Internet an Bord erschließt Fluggesellschaften Einnahmequellen

Internet an Bord erschließt Fluggesellschaften neue Einnahmequellen, da immer mehr Passagiere auch im Flugzeug online sein wollen und ihre Flüge danach auswählen. Noch können Airlines allein für den technischen Zugang Geld verlangen. Mittelfristig dient das Internet-Angebot an Bord aber vor allem als zusätzlicher Vertriebskanal, über den Kunden einkaufen, Flüge upgraden oder Meilen einlösen können. Insgesamt sind aus dem Online-Bereich auf Kurzstrecken Einnahmen von 1,20 Euro je Fluggast möglich, auf Langstrecken etwa 3,60 Euro. Die Erträge stammen nicht nur aus den Einnahmen für den kostenpflichtigen WiFi-Zugang, sondern auch aus gezielten Shopping-Angeboten, Werbung und Sponsoring. Das sind einige der wichtigsten Ergebnisse der aktuellen Roland Berger-Studie „Spread your wings“ über Chancen der On-Bord-Konnektivität im Fluggeschäft.

„Die Erträge aus dem reinen Flugticketverkauf sind seit Jahren rückläufig“, erklärt Martin Streichfuss, Partner von Roland Berger. „Umso wichtiger ist es für die Fluggesellschaften, neue Produkte zu entwickeln, für die Kunden Zahlbereitschaft zeigen. Denn schließlich haben alle Fluggesellschaften weltweit zusammen rund eine Milliarde Passagiere. Dahinter steckt für die Branche also ein großes Geschäftspotenzial.“

Internet-Verfügbarkeit an Bord als ausschlaggebendes Kriterium

Eine aktuelle Umfrage unter 20 internationalen Fluggesellschaften zeigt, welche Kriterien bei der Flugauswahl für Passagiere eine wichtige Rolle spielen. Standen in der Vergangenheit Faktoren wie Preis, Flugplan sowie die Marke des Anbieters oder bestimmte Produkteigenschaften im Vordergrund, gehört die Internet-Verfügbarkeit an Bord bei Suchanfragen auf Buchungsplattformen schon jetzt zu den drei wichtigsten Kriterien. „Internet an Bord erschließt Fluggesellschaften Einnahmequellen“ weiterlesen

Jeder Dritte von Identitätsklau im Netz betroffen

Gestohlene Kreditkartendaten, gefälschte Accounts in sozialen Netzwerken oder Missbrauch der E-Mail-Adresse für den Versand von Spam: Jeder dritte Deutsche ist schon einmal Opfer von Identitätsdiebstahl im Internet geworden. Drei von zehn Betroffenen haben dadurch einen finanziellen Schaden erlitten. Dieser lag im Schnitt bei 1.366 Euro. Zu diesen Ergebnissen kommt eine repräsentative Befragung zum Thema „Cyber Security“ unter 1.000 Bundesbürgern im Auftrag der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC.

Ein Drittel der Betroffenen erleidet finanziellen Schaden „Der Einkauf im Netz erfordert Umsicht, denn: Mit dem Namen, den Konto- und Kreditkartendaten sowie der Versandadresse hinterlassen Kunden beim Onlineshopping zahlreiche persönliche Daten“, sagt Gerd Bovensiepen, Leiter des PwC Geschäftsbereichs Handel und Konsumgüter in Deutschland und EMEA. Die Umfrage belegt: Je häufiger jemand im Internet einkauft, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Identitätsdiebstahls zu werden. Von den Befragten, die wöchentlich im Internet einkaufen, war fast jeder zweite schon einmal von Identitätsklau betroffen. Am häufigsten wurde dabei die E-Mail-Adresse als Absender für den Versand von Spam-Mails missbraucht (21 Prozent). Je sechs Prozent berichten, dass mit ihren Daten ein gefälschter Account angelegt wurde oder die Kreditkarten-Informationen gestohlen wurden. Aufgefallen ist den meisten Betroffenen der Betrug, weil sie Rechnungen für Einkäufe erhielten, die sie nie getätigt haben oder weil sie auf ihrem Kontoauszug falsche Abbuchungen bemerkten. Dann ist es häufig schon zu spät: In rund einem Drittel der Fälle von Identitätsdiebstahl erleiden Betroffene einen finanziellen Schaden, der sich im Schnitt auf 1.366 Euro beläuft. „Jeder Dritte von Identitätsklau im Netz betroffen“ weiterlesen

ifo Institut steht skeptisch zum forcierten Ausbau des schnellen Internets in Deutschland

Das ifo Institut steht skeptisch zu einem forcierten Ausbau des schnellen Internets in Deutschland. „Alle Informationen, die wir haben, deuten darauf hin, dass die besonders schnellen Internet-Verbindungen derzeit nur geringfügig genutzt werden von den Verbrauchern und den Unternehmen“, sagte am Donnerstag Oliver Falck, Leiter des ifo Zentrums für Industrieökonomik und neue Technologien.

„Daher sollte der Staat hier nicht breitflächig ohne Rücksicht auf Nutzerzahlen ausbauen. Es bestünde die Gefahr, dass Steuergelder verschwendet werden. Das schließt punktuelle Ausbauhilfen nicht aus. Zumindest mittelfristig erscheint ein flächendeckender Ausbau von Glasfaser-Verbindungen bis zum Endkunden (FTTH(B), der Milliardeninvestitionen erfordert, weder notwendig noch finanzierbar.“

Anlass für die Äußerung Falcks ist sein Aufsatz im ifo Schnelldienst 20/2016, der die Nutzerzahlen untersucht. Danach machten beispielsweise Anschlüsse mit mehr als 16Mbit/s nur 43,3 Prozent des Marktes aus, obwohl 85,9 Prozent der deutschen Haushalte Empfangsgeschwindigkeiten von mindestens 16Mbit/s zur Verfügung standen. Hinzu komme, so Falck, dass immer mehr Datennutzung mobil über das Handy oder andere tragbare Geräte erfolge.

Internet macht Menschen kreativ

Der Großteil der Menschen in Deutschland, Frankreich und Großbritannien hält sich für kreativ. Nach einer aktuellen, repräsentativen Umfrage des Londoner Trendforschungsinstituts Enders Analysis im Auftrag des internationalen Medien-, Dienstleistungs- und Bildungsunternehmens Bertelsmann halten sich 71 Prozent aller Deutschen, 73 Prozent aller Franzosen und 63 Prozent aller Briten für kreative Menschen.

Zwei Drittel der Befragten gaben an, dass sie das Internet mit seinen sozialen Netzwerken als Kreativ-Plattform nutzen. Zu den beliebtesten kreativen Tätigkeiten im Internet zählen laut Umfrage das Hochladen und Bearbeiten von Bildern und Videos sowie das Individualisieren von Geschenken und Fotobüchern. Mehr als ein Drittel der deutschen und britischen sowie die Hälfte aller befragten französischen Internetnutzer lässt sich von Online-Tutorials inspirieren. Rund ein Viertel der Befragten in Frankreich gab an, selbst Blogbeiträge zu publizieren; in Deutschland (12 Prozent) und Großbritannien (15 Prozent) sind die Nutzer in diesem Punkt verhaltener.

Die Studie, bei der Enders Analysis Europas kreative Zentren untersuchte, bestätigt die wirtschaftliche Relevanz der Kreativbranchen in Deutschland, Frankreich und Großbritannien. So erwirtschaften die dortigen rund 430.000 Kreativunternehmen eine Bruttowertschöpfung von jährlich etwa 135 Mrd. Euro und beschäftigen 3,5 Millionen Menschen.
Thomas Rabe, Vorstandsvorsitzender von Bertelsmann, erklärte: „Europa ist und bleibt ein kreatives Zentrum der Welt. Die Kreativunternehmen, zu denen auch Bertelsmann als europäischer Marktführer gehört, tragen im digitalen Zeitalter maßgeblich zu Wertschöpfung, Beschäftigung und gesellschaftlicher Teilhabe in Europa bei. Damit das auch in Zukunft so bleibt, bedarf es weiterhin verlässlicher politischer und regulatorischer Rahmenbedingungen.“



Wie die Enders-Studie zeigt, ist Deutschland – gemessen an der wirtschaftlichen Größe – weiterhin der führende Kreativstandort in Europa (ca. 52 Mrd. Euro Bruttowertschöpfung in 2013), gefolgt von Großbritannien (ca. 51 Mrd. Euro) und Frankreich (ca. 33 Mrd. Euro). In Deutschland arbeiten 1,1 Mio. Menschen in Kreativunternehmen, in Großbritannien und Frankreich je 1,2 Mio. Menschen. Die Wachstumsraten der Kreativindustrien in Deutschland, Großbritannien und Frankreich betrugen 15,5 Prozent, 27,6 Prozent und 0,2 Prozent; während die jeweilige Gesamtwirtschaft im gleichen Zeitraum um 14,7 Prozent (Deutschland), 16,8 Prozent (Großbritannien) und 9,2 Prozent (Frankreich) gewachsen ist. Dies zeigt, dass sich die britische Kreativindustrie im Vergleich zur Gesamtwirtschaft sehr stark entwickelte. In Deutschland ist das Wachstum der Kreativindustrie vergleichsweise moderat, während es in Frankreich hinter dem Wachstum der Gesamtwirtschaft zurück blieb.
Für 65 Prozent der Deutschen sind Medienunternehmen wichtig oder sehr wichtig für die Gesamtwirtschaft. Diese Meinung teilen 57 Prozent der Befragten in Frankreich sowie 37 Prozent der befragten Briten in Bezug auf ihr jeweiliges Land.
Für die Studie wurden im Auftrag von Bertelsmann im Juni 2016 durch das Meinungsforschungsinstitut YouGov insgesamt 5.267 Personen in Deutschland, Großbritannien und Frankreich zu ihren Ansichten über die Kreativwirtschaft sowie ihrem persönlichen Verhalten im Internet befragt.

Hannover Messe: Telekom drängt ins Internet der Industrie

Neue Plattformen, Partner und Produkte kündigt die Deutsche Telekom zur Hannover Messe an. Die weltweit wichtigsten Industriemesse startet am 25. April. Nach dem Messedebüt der Telekom im Jahr 2014 will der Konzern mit seinem dritten Auftritt zeigen, wie der Einstieg in das Internet der Dinge (engl. kurz: IoT) und Industrie 4.0 mit einfachen Mitteln gelingt. Wie schon zur CeBIT gilt auch zur Industriemesse das Motto: „Digitalisierung. Einfach. Machen.“

„Services für die Digitalisierung müssen raus aus dem Labor und rein in die betriebliche Praxis“, sagt Anette Bronder, Geschäftsführerin der Geschäfts-kundensparte T-Systems. Sie ist seit neun Monaten verantwortlich für die Digital Division des Konzerns. Viele Unternehmen schrecken bei der Digitalisierung noch vor der Komplexität zurück. Zum einen wächst die Zahl der Anbieter rasant, das erschwert Investitionsentscheidungen. Zum anderen geht die Vernetzung der Wirtschaft über die Grenzen der eigenen Wertschöpfungs-ketten hinaus. Dafür müssen die Firmen erst Vertrauen aufbauen.

Hier setzt die Telekom aus ihrer Sicht auf ein Alleinstellungsmerkmal
: „Keiner kann das Internet der Dinge alleine beherrschen. Deshalb investieren wir in ein Ökosystem aus Plattformen, Partnern und Produkten, mit dem wir unseren Geschäftskunden schnell und einfach eine vollständige Ende-zu-Ende-Lösung anbieten können“, erklärt Bronder. Schon im Geschäft mit Cloud Services hat sich die Telekom mit diesem Erfolgsmodell zu einem europäischen Marktführer entwickelt: In Europas modernstem Rechenzentrum in Biere, Sachsen-Anhalt, vereint T-Systems ein Cloud-Ökosystem von Technologie- und Software-Partnern als „House of Clouds“ unter einem Dach. „Hannover Messe: Telekom drängt ins Internet der Industrie“ weiterlesen

ELSTER: Erstmals 20 Millionen Steuererklärungen per Internet

Neuer Rekord bei der elektronisch abgegebenen Einkommensteuererklärung (ELSTER). Im vergangenen Jahr wurden 20 Millionen Steuererklärungen online eingereicht, so viele wie noch nie. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Anstieg um 3,9 Millionen oder fast einem Viertel. (24 Prozent), wie der Digitalverband Bitkom mitteilt. „Die elektronische Steuererklärung setzt sich immer mehr durch. Innerhalb von vier Jahren hat sich die Anzahl der online eingereichten Einkommensteuererklärungen noch einmal mehr als verdoppelt“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. „Wer das Verfahren einmal genutzt hat weiß: Es ist bequemer und weniger fehleranfällig als das Ausfüllen von Papierformularen.“

Da das ELSTER-Verfahren zur elektronischen Übermittlung von Steuerdaten standardisiert ist, findet es in einer Vielzahl professioneller Steuerprogramme Verwendung. Die nutzerfreundliche Software übernimmt auf Wunsch Eingaben aus den Vorjahren, ermöglicht eine Plausibilitätsprüfung der eingegebenen Daten und gibt auch für Laien verständliche Tipps zum Steuersparen. „Ganz abgesehen vom Komfortgewinn: Die geringe Investition in eine professionelles Steuersoftware kann sich durch eine höhere Steuerrückerstattung dank der Hinweise schnell rechnen“, so Rohleder.

Alternativ stellt die Finanzverwaltung das Programm „ElsterFormular“ zur Verfügung, das man sich auf der Website www.elster.de kostenlos herunterladen kann. Es ermöglicht die Dateneingabe in ein elektronisches Steuerformular, die Übernahme von unveränderten Angaben aus dem Vorjahr, eine Probeberechnung der Steuererstattung bzw. Steuernachzahlung und die verschlüsselte Übertragung der Steuererklärung an die Finanzverwaltung über das Internet. Man sollte stets darauf achten, jeweils die aktuellste Version der ELSTER-Software zu nutzen. Denn zum einen ändert sich das Steuerrecht von Jahr zu Jahr, zum anderen wird das Programm für die Datenübermittlung ständig überarbeitet, so dass ältere Versionen möglicherweise nicht funktionieren. Allerdings führt die Software vor Übertragung nur eine Plausibilitätsprüfung der Daten durch, sie gibt keine gezielten Hinweise, wie man Steuern sparen kann.

Damit ist sie kein Ersatz für eine professionelle Steuerberatungssoftware kommerzieller Anbieter oder die fachkundige Unterstützung durch einen Steuerberater.

Einkommensteuererklärungen für das Jahr 2015 sind bis zum 31. Mai 2016 an die Finanzverwaltung zu übermitteln. Wer allerdings einen Steuerberater beauftragt, hat noch sieben Monate länger Zeit.



Bitkom gibt folgende Tipps zur Nutzung der ELSTER-Software:

Ausfüllen der Steuererklärung: Bei der elektronischen Steuererklärung gibt man die steuerlichen Daten am Bildschirm in Masken ein, die den herkömmlichen Steuerformularen auf Papier entsprechen. Allerdings wird diese Form nach Beendigung der Eingaben beim Ausdruck der Erklärung nicht beibehalten. Dies erschwert dem Anwender die Überprüfung seiner Eingaben. Auch kann am Bildschirm jeweils nur ein Ausschnitt eines Formulars angezeigt werden. Beim Ausfüllen der elektronischen Steuererklärung sollte der Anwender sorgfältig vorgehen, die vom Programm gegebenen Erläuterungen beachten und alle in den Formularen gestellte Fragen beantworten. Denn wer grob fahrlässig für ihn günstige Eintragungen bei ELSTER vergisst, kann dies später nur noch eingeschränkt korrigieren lassen. Werden Angaben im Formular schlicht vergessen, liegt darin aber noch keine grobe Fahrlässigkeit. Irrtümer und kleinere Fehler können dem Steuerpflichtigen aber nicht zum Nachteil gereichen.

Vorausgefüllte Steuererklärung: Seit 2014 unterstützt die Finanzverwaltung die Steuerpflichtigen mit vorausgefüllten Steuererklärungen, die auch von kommerziellen Programmen abgerufen werden können. Steuerpflichtige haben die Möglichkeit, in die Daten Einblick zu nehmen, die das Finanzamt über sie gespeichert hat. Insbesondere sind solche Daten abrufbar, die Dritte für den Steuerpflichtigen übermittelt haben (z.B. Ertragsbescheinigungen von Kreditinstituten, elektronische Spendenbescheinigungen). Um seine Daten einsehen zu können, muss sich der Steuerpflichtige im ElsterOnlinePortal anmelden und authentifizieren. Darüber hinaus kann der Steuerpflichtige mit einer entsprechenden Vollmacht auch Dritte (z.B. seinen Steuerberater oder einen Lohnsteuerhilfeverein) bevollmächtigen, für ihn seine Daten einzusehen und bei der Erstellung der Steuererklärung zu verwenden.

Übermittlung der Daten: Die Daten der ausgefüllten elektronischen Steuererklärung werden von ElsterFormular verschlüsselt und mit Hilfe einer gesicherten Internetverbindung übertragen. Für die notwendige Authentifizierung des Antragstellers gibt es zwei Wege. Erstens: Übersendung eines unterschriebenen Papierausdrucks. Nach der elektronischen Übermittlung der Daten mit ElsterFormular druckt der Anwender die „Komprimierte Steuererklärung“ aus. Diesen Ausdruck unterschreibt er und sendet ihn per Post oder per Fax an das zuständige Finanzamt. Der zweite Weg ist das elektronische Zertifikat, mit dem die Steuererklärung komplett papierlos und ohne Unterschrift abgegeben werden kann. Das persönliche Zertifikat gibt es kostenlos unter www.elsteronline.de. Hierfür ist neben den persönlichen Daten nur die Eingabe der Steuernummer erforderlich.

Das Web-Angebot ElsterOnline: Ohne die Installation eines Programms kann inzwischen auch über das Web-Portal ElsterOnline eine elektronische Steuererklärung abgegeben werden. Dazu ist eine Registrierung erforderlich.

Zukunft des Besteuerungsverfahrens: Mit dem Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens befindet sich gegenwärtig eine Initiative im parlamentarischen Gesetzgebungsverfahren, die die Erstellung des Steuerbescheids automatisieren soll. Danach sollen Einkommenssteuererklärungen nicht mehr durch von einem Beamten im Finanzamt geprüft werden, der einen Steuerbescheid erstellt, sondern der Steuerbescheid soll dann vom Computer erstellt werden. Nur in Ausnahmefällen wird ein Finanzbeamter manuell die Angaben prüfen und in die Bescheiderstellung eingreifen. „Diese Entwicklung kommt für Juristen fast einer Revolution gleich und ermöglicht weitere Effizienzsteigerungen. Denn durch den Einsatz von geeigneten Risikomanagementsystemen kann sich die Finanzverwaltung auf die Prüfung jener Steuerfälle konzentrieren, bei denen Auffälligkeiten festgestellt werden, die sonst womöglich übersehen würden“, so Rohleder.

Daimler Trucks bringt seine Lastwagen ins Internet

120 Jahre nach Erfindung des Lastkraftwagens bringt Daimler Trucks den Lkw ins Internet. Weltweit sind schon rund 365.000 Nutzfahrzeuge von Daimler über die Systeme FleetBoard und Detroit Connect vernetzt. Der vollständig vernetzte Lkw soll einen radikalen Wandel des Transports einleiten, der den Straßengüterverkehr noch leistungsfähiger und effizienter macht – nicht nur für die Fahrer, Spediteure und Fahrzeughersteller, sondern für die gesamte Gesellschaft.

Seit 2013 ist Konnektivität fester Bestandteil der Unternehmensstrategie. Dazu investiert das Unternehmen allein in den nächsten fünf Jahren rund eine halbe Milliarde Euro in die Vernetzung seiner Lkws und die Schaffung zugehöriger Dienstleistungen und digitaler Lösungen. Beginnend im IAA-Jahr 2016 wird Daimler Trucks dadurch zusätzlich zum heute bereits umfangreichen Telematik-Angebot kontinuierlich neue Dienste auf den Markt bringen und seine Plattformen auch für Drittanbieter zugänglich machen. Außerdem hat das Unternehmen die organisatorischen Voraussetzungen für die digitale Transformation des Nutzfahrzeuggeschäftes geschaffen und in allen Geschäftseinheiten entsprechende Strukturen etabliert.

Ein Beispiel für die Möglichkeiten durch die digitale Vernetzung von Lkw präsentierte Daimler Trucks heute auf der Autobahn A52 bei Düsseldorf: Drei über WLAN vernetzte, autonom fahrende Lkw waren als sogenannter Platoon mit Straßenzulassung im öffentlichen Verkehr unterwegs. In dieser Verbindung lässt sich der Kraftstoffverbrauch um sieben Prozent und die benötigte Fahrbahnfläche auf Autobahnen um knapp die Hälfte reduzieren – bei gleichzeitig mehr Sicherheit auf der Straße. Aufbauend auf dem Daimler Trucks-System Highway Pilot für autonomes Fahren von schweren Lkw vernetzen sich dabei drei Fahrzeuge zu einem aerodynamisch optimalen, vollautomatischen Verbund. Das weiterentwickelte System nennt Daimler Trucks Highway Pilot Connect.

Bernhard: „Wir schaffen ein neues, hochleistungsfähiges und offenes Logistik-Netzwerk.“

Wolfgang Bernhard, im Vorstand der Daimler AG verantwortlich für Daimler Trucks & Daimler Buses: „Wir bringen den Lkw ins Internet – und machen ihn zum mobilen Daten-Zentrum des Logistik-Netzwerks. Der vernetzte Lkw verbindet alle am Transport Beteiligten: Fahrer, Disponent, Flottenbetreiber, Werkstatt, Hersteller, aber auch Versicherungen oder staatliche Behörden. Sie erhalten Informationen in Echtzeit, die vorher so nicht verfügbar waren: Zum Zustand von Fahrzeug und Auflieger, zu Verkehrs- und Witterungsverhältnissen, zur Belegung von Rastplätzen und vieles mehr.“

„Unsere Lkw vernetzen sich vollständig mit allen Transportbeteiligten, sie senden und empfangen permanent Informationen. Diese Echtzeitdaten können alle im Logistikprozess für ihre Bedarfe nutzen. So lassen sich künftig beispielsweise Wartezeiten beim Be- und Entladen reduzieren, Verwaltungsaufwand verringern und Staus vermeiden. Durch technische Updates über Funk oder die automatische Übermittlung der Ankunftszeit des Lkw in der Werkstatt lassen sich auch die Servicezeiten deutlich senken. Damit steigern wir die Leistungsfähigkeit des gesamten Warentransports erheblich. Das ist eine Riesenchance, das wachsende Güteraufkommen intelligent zu bewältigen – und wir werden sie nutzen“, so Bernhard weiter.
“Heute legt Daimler den Grundstein für die Dritte Industrielle Revolution. In der Ära des Internets der Dinge werden alle Geräte und Maschinen über Sensoren verfügen, die jederzeit sekundenaktuelle Informationen liefern können. Dies wird die Art und Weise, wie wir wirtschaften, grundlegend verändern. Das Internet der Dinge eröffnet völlig neue Chancen“, betont Jeremy Rifkin, Autor, Soziologe und Zukunftsforscher anlässlich der Veranstaltung Campus Connectivity.




400 Sensoren eines heutigen Daimler Lkw erfassen Daten aller Art

Der weltweite Transport von Gütern ist Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum. Mehr Waren in der Zukunft zu transportieren verlangt aber auch nach innovativen Lösungen, wenn es nicht zum Verkehrskollaps kommen soll. Ein zentraler Ansatz dafür ist, den Lkw vollständig in das Internet der Dinge einzubinden. Die Smart Trucks von Daimler haben das Potenzial, den Transport von Waren in den kommenden Jahren umfassend zu verändern. Schon heute erzeugt Daimler Trucks auf Basis seiner rund 400 Sensoren wertvolle Informationen und ist mit Software von 100 Millionen Zeilen Code voll vernetzt – mehr als in einem Jet.

Wolfgang Bernhard: „Für eine erfolgreiche Logistik sind Echtzeit-Daten entscheidend – und unsere Lkw können diese Daten liefern. Deshalb investieren wir bis zum Jahr 2020 rund eine halbe Milliarde Euro, um unsere Lkw mit ihrer Umwelt zu vernetzen und konkrete neue Anwendungen zu entwickeln. Das bringt unseren Kunden einen Leistungsschub und macht ihr Geschäft zudem sicherer und umweltschonender. FleetBoard und Detroit Connect werden wesentlich dazu beitragen, bislang noch ungenutzte Potenziale im Straßengüterverkehr zu heben – sowohl in den hoch entwickelten Märkten der Triade als auch in den Schwellenländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas.“

365.000 Nutzfahrzeuge bei Daimler bereits vernetzt

Aus der Vielzahl von Daten, die ein Truck senden und empfangen kann, entstehen völlig neue Möglichkeiten für die gesamte Logistikbranche und die Gesellschaft. Bislang sind die verschiedenen Bereiche des Logistik-Netzwerks nur unzureichend miteinander verbunden. Oft fehlen Informationen für einen reibungslosen Ablauf oder sind diese nicht miteinander vernetzt. So sind in Europa immer noch rund 25 Prozent aller gefahrenen Lkw-Kilometer Leerfahrten. Durch neue Frachtbörsen auf Basis der Daten aus dem vernetzten Lkw können Logistik-Unternehmen ihre Fahrzeuge künftig deutlich besser auslasten und damit Leerfahrten reduzieren. Ein anderes Beispiel: Allein die deutschen Verkehrsteilnehmer litten 2015 unter rund 568.000 Staus mit einer Gesamtlänge von rund 1,1 Millionen Kilometern – erhöhter Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß inklusive. Durch die Verfügbarkeit und den Austausch von Verkehrsdaten in Echtzeit können Lkw mit intelligenten Sensoren künftig Auffahrunfälle vermeiden oder Staus umfahren. Gleichzeitig lassen sich auch die Ausfallzeiten von Trucks reduzieren wenn der Lkw selbst frühzeitig eine Störung meldet und das Fuhrunternehmen die Wartung während bereits vorgesehenen Standzeiten zwischen zwei Transportaufträgen einplanen kann.

FleetBoard seit 15 Jahren führender Telematik-Dienst für Lkw – künftig Nukleus der neuen Einheit Digital Solutions & Services

Daimler Trucks startet mit der Vernetzung seiner Lkw nicht erst heute. Das Tochterunternehmen FleetBoard setzt seit dem Jahr 2000 für Mercedes-Benz Standards in der Telematik und gehört zu den erfolgreichsten und innovativsten Anbietern weltweit. FleetBoard sammelt eine Vielzahl von Zustands-, Tour- sowie von Positionsdaten des Fahrzeugs und überträgt sie durch Mobilfunk an die Zentrale. FleetBoard bietet eine Vielzahl an Einzeldiensten rund um das Fuhrpark-, Auftrags- und Fahrermanagement, welche sich Kunden nach Bedarf zusammenstellen können. Derzeit sind rund 180.000 Fahrzeuge bei rund 6.000 Kunden mit FleetBoard–Systemen unterwegs. FleetBoard vernetzt dabei nicht nur Fahrzeuge von Mercedes-Benz. Auch Fahrzeuge anderer Hersteller können jederzeit mit der FleetBoard-Hardware nachgerüstet und problemlos in das eigene Logistikmanagement eingebunden werden. Somit haben auch Unternehmen mit einem gemischten Fuhrpark jederzeit den Überblick über ihre gesamte Flotte.




„Als im November 2007 das erste iPhone vorgestellt wurde, nutzten unsere Kunden schon sieben Jahre lang FleetBoard. Seit inzwischen über 15 Jahren können sie damit sowohl in ihren Lkw der Marke Mercedes-Benz als auch in den Fahrzeugen anderer Fabrikate ihr Fuhrpark- und Fahrermanagement effizient steuern. Niemand hat auf diesem Gebiet mehr Erfahrung als Mercedes-Benz Lkw“, unterstreicht Stefan Buchner, Leiter Mercedes-Benz Lkw.

Um auch in Zukunft an der Spitze der Entwicklung neuer digitaler Lösungen rund um den vernetzen Lkw zu stehen, schafft Mercedes-Benz Lkw zum 1. April 2016 die neue Einheit Digital Solutions & Services. Die Leitung des neuen Bereichs übernimmt Frau Dr. Daniela Gerd tom Markotten (41), die langjährige Erfahrung aus dem Bereich der IT-gestützten Fahrzeug-Telematik mitbringt. Der Bereich, der als Nukleus auch die FleetBoard GmbH enthalten wird, steuert künftig alle Aktivitäten rund um die digitalen Anwendungen der Nutzfahrzeuge mit Stern – eng vernetzt mit den anderen Geschäftsbereichen. Ziel ist es, damit auch organisatorisch die Voraussetzungen für die Entwicklung digitaler Innovationen in diesem hoch-dynamischen Bereich zu schaffen. Denn während die Entwicklung eines Lkw rund neun Jahre beansprucht, stehen für die Programmierung von Software zur anwenderorientierten Nutzung von Echtzeitdaten aus dem Lkw nur wenige Monate zur Verfügung.

Auch in Nordamerika bereits über 185.000 Fahrzeuge mit Detroit Connect vernetzt

Auf dem wichtigen Nutzfahrzeug-Markt Nordamerika treibt Daimler Trucks die Aktivitäten im Bereich vernetzter Dienstleistungen über die strategische Partnerschaft mit Zonar Systems Inc. weiter voran. Erst 2015 wurde die Zusammenarbeit über eine Minderheitsbeteiligung der US-Tochter Daimler Trucks North America (DTNA) an Zonar vertieft. Zonar Systems Inc. ist einer der führenden Anbieter von Logistik-, Telematik- und Konnektivitätslösungen auf dem nordamerikanischen Markt. Daimler Trucks North America und Zonar verbindet bereits eine langjährige Partnerschaft im Bereich des vernetzten Lkw. Im Jahr 2011 brachte DTNA gemeinsam mit Zonar das Ferndiagnose-System Virtual Technician und die Komplettlösung Detroit Connect auf den Markt. Detroit Connect ist die erste Telematik-Lösung in den USA und in Kanada, die die Ursache für Störmeldungen schon während der Fahrt ermitteln kann. Kunden und Fahrer von mehr als 185.000 Fahrzeugen haben inzwischen mehrere Milliarden von Kilometern mit Detroit Connect zurückgelegt.

Das System Virtual Technician als Teilkomponente von Detroit Connect sendet bei aufleuchtender Warnanzeige eine Echtzeitaufnahme vom technischen Zustand des Motors an das Detroit Kundenservice Center. Dort werden die Daten innerhalb kürzester Zeit analysiert. Auf dieser Basis erhält der Betreiber innerhalb weniger Minuten eine Handlungsempfehlung via E-Mail, z.B. ob das Fahrzeug direkt eine Werkstatt ansteuern muss oder der Wartungstermin auch nach Abschluss des Transportauftrags eingeplant werden kann.

Im Zusammenspiel mit dem Virtual Technician ermöglicht es die sogenannte Ground Traffic Control Software von Zonar dem Fuhrparkbetreiber oder Fahrer, den genauen Standort, die Geschwindigkeit oder den Benzinverbrauch eines Trucks oder einer ganzen Flotte jederzeit im Blick zu behalten. Als mobiles Endgerät ermöglicht Zonar’s 2020 Tablet dem Kunden, Service-Zeiten leichter im Blick zu behalten, die Fahrer mit Text- oder Voice-Botschaften zu informieren, Inspektionen vor und nach der Fahrt zu dokumentieren und eine professionellere Navigation zu nutzen.

Autonomes Truck Platooning senkt Kraftstoffverbrauch und CO2

Mit der Weltpremiere des Systems Highway Pilot Connect präsentierte Daimler Trucks auf der Autobahn A 52 bei Düsseldorf heute auch live ein konkretes Beispiel für die Vorteile elektronischer Vehicle-to-Vehicle-Vernetzung (V2V) und gleichzeitig den nächsten Meilenstein beim autonomen Fahren: Die Technologie ermöglicht das elektronische Ankoppeln von Lkw auf Autobahnen und Fernstraßen, auch bekannt unter der Bezeichnung Platooning. Miteinander vernetzte Lkw im Platoon benötigen nur 15 statt 50 Meter Abstand. Durch diesen deutlich geringeren Abstand verringert sich der Luftwiderstand erheblich – vergleichbar dem Windschattenfahren im Radsport. Auf diese Weise spart ein Truck-Platoon dreier Lkw rund sieben Prozent Kraftstoffverbrauch und reduziert den CO2-Ausstoß gleichermaßen. Damit sind Verbrauchswerte von 25 l/100 km für einen beladenen Sattelzug mit 40 Tonnen Gesamtgewicht möglich. Das entspricht einem Verbrauch von lediglich 0,66 l/100 km pro Tonne Gewicht oder einer CO2-Emission von 13,3 Gramm pro Kilometer und Tonne Gewicht. Das ist weit niedriger als bei jedem Pkw mit Verbrennungsmotor.




Parallel dazu ermöglicht das Platooning eine deutlich effizientere Nutzung der Straße: Durch den geringeren Abstand der Fahrzeuge verkürzt sich ein Platoon aus drei gekoppelten Lkw auf nur noch 80 Meter. Im Gegensatz dazu benötigen drei nicht elektronisch miteinander gekoppelte Lkw in Summe 150 Meter Fahrbahnfläche. Gleichzeitig macht Platooning den Straßenverkehr deutlich sicherer: Während der Mensch am Steuer eine Reaktionszeit von 1,4 Sekunden hat, gibt der Highway Pilot Connect die Bremssignale in weniger als 0,1 Sekunden an die Folgefahrzeuge weiter. Diese deutlich verkürzte Reaktionszeit kann maßgeblich dazu beitragen, Auffahrunfälle wie beispielsweise an Stauenden auf Autobahnen deutlich zu verringern.

„Der smarte, sich selbst optimierende Truck hat für uns höchste Priorität. Durch die vernetzte Kommunikation des Lkw mit anderen Fahrzeugen und seiner Umwelt verbessern wir den Verkehrsfluss und reduzieren Kraftstoffverbrauch und Emissionen. Gleichzeitig tragen intelligente Lkw dazu bei, die Zahl der Verkehrsunfälle zu senken. Das ist ein weiterer wichtiger Schritt auf unserem Weg zum unfallfreien Fahren“, unterstreicht Sven Ennerst, Leiter Truck Product Engineering & Global Procurement.

Highway Pilot Connect baut auf das bereits bestehende System für teilautonomes Fahren von Daimler Trucks auf

Basis des Highway Pilot Connect ist die Vernetzung der Fahrzeuge untereinander sowie eine präzise Wahrnehmung ihrer Umgebung. Dabei setzt der Highway Pilot Connect auf das bereits bewährte Highway Pilot-System von Daimler Trucks auf. Dieses System ermöglicht das teil-autonome Fahren von Lkw und wird seit Oktober 2015 in einem Mercedes-Benz Serien-Actros im realen Straßenverkehr in Deutschland getestet. Erstmals präsentiert wurde der Highway Pilot im Juli 2014 in der Studie Mercedes-Benz Future Truck 2025, gefolgt von der ersten Straßenzulassung überhaupt für einen autonom fahrenden Lkw im Mai 2015 für den Freightliner Inspiration Truck.

Im Vergleich zum herkömmlichen Highway Pilot verfügt der Highway Pilot Connect über die technische Zusatzfunktion für die Koppelung zwischen den Fahrzeugen. Ein spezielles V2V- Kommunikationsmodul an Bord der Fahrzeuge ermöglicht den direkten Datenaustausch der Lkw untereinander. Das Modul kommuniziert über einen speziellen WLAN-Standard, der ausschließlich für V2V-Anwendungen im Automobilbereich vorgesehen ist. Darüber tauscht sich der Highway Pilot Connect pausenlos mit anderen Lkw und der Infrastruktur aus.

Großer Vorteil: Automatische Lenkung auch unabhängig vom Platoon

Das große Plus des Highway Pilot Connect: Aufgrund ihrer Technik sind sämtliche Fahrzeuge eines solchen Platoons gleichzeitig autonom fahrende Lkw. Sie können ihre Richtung unabhängig vom vorausfahrenden Fahrzeug einhalten und dank ihrer Kombination aus Längs- und Querführung jederzeit auf unerwartete Situationen reagieren. Das gilt beispielsweise auch für das Ein- und Ausscheren anderer Fahrzeuge. In diesem Fall kann das Fahrzeug übergangslos vom Platoon entkoppeln und alleine im autonomen Modus weiterfahren. Der Fahrer muss dazu nicht eingreifen. Interessant ist die Möglichkeit einer Kopplung von drei und mehr Fahrzeugen vor allem in Ländern mit entsprechender Infrastruktur. Beispielsweise in den USA oder Australien legen die Lkw auf den Highways lange Strecken ohne Brücken oder Ausfahrten quer über den jeweiligen Kontinent zurück.




Harmonisierte, grenzüberschreitende Regulation ist zentrale Voraussetzung für den effizienten Straßengüterverkehr der Zukunft

Daimler Trucks wird mit seinen drei Mercedes-Benz Actros Highway Pilot Connect-Lkw auch an der European Truck Platoon Challenge 2016 (EU TPC) teilnehmen – eine Initiative der Niederlande im Zuge ihrer EU-Ratspräsidentschaft. Im Rahmen der European Truck Platoon Challenge fahren sechs europäische Nutzfahrzeug-Hersteller mit Lkw-Platoons aus verschiedenen europäischen Städten am 6. April 2016 den Hafen von Rotterdam an. Mit der EU TPC adressieren die sechs Hersteller gemeinsam mit der niederländischen Regierung die Notwendigkeit einer harmonisierten, grenzüberschreitenden Regulation, um effizienten Straßengüterverkehr EU-weit zu erleichtern.

Datensicherheit im Blick

Für Daimler steht bei der Nutzung von vernetzten Diensten die Selbstbestimmungdes Kunden im Vordergrund. Er muss selbst entscheiden können, ob und für welchen Zweck seine Daten genutzt werden dürfen. Eine Voraussetzung für die Akzeptanz des vernetzten und autonomen Fahrens ist der sichere und verantwortungsvolle Umgang mit Daten. Daher begleitet Daimler die Entwicklungen auf diesen neuen Technologie- und Innovationsfeldern mit hohen Standards zu Datenschutz und Datensicherheit. Für FleetBoard garantieren beispielsweise hochleistungsfähige Rechner im European Data Center der Daimler AG in Stuttgart eine sichere Verarbeitung der Daten und deren verschlüsselte Übertragung rund um die Uhr. Damit entspricht die Datensicherheit von FleetBoard dem hohen Bankenstandard.

Experten rechnen bis 2050 weltweit mit Verdreifachung des Transportvolumens im Straßengüterverkehr

Nach wie vor finden 75 Prozent des Gütertransports in Europa auf der Straße statt. Global rechnen Experten bis 2050 mit einer Verdreifachung des transportierten Volumens im Straßengüterverkehr aus. Mit der Vernetzung von Lkw mit anderen Verkehrsteilnehmern und der Umwelt kann der gesamte Warentransport sicherer, schneller und gleichzeitig umweltschonender organisiert werden. Angesichts wachsender Warenströme, einer beanspruchten Infrastruktur und einer sensiblen Umwelt bieten sich damit vielversprechende Aussichten für die Gesellschaft und alle am Transport Beteiligten.

Umfrage: Fast jeder Zweite ist Opfer von Cybercrime

Fast die Hälfte der Deutschen (48 Prozent) sind bereits Opfer von Internetkriminalität geworden. Am häufigsten sind Internetnutzer aller Altersgruppen von Viren, Trojanern oder Computerwürmern betroffen, 45 Prozent sind schon einmal in Kontakt mit so genannter „Malware“ gekommen. Es folgen Phishing-Delikte wie die Entwendung von Zugangsdaten mit acht Prozent sowie Identitätsdiebstahl mit vier Prozent Betroffenen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage von TNS Emnid im Auftrag der Computerhilfe der Deutschen Telekom. Die Meinungsforscher befragten 1.070 Internetnutzer nach ihrem Umgang mit persönlichen Daten im Internet zum „Safer Internet Day“ am 9. Februar.

Was vielen Usern – ob privat oder beruflich im Internet unterwegs – wenig bewusst ist: Wir alle hinterlassen mit jedem Klick eine Datenspur im Netz. Ob Online-Bestellung, soziale Netzwerke oder Online-Umfrage, es werden immer persönliche Daten digital preisgegeben. Die Sensibilität dafür variiert dabei sehr, zeigen die Umfrage-Ergebnisse.

So geben insgesamt 54 Prozent der Befragten ihren Namen ohne größere Bedenken im Internet weiter, bei den 30- bis 39-Jährigen sind es 60 Prozent, von den über 60-Jährigen 42 Prozent. Ähnlich ist es beim Umgang mit der E-Mail-Adresse: Hier gab die Hälfte der Befragten an, diese sorglos weiterzugeben, die 30- bis 39-Jährigen sogar zu 61 Prozent. Die vorsichtigste Altersgruppe sind erneut die über 60-Jährigen, von denen nur 36 Prozent ihre E-Mail-Adresse ohne Nachdenken im Netz angeben.

Bewusstsein für Datenmissbrauch bei Bildern

Anders sieht es bei Anschrift, Telefonnummer und Fotos aus: Mit diesen Daten gehen die Befragten deutlich sensibler um. Nur 29 Prozent der Befragten haben kein Problem, ihre Anschrift zu nennen, immerhin 21 Prozent geben ihre Telefonnummer ohne Zögern ein. Bei Bildern ist das Ergebnis eindeutig: Nur 13 Prozent der Studienteilnehmer geben diese leichtfertig weiter. Sorgloser ist die „Generation Selfie“ (14-39 Jahre): Hier geben 19 Prozent an, Bilder bedenkenlos ins Netz zu stellen, während dies bei der Gruppe über 40 nur 8-10 Prozent angeben.


Empfehlungen für den Schutz persönlicher Daten

„Grundsätzlich sollte man bei der Weitergabe persönlicher Daten im Internet sehr zurückhaltend sein“, betont Jochen Beck, Experte von der Computerhilfe der Telekom. Ansonsten gelten generelle Sicherheitstipps: „Die Software sollte immer auf dem neuesten Stand sein, um Sicherheitslücken in Browser, Betriebssystem oder Virensoftware zu schließen. Internetnutzer sollten auf sichere Passwörter achten, diese regelmäßig wechseln und internetfähige Geräte damit schützen. Vorsicht ist beim Download von Daten und Software geboten, diese sollten nur von vertrauenswürdigen Seiten der Hersteller geladen werden“, betont Beck. Bei Nutzung eines WLAN-Netzwerks sollte dieses mit dem aktuellen Verschlüsselungsstandard gesichert werden. Und schließlich sollten in sozialen Netzwerken private Fotos und Informationen nicht öffentlich gepostet werden.

Und wenn trotz aller Vorsicht etwas schief gegangen ist? Die Mehrheit der Opfer von Internetkriminalität hat das Problem selbst in den Griff bekommen (56 Prozent), ergab die Umfrage. Das trifft aber lediglich für die jüngeren Internetnutzer zu: Die über 50-Jährigen gaben mehrheitlich an, das Problem nur mit fremder Hilfe gelöst zu haben.

Gesundheitswesen und Medizin: Der Hausbesuch per Internet

Deloitte-Studie: „Zuhause“-Medizin und vernetzte Wearables – neue Schwellenländer entstehen

In vier Jahren wird die Welt des Gesundheitswesens und der Medizin vielerorts eine komplett andere sein, wie die globale Deloitte-Studie „Health Care And Life Sciences 2020 – Taxing Times Ahead“ zeigt. Patienten sind dann selbstbewusst, besser informiert, haben Zugriff auf ihre elektronischen Patientenakten – und müssen ihr Zuhause nicht mehr unbedingt verlassen, um Leistungen in Anspruch zu nehmen. Sie übernehmen mehr Verantwortung für ihre Gesundheit – beispielsweise fordern sie im Krankheitsfall spezifische Behandlungsmethoden, für die sie auch bereit sind zu bezahlen. Die digitale Vernetzung erobert Praxen: Krankenhäuser, niedergelassene Ärzte, Pharma-Unternehmen und Patienten sind über „smarte“ Endgeräte und Wearables verbunden. Dieser Trend bringt weitere Marktteilnehmer hervor, die Technologien zur Frühdiagnostik entwickeln. Auch in Steuerfragen wird die Gesetzgebung international vernetzt und vereinheitlicht, was zu einer höheren Transparenz führt. Ihre geografische Ausdehnung und demografische Besonderheiten machen Lateinamerika, Indonesien, Vietnam und Afrika zu den neuen Emerging Markets.

„Technologie oder das reine Smartphone allein sind nicht der Königsweg für die Lösung aller Probleme im Gesundheitswesen. Sehr Erfolg versprechend ist aber das Zusammenwachsen von digitalem Gesundheitswesen und menschlicher Interaktion“, sagt Gregor-Konstantin Elbel, Partner/Leiter Life Sciences & Health Care bei Deloitte.

Patient 2020: vom passiven Leistungsempfänger zum bewussten Konsumenten

Der Patient im Jahre 2020 weiß mehr über sein genetisches Profil, seine Krankheiten und Gesundheitsrisiken sowie über das Leistungsangebot. Prävention steht im Fokus: Patienten wenden Zeit, Energie und Geld auf, um gesund zu bleiben. Zunehmend akzeptieren sie Anreizsysteme, die gesundes Verhalten belohnen, zum Beispiel in Form von Beitragsrückerstattung oder Boni für Nichtraucher. Online-Patienten-Communities sind exponentiell gewachsen und bilden eine reichhaltige Quelle etwa für Arzneimittelbewertungssysteme. Behörden und die Wirtschaft arbeiten mit Patienten-Communities, Kliniken und Kostenträgern zusammen, um kostenoptimierte Best-Practice-Behandlungsmethoden zu entwickeln.



Der Doktor kommt ins Haus – virtuell

Krankenpflege verlagert sich nach Hause. Da mobile digitale Kommunikation überall verfügbar ist, werden Arzt-Patienten-Kontakte zunehmend virtuell. Stationäre Behandlung beschränkt sich auf Notfall- und Trauma-Patienten. Die Produktivität im Gesundheitswesen steigt signifikant: An die Stelle langer Warte- und Anreisezeiten treten ärztliche Konsultationen via Tele-Medizin und Ferndiagnosen mit digitaler Anamnese.

Wearables erreichen Massenmarkt

Die Nachfrage nach Wearables wächst rasant. Die smarten Endgeräte am ganzen Körper haben das Potenzial, die Medizin auf den Kopf zu stellen – mit Fernüberwachung vitaler Körperfunktionen, Therapieempfehlungen und Früherkennung. Der Umsatz mit Gesundheits-Apps – im Jahr 2013 betrug er 2,4 Milliarden US-Dollar – wird voraussichtlich bis zum Jahr 2017 auf 26 Milliarden US-Dollar steigen. Die Anzahl verfügbarer Apps für iOS und Android hat sich in zweieinhalb Jahren mehr als verdoppelt (Q1/2014: 100.000 Apps).

Transparenz in Steuerfragen

Die internationalen Steuerreformen gegen Steuervermeidung und Gewinnverschiebungen der OECD gegen BEPS („Base Erosion and Profit Shifting“) wirken sich auch auf Unternehmen im Life-Sciences- und Health-Care-Sektor aus. Sie erhöhen die Transparenz in Steuerfragen und weiten z.B. ihre Transfer-Pricing-Dokumentationsprozesse aus, da die Anzahl der Steuerprüfungen steigt. Durch die große Bedeutung von Daten und Technologie schaffen Regierungen international Steueranreize für Konzerne, Aktivitäten wie Data Analytics im eigenen Land voranzutreiben.

Neue Geschäftsmodelle: Schwellenländer als Entwicklungsstandorte

Auch 2020 werden die USA, Japan und Westeuropa die Hauptabsatzmärkte für die großen Pharmakonzerne bleiben. Doch zu den heutigen Schwellenländern Brasilien, Russland, Indien und China gesellen sich neue Player in Lateinamerika, Vietnam, Indonesien und Afrika. Indonesien und Nigeria stehen hier an erster Stelle hinsichtlich Fläche, geografischer Ausdehnung und der besonderen Herausforderungen: eine sehr junge Bevölkerung, deren Bedürfnisse unbefriedigt bleiben; viele Infektionskrankheiten und nicht zuletzt Armut. Wo heute nur Generika produziert werden, entstehen neue Standorte für Forschung und Entwicklung sowie die Produktion von individuell auf die lokalen Bedürfnisse abgestimmten Medikamenten mit speziellen Preismodellen. „Erstes in einem Schwellenland entwickeltes Arzneimittel in den USA zugelassen“ könnte eine Schlagzeile im Jahre 2020 lauten. Oder auch: „Zum ersten Mal geht ein indonesischer Pharmakonzern in den USA und in der EU auf Einkaufstour.“

„Der wichtigste Schlüssel zum Erfolg liegt für Unternehmen aus dem Life-Sciences-Sektor darin, Partnerschaften einzugehen, die sich die Technologie zunutze machen, und zugleich Behandlungsverfahren anzubieten, die auf Vertrauen basieren und den Patienten in den Mittelpunkt rücken. Dabei gilt es, ein Gleichgewicht herzustellen zwischen der Zuwendung von Mensch zu Mensch auf der einen Seite und der Nutzung der Technologie auf der anderen. Es bleibt spannend zu sehen, wie schnell die Entwicklungen auch in Deutschland substanziell ankommen werden“, so Elbel.

Checker des HPI: 35 Millionen geraubte Identitätsdaten analysiert

Sicherheitsforscher des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) haben in diesem Jahr in speziellen Internetforen fast 35 Millionen geraubte Identitätsdaten aufgespürt. Dort hatten in 15 Fällen Cyberkriminelle diese veröffentlicht und damit auch für mögliche weitere illegale Handlungen zugänglich gemacht. Wie HPI-Direktor Christoph Meinel mitteilte, kann jedermann mit dem „Identity Leak Checker“ des Instituts kostenlos überprüfen, ob seine persönlichen Identitätsdaten betroffen sind. Wer auf https://sec.hpi.de/ilc seine E-Mailadresse eingibt, erfährt nach einem Abgleich sofort, ob diese in Verbindung mit anderen persönlichen Daten (zum Beispiel Passwörtern oder Kontonummern) offengelegt wurde und so missbraucht werden könnte.

„Wir können solche Abgleiche mittlerweile mit mehr als 215 Millionen erfasster Daten aus so genannten Leaks durchführen“, sagte Meinel. Ende 2014 waren es noch rund 180 Millionen gewesen. Die in diesem Jahr erfassten Daten stammen aus 15 Quellen wie zum Beispiel Ashley Madison, Skype, Twitter und Minecraft. Aber auch Leaks aus weniger bekannten Quellen wie Lizard Stresser, Sprashivai oder Impact Mailorder lieferten Informationen.

Vorsicht Falle Foto: HPI/K. Herschelmann
Vorsicht Falle Foto: HPI/K. Herschelmann

„Es gab in diesem Jahr sehr viele große Datendiebstähle, bei denen jeweils mehr als eine Million Sätze von Identitätsdaten geraubt und anschließend veröffentlicht wurden“, berichtete der Potsdamer Internetsicherheitsforscher. Vermehrt seien so genannte Dating-Portale wie Ashley Madison oder Adult Friend Finder angegriffen worden, wo die Hacker ein hohes Erpressungs-Potenzial sähen.

Insgesamt verzeichnete der kostenlose Identity Leak Checker-Dienst des Hasso-Plattner-Instituts in den vergangenen zwölf Monaten fast 100 000 Besucher. In nahezu 13.000 Fällen wurden diese per E-Mail darüber informiert, dass Identitätsdaten von ihnen frei im Internet kursieren und welches Verhalten im speziellen Fall empfehlenswert ist. Seit dem Start des Dienstes im Mai 2014 nahmen bislang insgesamt rund 1,7 Millionen Besucher den HPI-Identity Leak Checker in Anspruch. 160.000 Warnmeldungen wegen veröffentlichter Identitätsdaten wurden bislang versandt.

„Selbst wenn nichts gefunden wurde, antworten wir den Anfragern, dies bedeute nicht, dass garantiert keine persönlichen Informationen gestohlen wurden“, betonte Meinel. Denn nicht alle geraubten Daten würden auch veröffentlicht. Die Daten selbst gibt das Institut aus Sicherheitsgründen nicht preis. Allerdings nennt es für jede betroffene Information ein ungefähres Veröffentlichungsdatum.

In Fällen von geraubten Identitätsdaten stehen laut den Statistiken der HPI-Sicherheitsforscher Passwörter mit weitem Abstand an der Spitze der entdeckten sensiblen Informationen: In 62 Millionen von weit über 200 Millionen Fällen liegen sie sogar im Klartext vor. Nach Häufigkeit sortiert folgen dann Vor- und Zunamen (37 Millionen), Telefonnummern (32 Millionen) und – mit weitem Abstand – Kreditkartendaten (nur 10 200).

Wie die Potsdamer Sicherheitsforscher anhand der gesammelten Daten analysierten, stehen bei den Internetnutzern in aller Welt immer noch Zahlenreihen oder Zeichenfolgen auf der Tastatur (z.B. qwerty) an der Spitze der Beliebtheitsskala bei Passwörtern. Gern würden auch Vornamen oder andere Begriffe aus dem Wörterbuch verwendet, etwa das Wort „password“. „Unangefochten weltweit auf Platz 1 liegt leider nach wie vor die Zahlenreihe 123456, obwohl automatische Cracker solche simplen Passwörter als erstes und blitzschnell ermitteln“, sagte Meinel.

Zahl schwerer Schwachstellen in Software hat sich laut HPI erhöht

Im Jahr 2015 sind auf der ganzen Welt insgesamt weniger Software-Sicherheitslücken gemeldet worden als im Vorjahr. Allerdings stieg die Zahl veröffentlichter Schwachstellen mit hohem Schweregrad. Nach Analyse des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts (HPI) wurden allein in den vergangenen zwölf Monaten gut 5.350 Meldungen zu Software-Schwachstellen registriert oder aktualisiert. Im Jahr 2014 waren es noch rund 7.200 gewesen. Wie die Übersicht der Informatikwissenschaftler allerdings auch zeigt, liegen im Vergleich zum Vorjahr mehr Sicherheitslücken mit hohem Schweregrad vor (gut 2.000 gegenüber fast 1.800). Hinweise auf so genannte „Vulnerabilities“ mittleren Schweregrads gab es 2015 mit gut 2.800 hingegen deutlich weniger. 2014 waren noch rund 4.800 registriert worden. Kaum Veränderungen gab es bei der Menge an Informationen über Software-Schwachstellen geringer Bedeutung.

Sicherheitslücken im Dezember Grafik: HPI
Sicherheitslücken im Dezember Grafik: HPI

Im Verlauf dieses Jahres registrierte die HPI-Datenbank für IT-Angriffsanalysen (https://hpi-vdb.de) gleichzeitig rund 7.000 neue Software-Produkte und 400 neue Hersteller. Insgesamt sind dort derzeit mehr als 73.100 Informationen zu Schwachstellen gespeichert, die für fast 180.000 betroffene Softwareprogramme von gut 15.500 Herstellern berichtet wurden. „Wegen der Sicherheitslage bei Software müssen Computernutzer auch weiterhin vorsichtig bleiben“, riet HPI-Direktor Prof. Christoph Meinel. Um Schwachstellen zu beseitigen, sollten immer alle Möglichkeiten genutzt werden, Betriebssystem, Internet-Browser und andere Software-Anwendungen zu aktualisieren, mahnte der Potsdamer Informatikwissenschaftler.

In der HPI-Datenbank sind die wesentlichen im Internet veröffentlichten und frei verfügbaren Angaben über Software-Sicherheitslücken und -Probleme integriert und kombiniert. Die Einstufung der Schwachstellen nach Kritikalität basiert auf dem freien, offenen und stark genutzten Industriestandard CVSS (Common Vulnerability Scoring System). „Aussagen darüber, wie viele unbekannte oder sogar unentdeckte Schwachstellen in einer Software stecken, können wir nicht machen“, betonte Institutsleiter Meinel.

Link zum Selbsttest

Er wies darauf hin, dass alle Internetnutzer auf der Website https://hpi-vdb.de mithilfe einer Selbstdiagnose ihren Browser kostenlos auf erkennbare Schwachstellen überprüfen lassen können, die Cyberkriminelle oft geschickt für Angriffe missbrauchen. Das HPI-System erkennt die verwendete Browserversion – einschließlich gängiger Plugins – und zeigt eine Liste der bekannten Sicherheitslücken an. Software zur Darstellung von Web-Inhalten wird von Hackern mit am häufigsten für Attacken genutzt, da sich die Anwender mit dem Browser im Internet bewegen und so einen Startpunkt für Angriffe bieten. Eine Erweiterung des Selbstdiagnose-Dienstes auf sonstige installierte Software ist laut HPI geplant.




Das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik GmbH (https://hpi.de) in Potsdam ist Deutschlands universitäres Exzellenz-Zentrum für IT-Systems Engineering. Als einziges Universitäts-Institut in Deutschland bietet es den Bachelor- und Master-Studiengang „IT-Systems Engineering“ an – ein besonders praxisnahes und ingenieurwissenschaftliches Informatik-Studium, das von derzeit 480 Studenten genutzt wird. Die HPI School of Design Thinking, Europas erste Innovationsschule für Studenten nach dem Vorbild der Stanforder d.school, bietet 240 Plätze für ein Zusatzstudium an. Insgesamt zwölf HPI-Professoren und über 50 weitere Gastprofessoren, Lehrbeauftragte und Dozenten sind am Institut tätig. Es betreibt exzellente universitäre Forschung – in seinen elf Fachgebieten des IT-Systems Engineering, aber auch in der HPI Research School für Doktoranden mit ihren Forschungsaußenstellen in Kapstadt, Haifa und Nanjing. Schwerpunkt der HPI-Lehre und -Forschung sind die Grundlagen und Anwendungen großer, hoch komplexer und vernetzter IT-Systeme. Hinzu kommt das Entwickeln und Erforschen nutzerorientierter Innovationen für alle Lebensbereiche. Das HPI kommt bei den CHE-Hochschulrankings stets auf Spitzenplätze. Mit openHPI.de bietet das Institut seit September 2012 ein interaktives Internet-Bildungsnetzwerk an, das jedem offen steht.

Schlaue Kombinationen sorgen für schnelles Internet

Um die digitale Infrastruktur bundesweit zu verbessern, muss Deutschland neue Wege gehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Fraunhofer-Trendstudie, die begleitend zum Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ erstellt wurde. Unter den Preisträgern identifizierten die Forscher viele Projekte, die durch clevere Kombinationen neue Potenziale erschließen: etwa, wenn mobile Daten über das TV-Netz übertragen werden – oder der WLAN-Hotspot die Stadtluft säubert.

Was die digitale Infrastruktur betrifft, gibt es in Deutschland noch viel zu tun: Im „Monitoring-Report Wirtschaft Digital 2015“ fordert die Mehrheit der befragten Unternehmer (90 Prozent) eine stärkere Förderung des Breitbandausbaus.1 Bei der Durchschnittsgeschwindigkeit der Internetzugänge im Festnetz liegt Deutschland mit 10,7 Megabit pro Sekunde deutlich hinter Ländern wie Südkorea (23,1 Mbit/s) oder Schweden (16,1 Mbit/s).2 Auch die steigende Nutzung des Internets über mobile Endgeräte fordert neue Lösungen. Schon mehr als jeder Zweite (54 Prozent) geht laut der Initiative D21via Smartphone und Co. ins Netz.

Eine Trasse, viele Leitungen:
„Wer die Digitalisierung effizient vorantreiben möchte, muss bereit sein, neue Wege zu gehen – und alte Wege neu zu nutzen“, sagt Steffen Braun, Verfasser der Trendstudie und Leiter des Bereichs „Urban Systems Engineering“ am Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation. Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigen die Preisträger, die 2015 von der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und der Deutschen Bank ausgezeichnet wurden. So etwa ein bundesweit einzigartiges Infrastrukturprojekt in der Region Westeifel: Dort sorgt ein 80 Kilometer langer Graben für schnelles Internet. Denn über die Trasse wird nicht nur Trinkwasser, Gas und Strom transportiert. Zusammen mit den anderen Leitungen wurden auch direkt Glasfaserkabel verlegt.




An einer weiteren Kombination von Übertragungswegen wird an der Technischen Universität Braunschweig gearbeitet. Dort testen Forscher die Möglichkeit, mobil gesendete Daten über das TV- und Rundfunknetz zu verbreiten – und so zusätzliche Kapazitäten für Smartphone-Nutzer zu schaffen. Ihr Projekt TOoL+ zählt daher zu den „Ausgezeichneten Orten 2015“. Unter den Preisträgern ist auch ein Sonderforschungsbereich an der TU Darmstadt, der sich ebenfalls mit den Kommunikationssystemen von morgen befasst. Diese sollen in Zukunft Ausfälle vermeiden, indem sie selbstständig verschiedene technische Kanäle wie Bluetooth und LTE kombinieren. „Smartphones sind für immer mehr Menschen fester Bestandteil ihres Alltags. Selbst die modernsten Geräte sind aber nur so gut wie ihre Internetverbindung“, so Steffen Braun. In Zukunft müssen diese Verbindungen noch deutlich mehr aushalten: Denn das Datenvolumen im Mobilfunk ist in Deutschland seit 2007 von 3,54 Millionen auf 393 Millionen Gigabyte gestiegen.

Eine andere Möglichkeit, das mobile Netz zu entlasten, ist der Ausbau von WLAN-Angeboten in Ballungsräumen. Das Dresdner Start-up Green City Solutions nimmt sich mit seinem CityTree gleich mehrerer Herausforderungen an, vor denen deutsche Städte stehen. Denn die vertikale Grünfläche ist nicht nur WLAN-Hotspot und Werbeträger. Sie bietet auch eine ideale Wuchsfläche für Moose und Blütenpflanzen, die Feinstaub absorbieren und die stark belastete Stadtluft sauberer machen. „Ideen wie diese zeigen, dass in Zukunft vor allem integrierte Lösungen gefragt sind. Silodenken ist in Zeiten des digitalen Wandels nicht förderlich“, sagt Steffen Braun.

IPv6-Rat und HPI: Industrie 4.0 auf neuen Internet-Standard angewiesen

Am Hasso-Plattner-Institut (HPI) berät an diesem Freitag der Deutsche IPv6-Rat über die Fortschritte beim Übergang zu neuen Datenverkehrsregeln im Internet. In Deutschland werde schon knapp 20 Prozent des Datentransfers von Unternehmen über den neuen Internet-Standard IPv6 abgewickelt, teilte der Ratsvorsitzende und HPI-Direktor Prof. Christoph Meinel im Vorfeld mit. „Damit steht Deutschland nach Belgien mit fast 41 Prozent und den USA mit gut 22 Prozent an dritter Stelle in der Welt“, sagte Meinel. Der Potsdamer Informatikwissenschaftler hob in diesem Zusammenhang besonders den Beitrag der Telekommunikationsanbieter Kabel Deutschland, Kabel BW und Deutsche Telekom hervor. Diese bevorzugten jeweils schon für mehr als ein Viertel ihrer Dienste und Systeme das Internetprotokoll IPv6. Unterdessen kündigte die Telekom an, IPv6 als erster deutscher Mobilfunknetzbetreiber ab August auch im Regelbetrieb einzuführen. Beim Unternehmen SAP liege die potenzielle Verwendungsquote schon bei 57 Prozent und bei Merck sogar bei 98 Prozent, ergänzte Meinel.

Der Vorsitzende des IPv6-Expertengremiums verwies darauf, dass die für Nordamerika zuständige Vergabestelle für Internetadressen ARIN in der vergangenen Woche erstmals eine Anforderung von Adressen nach dem alten Protokoll IPv4 nicht mehr habe erfüllen können. Dies unterstreiche, wie wichtig für sämtliche Internetaktivitäten ein schneller flächendeckender Umstieg auf die moderneren Datenverkehrsregeln des IPv6-Standards sei, erklärte Meinel. „Für das Internet der Dinge und insbesondere die Vernetzung von Produktionsanlagen zur Industrie 4.0 ist einzig und allein der neue Standard eine vernünftige und effiziente Lösung“, betonte der Potsdamer Wissenschaftler im Vorfeld des Ratstreffens. Auf der Sitzung will das HPI auch auf den riesigen Bedarf an Internet-Anschlussadressen für Sensor-Netzwerke aufmerksam machen. Dieser Bedarf ist nach dem bisherigen Standard nicht zu decken. Zudem erfordere das Nebeneinander des Einsatzes von IPv4 und IPv6 einen erhöhten Installations- und Wartungsaufwand. Daher sei eine zügige, flächendeckende Umsetzung von IPv6 nötig, sagte Meinel. „IPv6-Rat und HPI: Industrie 4.0 auf neuen Internet-Standard angewiesen“ weiterlesen

Netzneutralität: Jeder zweite Deutsche will auf der Überholspur surfen können

Die Wahl des Internetproviders ist bei Verbrauchern eng mit dem Thema Netzneutralität verbunden. Sie finden priorisierte Angebote zwar attraktiv, der freie und gleichberechtigte Zugang zu allen Internetangeboten bleibt aber unantastbares Grundrecht. Eine digitale Überholspur für diejenigen, die tiefer in die Tasche greifen, könnte das Ende des Internets bedeuten, so wie wir es derzeit kennen. Eine mögliche Aufhebung der Netzneutralität bringt Internetaktivisten, Blogger, Politiker und Lobbyisten auf die Barrikaden.

Verbraucher, oftmals bei dieser Debatte außen vorgelassen, sehen einen gleichwertigen und unbegrenzten Zugriff auf das Internet als ein Grundrecht. In Deutschland stimmen 78 Prozent der Internetnutzer dieser Aussage zu. Eine heute veröffentlichte, repräsentative Studie von WIK-Consult, YouGov und Deloitte im Auftrag von BEREC (The Body of European Regulators for Electronic Communications) bestätigt diese Ergebnisse in vier untersuchten EU-Ländern. Laut der Mehrheit der befragten Verbraucher sollte jeder das Recht haben, auf alle Inhalte und auf sämtliche Anwendungen zuzugreifen, die online zur Verfügung stehen (81 Prozent Kroatien; 81 Prozent Tschechische Republik; 87 Prozent Griechenland; 72 Prozent Schweden; 84 Prozent Deutschland).

Dennoch findet die Idee einer digitalen Überholspur im Internet zumindest für bestimmte Einrichtungen bei den meisten Verbrauchern in Europa Anklang: Mindestens jeder Zweite ist der Ansicht, dass der Internetverkehr von Regierungen oder offiziellen Institutionen wie Polizei, Feuerwehr oder von Krankenhäusern priorisiert werden sollte, selbst wenn dies für Verbraucher kurzzeitig zu einer langsameren Internetverbindung führt (60 Prozent Kroatien; 58 Prozent Tschechische Republik; 63 Prozent Griechenland; 68 Prozent Schweden; 50 Prozent Deutschland). Besonders überraschend: Für viele Befragte ist es in Ordnung, wenn Anwendungen für einige Nutzer priorisiert werden, sofern sie für diesen Service auch mehr bezahlen (63 Prozent Kroatien; 69 Prozent Tschechische Republik; 58 Prozent Griechenland; 50 Prozent Schweden; 47 Prozent Deutschland). „Netzneutralität: Jeder zweite Deutsche will auf der Überholspur surfen können“ weiterlesen

Deutlich mehr Internetattacken – auch in Deutschland

Kaspersky-Malware-Report für das erste Quartal 2015 mit aktuellen
Statistiken; Einordnung der Cyberfälle „Equation“, „Carbanak“ und
„Desert Falcons“

Im ersten Quartal 2015 stieg im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres die Zahl der weltweit
durchgeführten Internetattacken um ein Drittel. In Deutschland stellte Kaspersky Lab für den Untersuchungszeitraum sogar einen Webangriff-Zuwachs um 69 Prozent fest. Insgesamt wurde zwischen Januar und März dieses Jahres 22,8 Prozent der deutschen Kaspersky-Nutzer mindestens einmal über das Internet attackiert. Das geht aus dem aktuellen Malware-Report von Kaspersky Lab für das erste Quartal 2015 hervor [1]. Darüber hinaus ordnet der Bericht die spektakulären Enthüllungen von Kaspersky Lab zu Beginn des Jahres ein; vom „Todesstern der Malware-Galaxie“ (Equation) über den bis dato größten digitalen Raubüberfall aller Zeiten (Carbanak) bis zur ersten bekannten arabischen Cyberspionagegruppe (Desert Falcons). „Deutlich mehr Internetattacken – auch in Deutschland“ weiterlesen