen als auch Innovationen fördern. Die ASRB-Experten werden laufend Sicherheitstests und Audits durchführen, mit dem Ziel, optimale Verfahrensweisen festzulegen und der Automobilindustrie Design-Empfehlungen für fortschrittliche Cyber Security-Lösungen und -Produkte an die Hand geben zu können. Intel stellt heute zudem die erste Version seiner Automotive Cyber Security Best Practices in Form eines Whitepapers vor und wird dieses basierend auf den Erkenntnissen des ASRB laufend aktualisieren.

Laut der Analysten von Gartner wird es bis zum Jahr 2020 150 Millionen vernetzte Fahrzeuge geben. Der Übergang in eine stärker verbundene Welt wird nur dann gelingen, wenn die Industrie einen besonderen Fokus auf Cyber-Sicherheit legt. „Wir können und müssen stärker Fahrzeuge gegen Cyber-Angriffe schützen”, sagt Chris Young, Senior Vice President und Geschäftsführer von Intel Security. „Mit der Hilfe des Automotive Security Review Boards kann Intel optimale Verfahrensweisen entwickeln und einen Beitrag dazu leisten, dass Schutztechnologien ein elementarer Bestandteil beim Design eines jeden Autos werden. Das ASRB ist die richtige Idee zur richtigen Zeit und wird für mehr persönliche Sicherheit auf den Straßen sorgen.”

Intel wird das ASRB mit modernen Intel Automotive-Entwicklungsplattformen ausstatten, auf deren Basis die Experten forschen können. Die Ergebnisse werden als Teil eines laufenden Prozesses veröffentlicht. Um ASRB-Experten anzuspornen, vergibt Intel ein neues Auto an das Board-Mitglied, das den wertvollsten Beitrag zur Cyber-Sicherheit leistet. Der Beitrag muss zudem auf der Intel Automotive-Plattform implementiert werden können. Details zur Intel-Entwicklungsplattform und den verschiedenen Sicherheitsaudit-Bereichen werden beim ASRB-Kick-Off-Treffen im Oktober vorgestellt. „Intel startet Initiative zur Verbesserung der Cyber-Sicherheit im Auto“ weiterlesen

Kienbaum: Autobauer hätten 2014 doppelt so viele E-Autos verkaufen können

Die Elektromobilität kommt in Deutschland nach wie vor nicht ins Rollen: Eine entscheidende Ursache ist, dass die Automobilkonzerne an den Kundenbedürfnissen vorbeiproduzieren, zeigt eine Analyse der Managementberatung Kienbaum. 30.000 anstatt 15.000 Elektroautos hätten die Autobauer in diesem Jahr absetzen können, wenn sie in denjenigen Segmenten Elektrofahrzeuge angeboten hätten, in denen potenziell Nachfrage besteht.

Kundenbefragungen, Experteninterviews und Marktprognosen der Kienbaum-Automotive-Experten belegen: Der breite Markt für Elektromobilität wird sich durch zwei Fahrzeugsegmente entwickeln und etablieren, weil in diesen Segmenten die Nachfrage am höchsten ist: Dies sind erstens kleine, innovative und dennoch preisgünstige, rein batterieelektrische Fahrzeuge, die als sogenanntes „Purpose Design“ eigens für die Elektromobilität konstruiert werden. Und zweitens Firmenwagen im Oberklasse-Segment im „Conversion Design“. Das heißt, sie werden als Elektro-Variante als Plug-in-Hybrider angeboten und parallel auch mit konventionellem Verbrennungsantrieb.

„Das große Problem: Das Angebot auf dem E-Mobility-Markt ist genau gegenteilig zur Nachfrage. Bei den kleinen, rein batteriebetriebenen Autos finden wir Conversion Designs wie den E-Up und den Smart vor und im Firmenwagensegment gibt es so gut wie gar keine deutschen Plug-in-Hybride“, sagt Harald Proff, Leiter der Kienbaum Global Practice Group Automotive.

Die Kienbaum-Analyse zeigt außerdem, dass die Autobauer verstärkt rein elektrische Fahrzeuge im mittleren Segment anbieten wie den E-Golf, die B-Klasse oder den A3-etron. „Für die Segmentkunden in dieser mittleren Preisklasse ist Elektromobilität aber noch überhaupt kein Thema. Hier sitzen nicht die sogenannten Early Adopter – also die frühzeitigen Anwender, wie wir sie in den Großstädten oder auch im Fuhrparkmanagement vorfinden. Die Autobauer sollten daher schnellstmöglich ihr Segment-Angebot umstellen, um um endlich die vorhandenen Kundenpotenziale zu heben“, sagt Harald Proff.

Autonomes Fahren wird zum Milliardenmarkt

Autonomes Fahren hat das Potential, die Automobilindustrie in den kommenden Jahren grundlegend zu verändern – sei es durch innovative Software-Technologien und Fahrzeugmodelle oder neue Nutzungsmöglichkeiten wie „Mobilität auf Abruf“. Voraussichtlich werden Autos ab 2030 völlig selbständig fahren, ohne dass der Fahrer eine aktive Rolle übernimmt. Daraus ergibt sich ein großes Marktpotenzial für die Automobilindustrie.

In ihrer neuen Studie „Autonomous driving“ gehen Fachleute des Beratungsunternehmens Roland Berger davon aus, dass der weltweite Markt für Komponenten wie Kameras, Sensoren oder Kommunikationssysteme ein zusätzliches Umsatzvolumen von 30 bis 40 Milliarden Dollar erreichen wird. Weitere Umsätze in Höhe von 10 bis 20 Milliarden Dollar könnten dann durch hochentwickelte Software und ähnliche Produkte generiert werden.

„Autonomes Fahren wird sich zunächst schrittweise durchsetzen, aber nach 2030 zu einer regelrechten Revolution in der Automobilindustrie führen“, erklärt Wolfgang Bernhart, Senior Partner von Roland Berger Strategy Consultants. „Deshalb sollten Automobilhersteller und Zulieferer heute schon darüber nachdenken, welche Rolle sie in diesem Zukunftsmarkt einnehmen möchten und ihr Geschäftsmodell danach ausrichten.“
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