Erste bundesweite Schul-Cloud startet in die Pilotphase

Unter Anwesenheit von Matthias Graf von Kielmansegg, Ministerialdirigent BMBF, und Udo Michallik, Generalsekretär Kultusministerkonferenz der Länder, startet heute im Rahmen des Forums „Schul-Cloud: Zukunftssichere IT-Infrastruktur für Schulen in Deutschland“ am Hasso-Plattner-Institut die Pilotphase der ersten bundesweiten Schul-Cloud. 26 Schulen des nationalen Excellence-Schulnetzwerks MINT-EC nehmen an der Pilotphase teil.

„Das bundesweite Projekt Schul-Cloud bietet dem MINT-EC-Netzwerk eine besondere Möglichkeit, die Digitalisierung im schulischen Bereich zu entwickeln, voranzutreiben und zeitgemäße Cloud-Technologien in der Unterrichtspraxis zu erproben“, sagt Wolfgang Gollub, Vorstandsvorsitzender MINT-EC, „Je schneller die einzelne Lehrkraft dabei Vorteile erkennt, desto erfolgreicher wird das Projekt sein“, so Gollub weiter.

MINT-EC organisiert während des Projektverlaufs den intensiven fachlichen Austausch auf Ebene der Schulleitungen und Lehrkräfte sowie die Identifizierung und Verbreitung von Best-Practice-Beispielen in der Organisation, der Weiterbildung und beim Unterricht. „Erste bundesweite Schul-Cloud startet in die Pilotphase“ weiterlesen

Industrie 4.0-Konferenz, BDI-Präsident Kempf: Breitbandausbau brennt auf den Nägeln

Auf der 3. Industrie 4.0-Konferenz diskutieren heute führende Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik am Hasso-Plattner-Institut über den Standort Deutschland auf dem Weg zur „Industrie 4.0“.

Gastgeber und HPI-Direktor Professor Christoph Meinel beschrieb in seinem Grußwort die Herausforderungen der vierten industriellen Revolution und mahnte, dass die aktuell gute Wirtschaftslage in den Führungsetagen deutscher Unternehmen nicht dazu führen dürfe, richtungsweisende Entscheidungen zu vertagen. „Die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit des Standorts Deutschland wird in den nächsten Jahren entscheidend davon abhängen, wie schnell die digitale Transformation in deutschen Unternehmen voranschreitet und umgesetzt wird“.

Dr. Dietmar Woidke, Ministerpräsident des Landes Brandenburg, betonte in seinem Grußwort, dass die Digitalisierung für die Landesregierung ein wichtiges Querschnittsthema sei und zur Schaffung neuer Strukturen geführt hätte. „Unsere Wirtschaft ist geprägt von kleinen und mittelständischen Firmen. Sie erkennen die Notwendigkeit, sich auf Zukunftstechnologien einzustellen, haben aber meist weder die Zeit noch die personellen und finanziellen Ressourcen dafür.“ Diese Unternehmen gelte es zu unterstützen, beispielsweise durch die Vernetzung mit wissenschaftlichen Einrichtungen wie dem HPI oder der BTU, die ihr Wissen an die Wirtschaft und Industrie weitergeben. „Industrie 4.0-Konferenz, BDI-Präsident Kempf: Breitbandausbau brennt auf den Nägeln“ weiterlesen

HPI-Spitzenforschungslabor: Experten stellen neue Ergebnisse vor

Lässt sich aus Twitter-Einträgen ableiten, wie die Öffentlichkeit über autonomes Autofahren denkt? Können Wearables dazu genutzt werden, individuelle Risiko-Situationen zu erkennen? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigen sich am Donnerstag, dem 3. November, internationale IT-Experten aus Universitäten, Forschungsinstituten und Unternehmen am Potsdamer Hasso-Plattner-Institut (HPI). Die im Spitzenforschungslabor „HPI Future SOC Lab“ arbeitenden Forscher präsentieren Ergebnisse aktueller Projekte im Bereich „Big Data“. Gastgeber sind HPI-Direktor Professor Christoph Meinel und Professor Andreas Polze, Leiter des Fachgebiets Betriebssysteme und Middleware.

Eine Präsentation von Wissenschaftlern der Technischen Universität München widmet sich der Frage, wie autonomes Fahren in den sozialen Medien diskutiert wird. Anhand tausender Twitter-Einträge analysieren die Informatiker, inwiefern Nachrichten über selbstfahrende Autos einen Einfluss darauf haben, ob das Thema von der Öffentlichkeit eher als riskant, neutral oder positiv bewertet wird. Forscher des mexikanischen Instituts für Technologische und Höhere Studien Monterrey werden vorstellen, wie sie Sensordaten über Herzfrequenz und Hauttemperatur nutzen, um zu ermitteln, ob sich der Träger eines Wearables in einer gefährlichen Situation befindet.

Seit Eröffnung des HPI-Spitzenforschungslabors 2010 haben Experten aus rund 20 Nationen, darunter neben Deutschland zum Beispiel China, USA, Südafrika und Spanien, dessen Infrastruktur für rund 360 Forschungsprojekte genutzt. „Durch die starke internationale Beteiligung lassen sich Trends klar nachvollziehen. Wir stellen jetzt beispielsweise fest, dass innerhalb des letzten Jahres das Interesse an Machine Learning in der Wissenschaft rasant zugenommen hat“, erklärt Professor Christoph Meinel. Am Donnerstag entscheidet die Steuerungsgruppe des HPI-Spitzenforschungslabors über 24 neue Projektanträge, die aus mehr als 17 verschiedenen Forschungsinstituten aus aller Welt am HPI eingereicht wurden. „HPI-Spitzenforschungslabor: Experten stellen neue Ergebnisse vor“ weiterlesen

Industrie 4.0: HPI und acatech starten neuen Online-Kurs für Unternehmen

Drängende Fragen und Probleme in der immer stärker digitalisierten Wirtschaft behandelt der neue Online-Kurs „Hands-on Industrie 4.0“, den das Potsdamer Hasso-Plattner-Institut (HPI) und acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften gemeinsam anbieten. Der kostenlose fünfwöchige MOOC (Massive Open Online Course) startet am 25. April, dem Eröffnungstag der Hannover Messe. Interessenten können sich ab sofort auf der Online-Plattform „MOOC House“ des HPI anmelden: mooc.house/acatech. Die beiden Wissenschaftsinstitutionen haben zusätzlich Experten aus Unternehmen, Verbänden, Gewerkschaften und Forschungsorganisationen als Referenten eingeladen. Sie wollen mit dem Angebot vor allem Entscheidungsträger im Mittelstand erreichen.

„Während in der Wissenschaft die langfristigen, tiefgreifenden Veränderungen der gesamten Wirtschaft offensichtlich sind, führt vor allem das Thema IT-Sicherheit zu Bedenken in den Unternehmen“, so HPI-Direktor Prof. Christoph Meinel. Tatsächlich sei bei vernetzter Produktion mit neuen Formen von Cyberkriminalität zu rechnen, gegen die man sich rechtzeitig wappnen müsse. Denn es gebe bereits Schutzmaßnahmen, die am HPI und anderswo ständig weiterentwickelt würden. Das HPI habe schon seit 2015 mit zwei Industrie 4.0-Fachkonferenzen auf die Thematik hingewiesen.  





„Ein technisches Verständnis für die sich vollziehenden Transformationen ist grundlegende Voraussetzung, um sich erfolgreich darauf einzustellen“, betont Meinel. Als Vorsitzender des Deutschen IPv6-Rats fördert der Potsdamer Informatikwissenschaftler die Nutzung des neuen Internet-Standards IPv6. Dieser ist durch die praktisch unbegrenzte Zahl an Anschlussadressen und durch seine neuen Datenverkehrsregeln Grundlage für die flächendeckende Vernetzung.  

acatech-Präsident Prof. Henning Kagermann sieht „viele Vorreiter der Industrie 4.0 in Deutschland, aber auch viel Abwarten.“ Als Ziel des Online-Kurses beschreibt er: „Mit ‚Hands-on Industrie 4.0‘ wollen wir den Transfer von der gemeinsamen Vision in die Unternehmens- und Arbeitsrealität erleichtern. Denn Industrie 4.0 bringen viele Einzelne voran: in ihrem Unternehmen, im eigenen Arbeitsbereich, in der sozialpartnerschaftlichen Zusammenarbeit und in der persönlichen Bildungs-Biografie.“

Um eine ganzheitliche Betrachtung des Themas zu ermöglichen, haben HPI und acatech mehr als 40 Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft als Referenten des Online-Kurses eingeladen. So wird Prof. Claudia Eckert, Leiterin des Fraunhofer AISEC in München, zentrale Sicherheitsaspekte von Industrie 4.0 erörtern, während SAP-Vorstandsmitglied Bernd Leukert im Gespräch mit Kagermann auf Grundlagen des Cloud- und Echtzeitcomputing eingeht. Darüber hinaus wird Prof. Günther Schuh von der RWTH Aachen zeigen, wie Unternehmer digitale Prozesse in ihrem Betrieb implementieren können. Dr. Peter Stephan und Dr. Jochen Schlick von der Wittenstein AG werden Praxisbeispiele und Erfahrungen von der Umsetzung digitaler Unternehmensprozesse teilen. Zu den weiteren Dozenten zählen unter anderem Prof. Michael ten Hompel (Fraunhofer IML), Dr. Constanze Kurz (IG Metall) sowie Prof. Wolfgang Wahlster (DFKI). 

HPI-Direktor Meinel betont, mit diesem kostenlosen Online-Angebot „einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Digitalisierung der Bildung zu gehen“. Bereits die 2012 gestartete interaktive Bildungsplattform openHPI ermögliche es dem Hasso-Plattner-Institut, aktuellstes IT-Wissen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Mit der Online-Plattform MOOC House möchte das HPI laut Meinel auch andere Bildungseinrichtungen und Unternehmen in die Lage versetzen, eigene Lerninhalte in innovativer Form den eigenen Zielgruppen zu vermitteln.

CeBIT: HPI fordert schnelle konkrete Taten bei digitaler Vernetzungs-Charta

Als Mitinitiator der „Charta der digitalen Vernetzung“ hat der Direktor des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts, Christoph Meinel, dazu aufgerufen, dem freiwilligen Bekenntnis für eine verantwortungsvolle Gestaltung der Digitalisierung gemeinsam schnell konkrete Taten folgen zu lassen. Anlässlich der Übernahme der Schirmherrschaft über die Initiative durch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel sagte Meinel am Montagabend auf der CeBIT, es gelte nun, „in der Bevölkerung wesentlich mehr Vertrauen in die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft zu schaffen“.

Alle Beteiligten rief Meinel zur Mithilfe dabei auf, den Nutzen der Digitalisierung zu vermitteln, damit die ihr innewohnenden Potenziale ausgeschöpft werden könnten. Meinel räumte ein, dass sich auch die mit der Digitalisierung verbundenen Risiken immer deutlicher abzeichneten: „Deshalb gilt es, die Risiken genauer zu erkennen und zu untersuchen, zu bewerten und einzuschränken“, sagte der Potsdamer Informatikwissenschaftler. Dazu brauche es vor allem eine tiefgehende Aufklärung breiter Bevölkerungsschichten.



Meinel erinnerte daran, dass es für jedermann möglich sei, sich zum Beispiel in offenen Onlinekursen über notwendige Sicherheitsmaßnahmen in der Internet-gestützten Kommunikation kundig zu machen. Das Hasso-Plattner-Institut bietet solche Massive Open Online Courses (MOOC) auf seiner interaktiven Lernplattform www.openHPI.de kostenlos an.
„Ich bin zuversichtlich, dass ein tieferes Verständnis der technischen Zusammenhänge jeden Einzelnen besser in die Lage versetzen wird, sich im Umgang mit den neuen Technologien im Allgemeinen und seinen persönlichen Daten und Informationen im Besonderen mündig und selbstbestimmt, also verantwortlich zu verhalten und die neuen, mit der Digitalisierung beförderten Freiheiten zu nutzen“, sagte der Potsdamer Professor.

Alle hätten erst einmal lernen müssen, was die Digitalisierung an Neuem ermöglicht: Botschaften könnten heute fast in Lichtgeschwindigkeit an jeden Ort der Welt gebracht werden, digital Erfasstes lasse sich nicht mehr löschen, Kopieren koste praktisch nichts mehr. „Frühere Generationen konnten uns für den angemessenen Umgang damit keine Handlungsmuster liefern“, hob der Wissenschaftler in Hannover hervor.

Schon an den Schulen müsse Jugendlichen das Grundverständnis vermittelt und die Erkenntnis gefördert werden, „dass jeder in der virtuellen Welt einen digitalen Zwilling bekommt, über den wir miteinander kommunizieren und interagieren können. Und auch Dinge bekommen einen solchen Zwilling, über den sie von uns angesprochen werden und sogar untereinander korrespondieren können“, betonte Meinel.

Die neuen Entwicklungen verursachten eine Explosion der Datenmengen, die zum Wohl, aber auch zum Schaden der Informationslieferanten genutzt werden können. „Auch hier ist wieder sachliche Aufklärung gefragt, damit sich nicht aus Angst vor Neuem und Unbekanntem bei den Menschen Skepsis und schnelle falsche Vorurteile festsetzen, sondern eine positive Grundstimmung zur offenen Auseinandersetzung mit der Nutzung dieser sogenannten Big Data gefördert wird“, unterstrich Meinel.

CeBIT: Bildungsministerium und HPI machen sich stark für mehr Frauen in der IT

Einen ersten speziellen Onlinekurs für Mädchen, der Schülerinnen an die Informationstechnologie heranführen soll, hat das Potsdamer Hasso-Plattner-Institut (HPI) im Beisein von Bildungsministerin Prof. Johanna Wanka angekündigt. Am Eröffnungstag der CeBIT nahm Wanka vor der Kamera auf dem HPI-Stand (Halle 6, D18) ein Grußwort an die Teilnehmerinnen auf, die ab 6. Juli den zweiwöchigen kostenlosen Online-Workshop auf der Bildungsplattform openHPI des Instituts mitmachen werden. Institutsdirektor Prof. Christoph Meinel sagte: „Wir hoffen, dass gerade die Schülerinnen im deutschsprachigen Raum die Botschaft der Bildungsministerin als klare Einladung zum Mitmachen verstehen“.

Initiatorin und HPI-Bachelorstudentin Lisa Ihde (20) aus Potsdam stellte Wanka ihr Konzept vor. „Ich finde es sehr wichtig, dass auch Politikerinnen Mädchen und junge Frauen aktiv motivieren, die Informatik für sich zu entdecken“, so Ihde, die aus Oranienburg stammt. Sie habe sich mit Wanka darüber unterhalten, warum bei vielen Schülerinnen die Begeisterung für das Programmieren zunächst ausbleibe: „Meiner Erfahrung nach liegt das nicht so sehr an den Inhalten, sondern an der Ansprache. Mädchen interessieren sich häufig eher für die kreativen, gestalterischen Möglichkeiten, die die Informatik bietet“, erklärte Ihde.

Vom 6. Juli an will sie zwei Wochen lang jungen Frauen auf openHPI zeigen, wie diese eine eigene Homepage designen können. „Zur Zielgruppe gehören Mädchen, die als Weltenbummler ihre Erfahrungen und Fotos auf einer eigenen Webseite teilen wollen, sich in Fashionblogs über neueste Mode-Trends informieren und vielleicht in einem eigenen Blog ihre persönlichen Lieblingsstücke präsentieren möchten“, sagt Ihde. Im Blick habe die Bachelorstudentin, die in der Freizeit gerne tanzt, aber auch Schulklassen mit dem Wunsch nach einer eigenen Internetseite, „auf der jeder auf einen Blick seht, was in den nächsten Wochen so ansteht und was auf Klassenfahrt nicht fehlen darf“.



In dem zweiwöchigen Onlinekurs (Anmeldung unter https://open.hpi.de/courses/homepage2016) wird die 20-jährige HPI-Studentin zeigen, wie die Teilnehmerinnen in wenigen Schritten zu ihrer eigenen Homepage gelangen und was sie dabei hinsichtlich Urheberrechten, Bild- und Farbzusammenstellung beachten sollten. Außerdem erfahren die MOOC-Teilnehmerinnen, woher sie sich witzige Icons holen und sogar eigene Icons, ein eigenes Logo und vieles mehr entwickeln können.

Die junge Kursleiterin engagiert sich neben dem Studium als Mentorin bei verschiedenen Schülercamps, CoderDojos und Workshops des Hasso-Plattner-Instituts in Potsdam. Aber nicht nur am HPI kümmert sie sich um den Programmier-Nachwuchs, sondern auch bei anderen Events von der Open Knowledge Foundation Deutschland über Mozilla und Google bis hin zu Junge Tüftler. Außerdem leitet sie regelmäßig einen Workshop an einer Potsdamer Kita und ist als Redaktionsleiterin der Studierendenzeitschrift „HPImgzn“ tätig.

CeBIT: HPI-Forscher für sichere Cloud-Speicherlösung ausgezeichnet

Für eine neue Technologie zum vertraulichen Ablegen und Teilen von Daten in der Cloud ist ein Forscherteam des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts (HPI) am Eröffnungstag der CeBIT ausgezeichnet worden. Die Jury des EU-geförderten Wettbewerbs „MAPPING App Competition“ wählte die Lösung der HPI-Wissenschaftler auf den dritten Platz. Der Geschäftsführer des HPI, Prof. Christoph Meinel, zeigte sich auf der IT-Messe erfreut über den Erfolg: „Die von unseren Wissenschaftlern entwickelte CloudRAID-Lösung ermöglicht Cloud-Nutzern Klarheit im Umgang mit ihren persönlichen Daten und zugleich höchstmögliche Sicherheitsstandards“, so Meinel. Das innovative Konzept trage entscheidend dazu bei, sensible Prozesse im Internet gegen Angreifer zu schützen und das Vertrauen seitens der Nutzer zu erhöhen.

Die bereits mit dem Innovationspreis 2015 des IT-Sicherheitsverbands TeleTrusT ausgezeichnete Software sei genauso einfach zu bedienen wie herkömmliche Cloud-Dienste, biete aber entscheidende Vorteile: „Die Dokumente werden erst automatisch verschlüsselt, bevor sie den Computer verlassen. Anschließend zerteilt unsere Software die Daten und legt sie bei mehreren Cloud-Speicherdiensten ab“, erklärte HPI-Doktorand Philipp Berger, der die Lösung mitentwickelt hat. Durch diese Fragmentierung sei der Nutzer unabhängig von einzelnen Speicheranbietern, die zudem immer nur auf einen Teil des Dokuments Zugriff hätten. Außerdem würden spezifische Teilinformationen mehrfach abgespeichert, damit eine Wiederherstellung auch dann problemlos möglich sei, wenn einzelne Speicher ausfallen sollten.




Erstmals zum Einsatz kommen dürfte die neue Technologie in einem gemeinsamen Pilotprojekt zwischen Hasso-Plattner-Institut und Bundesdruckerei. Die Anbindung von CloudRAID an die „Trusted Service Plattform“ (TSP) der Bundesdruckerei würde dann dafür sorgen, dass sich die Nutzer der Anwendung sicher authentifizieren können, etwa mit Personalausweis oder Smartphone. Die Cloud-Speicher sollen im Rahmen dieses „Online-Datentresors“ durch zertifizierte deutsche Partnerunternehmen der Bundesdruckerei bereitgestellt werden. „Wir würden es begrüßen, wenn CloudRAID auf diese Weise ein allgemein zugängliches Produkt wird“, sagte HPI-Doktorand und Mitentwickler Patrick Hennig.

CeBIT: Intelligente Städte, Wohnungen und Fabriken von Cybercrime bedroht

Wenn das Internet der Dinge und Dienste Städte, Wohnungen und Produktionsstätten intelligent vernetzt, sind Sicherheitsvorkehrungen gegen neuartige Formen von Cyberkriminalität erforderlich. Darauf macht anlässlich der CeBIT das Hasso-Plattner-Institut (HPI) aufmerksam. Als Aussteller in Halle 6, Stand D18, präsentieren die Potsdamer Informatikwissenschaftler eine eigens entwickelte Lösung, welche die drahtlose Kommunikation zwischen Sensoren und Aktuatoren in Netzwerken schützt. Demonstriert wird das am Beispiel einer Stadt, in der freie Parkplätze per Funksensoren ihre Verfügbarkeit signalisieren.

„Wir verhindern mit unserer Lösung zum Beispiel, dass Angreifer solche Sensoren oder Aktuatoren gezielt anfunken, um die Batterien dieser Netzwerkknoten schnell zu entladen oder deren Uhren aus dem Zeittakt zu bringen“, erläutert Prof. Christoph Meinel, Direktor des HPI. Auch das Injizieren von Funknachrichten, das weitreichende Folgen haben könne, sei Dank des am HPI erforschten Sicherheits-Protokolls nicht möglich.



Es handelt sich bei der Lösung um eine Erweiterung für den internationalen Funkstandard IEEE 802.15.4. Dieser entwickelt sich nach Meinels Worten derzeit zum De-Facto-Funkstandard für das Internet der Dinge – vor allem wegen Reichweiten bis etwa 200 Metern und geringen Stromverbrauchs. Der Funkstandard unterstützt vor allem so genannte vermaschte Netze, bei denen die Teilnehmer füreinander – potenziell über mehrere Stationen hinweg – Datenpakete weiterleiten. Dadurch können viel größere und robustere Netzwerke gebildet werden als zum Beispiel mit WiFi.

Das am HPI entwickelte neue Protokoll „Adaptive Key Establishment Scheme“ (AKES) beugt möglichen Angriffen vor allem dadurch vor, dass es einerseits kontrolliert, welche Geräte dem Funknetz beitreten dürfen und andererseits den Funkverkehr authentifiziert, aber auch verschlüsselt. „Der Funkstandard IEEE 802.15.4 bietet viele Vorteile, die erst durch die richtigen Sicherheitsmechanismen voll ausgeschöpft werden können“, so Meinel. Um den Erfolg des Internets der Dinge und Dienste und der damit einhergehenden vierten industriellen Revolution zu sichern, müsse man starken Schutz gegen die entsprechenden neuen Gefahren gewährleisten, so der Informatikwissenschaftler.

Die vom HPI präsentierte Sicherheitslösung ist nach Angaben des Institut sehr energieeffizient und passt sich an Veränderungen in der Struktur eines Funknetzes an. Die Potsdamer Internetwissenschaftler hatten AKES erstmals im Dezember 2015 in Los Angeles auf einer Konferenz für Computer-Sicherheitsanwendungen präsentiert. Eine voll funktionsfähige Implementierung für das IoT-Betriebssystem Contiki ist als offener Quellcode verfügbar.

HPI-Absolventen für beste Logistik-Software ausgezeichnet

Für eine neuartige Transportplanungs-Software, die beim Berücksichtigen jeglicher Art von Störungen hilft, sind drei Absolventen des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts (HPI) auf der Stuttgarter Logistikfachmesse LogiMAT ausgezeichnet worden. Anne Baumgraß, Andreas Meyer und Marian Pufahl erhielten für ihre Softwarelösung „360° Transportation Monitoring“ den Preis „Bestes Produkt“ in der Kategorie Software, Kommunikation, IT. Das ausgezeichnete System vernetzt Transportplaner mit allen verfügbaren Informationen wie etwa über Stauentwicklungen, Unwettervorhersagen oder Wartezeiten an Grenzübergängen. Die Software filtert aus den unternehmenseigenen und externen Datenquellen die für jeden einzelnen Transport relevanten Störeinflüsse heraus und benachrichtigt die Beteiligten darüber.

„Das erspart Planern mühsame manuelle Recherchen
, die bei den vielen zu überwachenden Transporten ohnehin oft nur unvollständig bleiben“, erläutert Baumgraß. Die Disponenten könnten sich nun auf ihre eigentliche Arbeit konzentrieren und würden zudem permanent über aktuelle Einflüsse auf die Transport-Wege und -Zeiten informiert, so die HPI-Absolventin. Zusammen mit ihren Kommilitonen Meyer und Pufahl hat sie in Potsdam inzwischen das Start-up-Unternehmen Synfioo gegründet, das die Software vermarktet.



Nach Baumgraß‘ Angaben zeigen Untersuchungen, dass Frachtdisponenten vor allem bei längeren und besonders anfälligen Transportstrecken mehr als 50 Prozent ihrer Arbeitszeit für das Reagieren auf Störeinflüsse und Suchen nach Alternativen bereits geplanter Routen aufwenden müssen. Allein mit einer frühzeitigen Benachrichtigung der Planer über aktuelle Ereignisse auf der Transportroute könnten rund 20 Prozent der Arbeitszeit eingespart werden, so die Expertin.

Nach den Worten ihres Gründer-Kollegens Marian Pufahl zeigt die Auszeichnung, „dass wir mit unserer Software-Lösung den Nerv der Branche getroffen haben“. Durch eine ständige Erweiterung der einfließenden Daten will das Team die Arbeit der Logistiker weiter vereinfachen – egal, ob der Transport zu Land, zu Wasser oder in der Luft stattfindet. Das solle wesentlich zur Kostensenkung und Steigerung der Produktivität in der innerbetrieblichen Logistik beitragen, so Geschäftsführer Pufahl.

Das Konzept für ihre Software-Innovation hatten die drei Potsdamer Informatiker seit 2012 am Hasso-Plattner-Institut im Rahmen des EU-geförderten „GET Service“-Projekts entwickelt und erprobt – in Zusammenarbeit mit namhaften Partnern aus der Industrie und der akademischen Welt. Mittlerweile hat bereits der erste Kunde Jan de Rijk Logistics, einer der größten Transportdienstleister Europas, die Lösung in seine Planungssysteme integriert. Im Verlauf des Frühjahrs wollen die drei HPI-Absolventen zusätzlich eine Web-Anwendung auf den Markt bringen, welche die Rundum-Transportüberwachung auch für kleinere Logistik-Unternehmen zugänglich macht.

Mehr Informationen zu der ausgezeichneten Software: www.synfioo.com.

Digitale Transformation: HPI und Stanford starten Intensivprogramm

Im September werden das Stanford Center for Professional Development und das deutsche Hasso-Plattner-Institut (HPI) ihr erstes gemeinsames Intensivprogramm für Manager aus Industrie und Mittelstand starten. Unter dem Titel „Leading Digital Transformation and Innovation“ sollen dann an den Standorten Palo Alto und Potsdam sowie online neuste Kenntnisse aus den Bereichen Informationstechnologie, Wirtschaft und Design Thinking vermittelt werden. Erfolgreiche Teilnehmer des Kompakt-Kurses aus sechs Modulen in drei Monaten erhalten ein gemeinsames Zertifikat der beiden renommierten Einrichtungen. Anmelden kann man sich unter www.hpi.de/digital-transformation.

„Wir bieten Führungskräften in diesem weltweit einzigartigen Programm eine besondere Mischung aus akademischen Inhalten und praktischen Erfahrungen rund um digitale Transformation und Innovation“, erläutert HPI-Direktor Prof. Christoph Meinel. Zur Zielgruppe des neuen Angebots gehören nach seinen Worten vor allem Manager für Innovation, Strategie, Informationstechnologie, Human Resources und Produktentwicklung sowie Entrepreneure aus allen Wirtschaftsbereichen. Sie sollen mit Management- und Innovations-Know-how sowie Technologie-Wissen in die Lage versetzt werden, in ihren Unternehmen Initiativen zur digitalen Innovation erfolgreich in Gang zu setzen und zu halten.

Die Stanford University im Silicon Valley und das seit 1999 tätige Potsdamer Institut sind durch das Engagement des Stifters Prof. Hasso Plattner schon seit zehn Jahren eng verbunden. Der HPI-Gründer hatte im Sommer 2005 der Stanford University für das Hasso Plattner Institute of Design an der School of Engineering 35 Millionen US-Dollar gestiftet. Das Potsdamer Software-Institut mit seiner HPI School of Design Thinking (aktiv seit dem Wintersemester 2007/2008) arbeitet seitdem mit seinem Schwesterinstitut in Stanford intensiv zusammen. Gemeinsam lehren und forschen beide Partner im Bereich nutzerfreundliche Innovationen.

Industrie 4.0: Zweite HPI-Konferenz über vernetzte Produktion der Zukunft

Die Wege zum HPI führen von Berlin nach Potsdam. Foto: Carsten Knop
Die Wege zum HPI führen von Berlin nach Potsdam. Foto: Carsten Knop
Das Internet der Dinge und Dienste zieht in die Fabrik ein und bringt für die Fertigung die vierte industrielle Revolution mit sich. Mit den verbundenen Herausforderungen und Potenzialen beschäftigt sich die zweite Industrie 4.0-Konferenz, zu der das Hasso-Plattner-Institut (HPI) am 25. Februar einlädt. Führende Vertreter aus Wissenschaft und Unternehmen wie SAP-Vorstandsvorsitzender Bernd Leukert oder Telekom-Vorstandsmitglied Reinhard Clemens werden einen Tag lang am HPI die globale Vernetzung und selbständige Organisation von Produktionseinheiten diskutieren. Anmeldungen sind hier möglich: www.hpi.de/i40konferenz.

Auf der Agenda stehen dieses Jahr nicht nur Vorträge und Diskussionsrunden zu Anwendungsbeispielen, Forschungsfeldern oder Zukunftsvisionen, sondern auch sechs Arbeitsgruppen. Diese widmen sich ausgewählten Aspekten wie Technologie, Sicherheit oder Globalisierung. In den Gruppen geben Referenten Einblicke in aktuelle Entwicklungen und Problemstellungen und regen die Teilnehmer zu aktiver Beteiligung und Diskussion an.

Referenten kommen zum Beispiel aus Industrieunternehmen wie Bundesdruckerei, Deloitte Analytics Institute, General Electric, Rolls-Royce oder SAP. Auch Institutionen wie die Fraunhofer-Gesellschaft, der Hightech-Verband BITKOM, der Bundesverband für Mittelständische Wirtschaft sowie die BTU Cottbus Senftenberg sind vertreten.



„Die Anstrengungen zur Umsetzung von Industrie 4.0 lassen in deutschen Unternehmen bisweilen noch zu wünschen übrig“, sagt Gastgeber Christoph Meinel, der Direktor des HPI. Verwiesen werde darauf, dass viele Fragen der Vernetzung und Kommunikation der Maschinen untereinander noch nicht vollumfänglich hätten geklärt werden können.

Eine wichtige Rolle für das Internet 4.0 werde IPv6 als neues Standardprotokoll im Internet spielen. Aber auch neue Lösungen zur Absicherung der smarten Geräte müssten entwickelt werden. „Das HPI arbeitet bereits an einem neuen Standard, der eine gesicherte Funkverbindung zwischen Sensoren und Aktuatoren in Smart Homes, Smart Factories und Smart Cities ermöglicht“, erläutert Meinel.

Nach Dampfmaschine, Fließband und Computer
handele es sich letztlich um die vierte Stufe der industriellen Revolution – das voll digitalisierte Unternehmen. Meinel sieht neben den Sicherheitsrisiken für die Produktionssteuerung im „Internet of Things““ aber auch Chancen in den Bereichen Fertigungskontrolle, vorausschauende Instandhaltung sowie Services rund um die Auswertung von Betriebsdaten.

Checker des HPI: 35 Millionen geraubte Identitätsdaten analysiert

Sicherheitsforscher des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) haben in diesem Jahr in speziellen Internetforen fast 35 Millionen geraubte Identitätsdaten aufgespürt. Dort hatten in 15 Fällen Cyberkriminelle diese veröffentlicht und damit auch für mögliche weitere illegale Handlungen zugänglich gemacht. Wie HPI-Direktor Christoph Meinel mitteilte, kann jedermann mit dem „Identity Leak Checker“ des Instituts kostenlos überprüfen, ob seine persönlichen Identitätsdaten betroffen sind. Wer auf https://sec.hpi.de/ilc seine E-Mailadresse eingibt, erfährt nach einem Abgleich sofort, ob diese in Verbindung mit anderen persönlichen Daten (zum Beispiel Passwörtern oder Kontonummern) offengelegt wurde und so missbraucht werden könnte.

„Wir können solche Abgleiche mittlerweile mit mehr als 215 Millionen erfasster Daten aus so genannten Leaks durchführen“, sagte Meinel. Ende 2014 waren es noch rund 180 Millionen gewesen. Die in diesem Jahr erfassten Daten stammen aus 15 Quellen wie zum Beispiel Ashley Madison, Skype, Twitter und Minecraft. Aber auch Leaks aus weniger bekannten Quellen wie Lizard Stresser, Sprashivai oder Impact Mailorder lieferten Informationen.

Vorsicht Falle Foto: HPI/K. Herschelmann
Vorsicht Falle Foto: HPI/K. Herschelmann

„Es gab in diesem Jahr sehr viele große Datendiebstähle, bei denen jeweils mehr als eine Million Sätze von Identitätsdaten geraubt und anschließend veröffentlicht wurden“, berichtete der Potsdamer Internetsicherheitsforscher. Vermehrt seien so genannte Dating-Portale wie Ashley Madison oder Adult Friend Finder angegriffen worden, wo die Hacker ein hohes Erpressungs-Potenzial sähen.

Insgesamt verzeichnete der kostenlose Identity Leak Checker-Dienst des Hasso-Plattner-Instituts in den vergangenen zwölf Monaten fast 100 000 Besucher. In nahezu 13.000 Fällen wurden diese per E-Mail darüber informiert, dass Identitätsdaten von ihnen frei im Internet kursieren und welches Verhalten im speziellen Fall empfehlenswert ist. Seit dem Start des Dienstes im Mai 2014 nahmen bislang insgesamt rund 1,7 Millionen Besucher den HPI-Identity Leak Checker in Anspruch. 160.000 Warnmeldungen wegen veröffentlichter Identitätsdaten wurden bislang versandt.

„Selbst wenn nichts gefunden wurde, antworten wir den Anfragern, dies bedeute nicht, dass garantiert keine persönlichen Informationen gestohlen wurden“, betonte Meinel. Denn nicht alle geraubten Daten würden auch veröffentlicht. Die Daten selbst gibt das Institut aus Sicherheitsgründen nicht preis. Allerdings nennt es für jede betroffene Information ein ungefähres Veröffentlichungsdatum.

In Fällen von geraubten Identitätsdaten stehen laut den Statistiken der HPI-Sicherheitsforscher Passwörter mit weitem Abstand an der Spitze der entdeckten sensiblen Informationen: In 62 Millionen von weit über 200 Millionen Fällen liegen sie sogar im Klartext vor. Nach Häufigkeit sortiert folgen dann Vor- und Zunamen (37 Millionen), Telefonnummern (32 Millionen) und – mit weitem Abstand – Kreditkartendaten (nur 10 200).

Wie die Potsdamer Sicherheitsforscher anhand der gesammelten Daten analysierten, stehen bei den Internetnutzern in aller Welt immer noch Zahlenreihen oder Zeichenfolgen auf der Tastatur (z.B. qwerty) an der Spitze der Beliebtheitsskala bei Passwörtern. Gern würden auch Vornamen oder andere Begriffe aus dem Wörterbuch verwendet, etwa das Wort „password“. „Unangefochten weltweit auf Platz 1 liegt leider nach wie vor die Zahlenreihe 123456, obwohl automatische Cracker solche simplen Passwörter als erstes und blitzschnell ermitteln“, sagte Meinel.

Zahl schwerer Schwachstellen in Software hat sich laut HPI erhöht

Im Jahr 2015 sind auf der ganzen Welt insgesamt weniger Software-Sicherheitslücken gemeldet worden als im Vorjahr. Allerdings stieg die Zahl veröffentlichter Schwachstellen mit hohem Schweregrad. Nach Analyse des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts (HPI) wurden allein in den vergangenen zwölf Monaten gut 5.350 Meldungen zu Software-Schwachstellen registriert oder aktualisiert. Im Jahr 2014 waren es noch rund 7.200 gewesen. Wie die Übersicht der Informatikwissenschaftler allerdings auch zeigt, liegen im Vergleich zum Vorjahr mehr Sicherheitslücken mit hohem Schweregrad vor (gut 2.000 gegenüber fast 1.800). Hinweise auf so genannte „Vulnerabilities“ mittleren Schweregrads gab es 2015 mit gut 2.800 hingegen deutlich weniger. 2014 waren noch rund 4.800 registriert worden. Kaum Veränderungen gab es bei der Menge an Informationen über Software-Schwachstellen geringer Bedeutung.

Sicherheitslücken im Dezember Grafik: HPI
Sicherheitslücken im Dezember Grafik: HPI

Im Verlauf dieses Jahres registrierte die HPI-Datenbank für IT-Angriffsanalysen (https://hpi-vdb.de) gleichzeitig rund 7.000 neue Software-Produkte und 400 neue Hersteller. Insgesamt sind dort derzeit mehr als 73.100 Informationen zu Schwachstellen gespeichert, die für fast 180.000 betroffene Softwareprogramme von gut 15.500 Herstellern berichtet wurden. „Wegen der Sicherheitslage bei Software müssen Computernutzer auch weiterhin vorsichtig bleiben“, riet HPI-Direktor Prof. Christoph Meinel. Um Schwachstellen zu beseitigen, sollten immer alle Möglichkeiten genutzt werden, Betriebssystem, Internet-Browser und andere Software-Anwendungen zu aktualisieren, mahnte der Potsdamer Informatikwissenschaftler.

In der HPI-Datenbank sind die wesentlichen im Internet veröffentlichten und frei verfügbaren Angaben über Software-Sicherheitslücken und -Probleme integriert und kombiniert. Die Einstufung der Schwachstellen nach Kritikalität basiert auf dem freien, offenen und stark genutzten Industriestandard CVSS (Common Vulnerability Scoring System). „Aussagen darüber, wie viele unbekannte oder sogar unentdeckte Schwachstellen in einer Software stecken, können wir nicht machen“, betonte Institutsleiter Meinel.

Link zum Selbsttest

Er wies darauf hin, dass alle Internetnutzer auf der Website https://hpi-vdb.de mithilfe einer Selbstdiagnose ihren Browser kostenlos auf erkennbare Schwachstellen überprüfen lassen können, die Cyberkriminelle oft geschickt für Angriffe missbrauchen. Das HPI-System erkennt die verwendete Browserversion – einschließlich gängiger Plugins – und zeigt eine Liste der bekannten Sicherheitslücken an. Software zur Darstellung von Web-Inhalten wird von Hackern mit am häufigsten für Attacken genutzt, da sich die Anwender mit dem Browser im Internet bewegen und so einen Startpunkt für Angriffe bieten. Eine Erweiterung des Selbstdiagnose-Dienstes auf sonstige installierte Software ist laut HPI geplant.




Das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik GmbH (https://hpi.de) in Potsdam ist Deutschlands universitäres Exzellenz-Zentrum für IT-Systems Engineering. Als einziges Universitäts-Institut in Deutschland bietet es den Bachelor- und Master-Studiengang „IT-Systems Engineering“ an – ein besonders praxisnahes und ingenieurwissenschaftliches Informatik-Studium, das von derzeit 480 Studenten genutzt wird. Die HPI School of Design Thinking, Europas erste Innovationsschule für Studenten nach dem Vorbild der Stanforder d.school, bietet 240 Plätze für ein Zusatzstudium an. Insgesamt zwölf HPI-Professoren und über 50 weitere Gastprofessoren, Lehrbeauftragte und Dozenten sind am Institut tätig. Es betreibt exzellente universitäre Forschung – in seinen elf Fachgebieten des IT-Systems Engineering, aber auch in der HPI Research School für Doktoranden mit ihren Forschungsaußenstellen in Kapstadt, Haifa und Nanjing. Schwerpunkt der HPI-Lehre und -Forschung sind die Grundlagen und Anwendungen großer, hoch komplexer und vernetzter IT-Systeme. Hinzu kommt das Entwickeln und Erforschen nutzerorientierter Innovationen für alle Lebensbereiche. Das HPI kommt bei den CHE-Hochschulrankings stets auf Spitzenplätze. Mit openHPI.de bietet das Institut seit September 2012 ein interaktives Internet-Bildungsnetzwerk an, das jedem offen steht.

Neues HPI-Softwaresystem erhält von IT-Sicherheitsverband Innovationspreis

Für CloudRAID, ein sicheres Softwaresystem zum vertraulichen Ablegen und Teilen von Daten in verschiedenen unabhängigen Speichern im Internet, ist das Hasso-Plattner-Institut (HPI) mit dem Innovationspreis 2015 des IT-Sicherheitsverbands TeleTrust ausgezeichnet worden. Entwickelt wurde der Forschungsprototyp in Zusammenarbeit mit der Bundesdruckerei. Bei der Verleihung auf der Berliner Konferenz „Information Security Solutions Europe“ nahmen HPI-Doktorand Hendrik Graupner und Dr. Maxim Schnjakin von der Bundesdruckerei die Auszeichnung entgegen. 12 weitere Lösungen waren ebenfalls für den Innovationspreis nominiert gewesen.

Das ausgezeichnete Softwaresystem stellt eine Zwischeninstanz zwischen Anwendern und Anbietern von Speicherressourcen in der Cloud dar. Ein erster CloudRAID-Prototyp funktioniert mit Desktop-PCs, Web-Browsern und mobilen Endgeräten (Android und iOS). Alle Dateien eines Nutzers werden in Blöcke aufgespalten und verschlüsselt. Danach werden die Datenpakete auf verschiedene, voneinander unabhängige Dienstleister verteilt. Die Daten können über verschiedene Geräte hinweg synchronisiert sowie mit anderen Nutzern geteilt werden. Dabei verbleibt das Schlüsselmaterial ausschließlich beim Nutzer selbst oder wird auf sichere Weise an autorisierte Nutzer weitergegeben, sodass Speicher- und Dienstbetreiber von CloudRAID selbst niemals auf Inhalte zugreifen können. RAID-Algorithmen ermöglichen es zudem, flexibel definierbare Anforderungen an Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit der Daten umzusetzen. Sowohl öffentliche als auch private Speicher-Anbieter können genutzt werden. Für das Identitätsmanagement sorgt ein unabhängiger Dienst der Bundesdruckerei, der unterschiedlich starke Authentifizierungs-Methoden anbietet – vom Passwort über kryptographische Token bis hin zu Chipkarten wie dem neuen Personalausweis. Anwender bestimmen selbst, wie beim Zugriff auf geteilte Daten die Identität beim Gegenüber nachgewiesen werden soll. Bei besonders vertraulichen Daten wie amtlichen Dokumenten könnte das zum Beispiel nur mit der stärksten Authentifizierung und damit zuverlässigster Verifikation der Identität geschehen.

Mehr zu CloudRAID: http://hpi.de/meinel/security-tech/cloud-security/cloudraid.html.
Mehr zur ISSE-Konferenz: www.teletrust.de/veranstaltungen/isse/isse-2015

HPI: Neue Verfahren zur Aufdeckung von Wirtschaftsbetrug vorgestellt

Die zunehmende Komplexität von IT-Systemen macht zwar Unternehmen weltweit anfälliger für Wirtschaftsbetrug, doch Informatikwissenschaftler wollen den Tätern mit neusten Methoden immer schneller auf die Spur kommen. Das zeigte sich bei einer Tagung von Nutzern des Spitzenforschungslabors am Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam. In seinem „HPI Future SOC Lab“ führt das Institut eigene Big Data-Untersuchungen durch und stellt die Plattform kostenfrei auch Wissenschaftlern aus Universitäten und Unternehmen in aller Welt bereit. Ausgestattet ist das Potsdamer Labor mit modernsten Hochleistungssystemen mit sehr vielen Rechenkernen, hoher Arbeitsspeicherkapazität und großem Festplattenspeicher-Volumen. Bislang konnten bereits weit mehr als 200 Projekte von Wissenschaftlern aus zwölf Ländern erfolgreich durchgeführt werden.

Eine aktuelle Untersuchung mit Hilfe des HPI Future SOC Labs stellte Wirtschaftsinformatikerin Galina Baader von der TU München auf der Potsdamer Tagung vor. Sie berichtete, dass in Europa etwa 73 Prozent aller Unternehmen Opfer von Betrug würden. „Kein Geschäftsbereich ist davon ausgenommen“, sagte Baader. Dennoch gebe es bislang kaum effiziente Verfahren, um den Betrügern auf die Spur zu kommen. Üblich sei es beispielsweise, mithilfe des „Data Mining“ einmal im Jahr gezielt nach Auffälligkeiten bei Geschäftsprozessen zu suchen. Das Problem hierbei sei allerdings, dass die Kapazitäten fehlen, um jeder einzelnen Abweichung nachzugehen – die Menge an Daten sei schier zu groß. Laut Baader ist die bislang effektivste Methode das Whistleblowing, wenn also Mitarbeiter bei einer speziellen Unternehmens-Hotline anrufen, um Kollegen zu melden.



Die Big Data-Forscherin und ihr Team versuchen hingegen, bereits Versuche eines Betrugs in Echtzeit zu erkennen. Fokussiert haben sich die Informatiker dabei auf Einkaufs- und Bezahlungsprozesse. In mehreren Hacking-Wettbewerben ließen sie Studenten in Teams gegeneinander angetreten, um unter Einsatz des so genannten „Process Mining“ in einer geschützten Test-Umgebung einerseits Betrugsversuche zu starten und gleichzeitig Betrügereien des gegnerischen Teams aufzudecken. Beim Process Mining werden elektronische Daten, die beim Ablauf von Geschäftsprozessen anfallen, analysiert. Das Potenzial für die Wirtschaft ist groß: Weit mehr als die Hälfte der Betrugsversuche konnten auf diese Weise ermittelt werden. Da solche Aufgaben viel Rechenleistung erfordern, griff die TU München auf die besonders leistungsfähige Infrastruktur des „Future SOC Lab“ am Hasso-Plattner-Institut zurück. Das Labor erleichtert vor allem Forschung im Bereich der In-Memory-Technologien und des Cloud Computing. Zwei Mal jährlich treffen sich am HPI Nutzer aus Wissenschaft und Wirtschaft, um Projekte zu besprechen, die in den vergangenen sechs Monaten im HPI-Spitzenforschungslabor durchgeführt wurden.

Bei der elften Veranstaltung dieser Art zeichneten sich außerdem neue Entwicklungen im Bereich der personalisierten Medizin ab. So arbeitet etwa das HPI-Forscherteam um Dr. Matthieu-P. Schapranow unter anderem am Aufbau einer verteilten Hauptspeicher-basierten Wissensdatenbank, um Daten aus unterschiedlichen Quellen medizinischen Experten schneller zugänglich zu machen. Das Besondere an der Online-Plattform „AnalyzeGenomes.com“ ist: Vertrauliche Daten verlassen nie die beteiligten Forschungseinrichtungen. „So ist einerseits der Schutz personenbezogener Daten gewährleistet und andererseits können beispielsweise Krankenhäuser und Forschungsinstitute ihre bestehenden Systeme mit unserer Unterstützung viel effizienter nutzen“, erläuterte Schapranow. Zukünftig soll so die internationale Zusammenarbeit im medizinischen Bereich dadurch deutlich beschleunigt werden.

Wissenschaftler der Hochschule Mainz arbeiten unterdessen an einem System, das Asthma-Patienten durch die Kombination von Umweltdaten und individuellen Gesundheitsmerkmalen Orientierungshilfen bietet, um Atemprobleme zu vermeiden. Die Idee ist, dass jeder Patient mit einer mobilen Sensor-Box ausgestattet wird, die beispielsweise Informationen über Luftverschmutzung sammelt. Die Signale werden dann von einer Software verarbeitet, die sie mit dem persönlichen Asthma-Tagebuch sowie weiteren Datenquellen abgleicht. So lassen sich sequentielle Muster verschiedener Faktoren ausfindig machen, die den Gesundheitszustand des Patienten beeinflussen.

Am Rande der Tagung beriet die Steuerungsgruppe des HPI-Spitzenforschungslabors für die kommende Forschungsperiode über 38 Projektanträge, die aus Ländern wie den USA, China und Schweden eingereicht wurden. Eines dieser Projekte wird sich mit der Entwicklung von Komponenten eines Erdsystemmodells beschäftigen – eine Aufgabe, die vor allem im Kontext des Klimawandels immer relevanter wird. Der Umweltforscher Dr. Dominikus Heinzeller vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) erläuterte die derzeitigen Hindernisse für exakte Vorhersagen von Wetter und Klima so: „Eines der großen Probleme ist, regionale und globale Modelle miteinander abzugleichen, die mit unterschiedlichen Detailgraden arbeiten. Dabei ist es zum Beispiel wichtig, berechnen zu können, welchen Einfluss etwa der asiatische Monsun und der indische Ozean auf den afrikanischen Monsun und darüber hinaus auf den Atlantik und die Entstehung von Hurrikans in Nordamerika haben.“ Um solche Zusammenhänge zu erkennen, wird ein fließender Übergang zwischen Mikro- und Makrosicht nötig, der wiederum viel Rechenleistung erfordert. Am HPI-Spitzenforschungslabor wird dem Wissenschaftler in den kommenden sechs Monaten kostenfrei ein Teil der leistungsstarken Hardware zur Verfügung gestellt. Die Ergebnisse werden im April 2016 am HPI präsentiert.

Neuigkeiten für Wirtschaft und Medizin aus dem HPI-Spitzenforschungslabor

Wie können Unternehmen die Kapazitäten der Cloud nutzen, um große Datenmengen blitzschnell auszuwerten? Wie wird die Informatik in Zukunft helfen, medizinische Diagnosen zu verbessern? Dies sind zwei der Fragen, die am kommenden Mittwoch, 4. November, am Hasso-Plattner-Institut (HPI) von führenden Informatikforschern aus ganz Deutschland diskutiert werden. Sie stellen Ergebnisse aktueller Untersuchungen vor, die sie mithilfe des Potsdamer Spitzenforschungslabors „HPI Future SOC Lab“ durchgeführt haben. Gastgeber sind HPI-Direktor Christoph Meinel und Andreas Polze, Leiter des Fachgebiets Betriebssysteme und Middleware.

Die Wissenschaftler aus Universitäten, Forschungsinstituten und Unternehmen beschäftigen sich unter anderem mit der Verbesserung von Geschäftsprozessen durch „Big Data“. So hat eine Forschergruppe der Universität Oldenburg einen Prototyp entwickelt, der es Energieanbietern erlaubt, die zu erwartenden Stromkosten eines potenziellen Kunden per App direkt in der Cloud zu berechnen – eine Aufgabe, die normalerweise mehrere Tage in Anspruch nimmt. Ziel ist es letztlich, Standards für intelligente Datenanalysen in der Cloud zu entwerfen und die Technologie somit für eine große Bandbreite von Unternehmen zugänglich zu machen.

Informatiker der Technischen Universität München stellen neue Möglichkeiten vor, Wirtschaftsbetrügern auf die Spur zu kommen. Während es bisher in den meisten Unternehmen üblich ist, interne Daten nur einmal im Jahr nach Auffälligkeiten zu überprüfen, arbeiten die Münchener an einer Lösung, mit der sich Prozesse in Echtzeit untersuchen lassen. In mehreren Hacking-Wettbewerben sind Studenten in Teams gegeneinander angetreten, um unter Einsatz des so genannten „Process Mining“ in einer geschützten Test-Umgebung einerseits Betrugsversuche zu starten und gleichzeitig Betrügereien des gegnerischen Teams aufzudecken. „Neuigkeiten für Wirtschaft und Medizin aus dem HPI-Spitzenforschungslabor“ weiterlesen