Dr. Google kann Arztgespräch nicht ersetzen

Der „Halbgott in Weiß“ ist Geschichte: Vor allem jüngere Patienten blicken durchaus kritisch auf ihren Arzt. Zwei Drittel der Deutschen sind mit der ärztlichen Behandlung unzufrieden – nicht, weil sie die Kompetenz der Mediziner anzweifeln, sondern weil nach ihrer Einschätzung das Patientengespräch zu kurz kommt: 45 Prozent bemängeln, dass der Arzt sich zu wenig Zeit für sie nimmt – das äußern vor allem gesetzlich Versicherte mit 48 Prozent, während es unter den privat Versicherten nur 26 Prozent sind. Mit jeweils 20 Prozent sind die Öffnungszeiten der Praxen und das Gefühl, vom Arzt und seinen Angestellten nicht ernst genommen zu werden, weitere Kritikpunkte. Das sind Ergebnisse des „Healthcare-Barometers 2018“, einer repräsentativen Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC unter 1.000 Bürgern.

Die Zeit, die sich ein Arzt für seinen Patienten nehmen kann, ist zu einem entscheidenden Qualitätsfaktor geworden.

Zwei Drittel der Deutschen sind mit der Behandlung unzufrieden – vor allem, weil der Arzt sich zu wenig Zeit nimmt // Dennoch zählen die Bürger das deutsche Gesundheitssystem zu den Top 3 weltweit

Trotz ihrer skeptischen Einstellung gegenüber ärztlichen Behandlungen, sind die Versicherten überwiegend mit der Qualität des deutschen Gesundheitswesen zufrieden: für die Mehrheit (59 Prozent) gehört es zu den drei besten Systemen der Welt. Gegenüber der Vorjahresbefragung ist dieser Wert allerdings erkennbar gesunken: Im Jahr 2017 zählten noch 64 Prozent Deutschland zu den Spitzenreitern.

„Dr. Google kann Arztgespräch nicht ersetzen“ weiterlesen

Pixel: Google stellt erstmals eigenes Smartphone vor

Google hat ein Smartphone mit Namen Pixel vorgestellt. Damit bringt Google erstmals ein Gerät mit eigener Soft- und Hardware auf den Markt ‒ es wird ab 20. Oktober 2016 in zwei Größen in Deutschland erhältlich sein.

In den vergangenen Jahren hatte Google mit der Nexus-Serie Smartphones mit ausschließlich eigener Software angeboten. Beliebt waren diese Geräte vor allem wegen ihres schnellen Zugangs zu Sicherheitsupdates. Im Bereich Hardware standen Hersteller wie HTC, LG und Motorola zur Seite. Mit der neuen Pixel-Generation präsentiert Google nun ein Gerät, das von vorn bis hinten „Made by Google“ ist.

Neben den aktuellen technischen Details kommt das Pixel auch mit Neuerungen im Bereich Software: Wer ein neues Pixel kauft, erhält unbegrenzten Speicherplatz für Fotos und Videos in Originalgröße. Das Gerät hilft außerdem bei der Speicherplatz-Optimierung: Mit der Funktion „Intelligenter Speicher“ werden Fotos, die über einen längeren Zeitraum nicht angesehen wurden, automatisch vom Handy entfernt und in den Cloud-Speicher gelegt. Natürlich kann der Nutzer selbst entscheiden, ob und wie er diese Funktion nutzen möchte. Ein neuer „Quick Switch Adaptor“ ermöglicht zudem einen schnellen und einfachen Wechsel vom iPhone oder einem anderen Android-Gerät zum Pixel. So landen alle Daten und Korrespondenzen von Messengern wieder an der richtigen Stelle. Exklusiver Support für Pixelkunden: Nutzer des neuen Smartphones können auch per Telefon oder Chat Hilfe bekommen ‒ und sogar auf Wunsch den Smartphone-Screen mit dem Google-Support teilen. „Pixel: Google stellt erstmals eigenes Smartphone vor“ weiterlesen

Lenovo bringt das PHAB2 Pro – das erste Smartphone der Welt mit Tango

Lenovo hat das PHAB2 Pro vorgestellt – das erste Smartphone der Welt, das Tango unterstützt und damit eine künstlich erweiterte Realität sichtbar macht – zusammen mit den Smartphones PHAB2 Plus, das eine duale Kamera mitbringt, und dem PHAB2.

Das PHAB2 Pro ist das weltweit erste Smartphone, das die Tango-Technologie unterstützt. Tango besteht aus einer Reihe von Sensoren und Software von Google, die in der Lage sind, ihre Umgebung abzutasten und abzubilden. Das PHAB2 Pro bietet so innovative AR-Erlebnisse. Beispielsweise können Schüler mit Hilfe einer AR-App maßstabsgetreue Dinosaurier durch ihr Klassenzimmer spazieren lassen und somit das Lernerlebnis mit Unterstützung von AR-Dateneinblendungen erweitern, die auf dem Smartphone sichtbar sind, wenn sie um die Kreaturen herumgehen und sie erkunden. AR-Gaming macht es möglich, dass Nutzer virtuell Domino auf ihrem Küchentisch spielen, ein digitales Haustier in ihrem Schlafzimmer aufziehen und Schwärme von Aliens bekämpfen können, die versuchen in das Haus einzudringen. Mit der Tango-Technologie verändert das PHAB2 Pro auch die bisherige Herangehensweise an das Kartographieren von geschlossenen Räumen. In Zukunft können zum Beispiel Augmented-Reality-Museumstouren mit Hilfe der GuidiGO-App erfolgen. „Lenovo bringt das PHAB2 Pro – das erste Smartphone der Welt mit Tango“ weiterlesen

Statista: 40 Prozent Umsatzwachstum im Connected Car-Markt

Google und Apple haben bereits die ersten Schritte im Connected Car Markt gewagt und auch Microsoft startet nun mit einer umfangreichen Offensive, um sich in der Geburtsstunde der vernetzten Automobile fest im Markt zu etablieren.

Im Laufe der letzten Jahre ist es alltäglich geworden, über das Smartphone im Auto die gewünschte Playlist abzuspielen oder über die Freisprechanlage Telefonate zu führen. Doch die intelligente Verbindung von alltäglichen Prozessen mit dem eigenen PKW kann noch einiges mehr, wie die Prognosen des Digital Market Outlooks von Statista beweisen. Bis dato steckt die Branche der Connected Cars noch in den Kinderschuhen: in diesem Jahre werden knapp über 3 Millionen Connected Cars in Deutschland zu zählen sein. Im Jahre 2020 soll sich laut DMO diese Zahl bereits vervierfacht haben, bis dahin werden 12,4 Millionen intelligente Autos auf Deutschlands Straßen unterwegs sein und weltweit sogar über 160 Millionen.

Den Großteil des enormen Wachstums dieses Marktes trägt natürlich auch die Entwicklung der neuen Features und Möglichkeiten bei. Das größte Segment ist jedoch laut des DMO nicht das Infotainment, sondern die Sicherheit und Fahrassistenz, dieser Markt wird klar aus China dominiert. Der Umsatz für die sichere und unterstützende Aufrüstung vernetzter Autos wird in China diesjährig über 3,5 Milliarden Euro betragen. Google und Apple haben in Kooperation mit VW bereits vorgelegt – ab Anfang 2016 ist nun nahezu jedes Volkswagen-Fahrzeug (gegen einen kleinen Aufpreis) kompatibel mit dem Smartphone. Somit kann der Fahrer mobil seinen Tank-Füllstand überprüfen oder das Auto ver- oder entriegeln.

Das am stärksten wachsende Segment der vernetzten Automobile ist mit über 200% Umsatzwachstum in 2015 jedoch die intelligente Wartung und Diagnose des Autos – und sogar des Fahrers. Pay-how-you-drive ist ein Versicherungsformat in welchem Beiträge nach Fahrkunst des Fahrzeugbesitzers festgelegt werden.





Seit auf der CES die diesjährigen Technik-Highlights in Las Vegas präsentiert wurden
, ist klar: auch Microsoft wird sein Pferd ins Rennen schicken. Hinsichtlich des von Statista prognostizierten Umsatzwachstums von über 40 Prozent allein auf dem deutschen Markt, birgt das vernetzte Auto großes Potential für den Softwareanbieter. Neben Entertainment wie Filme schauen oder Musikstreaming legt Microsoft den Fokus insbesondere auf Business-Features. Als erster konkreter Partner werden Volvo-Fahrer in den Genuss kommen, ihr Microsoft Office 365 schon auf der morgendlichen Fahrt zur Arbeit umfangreich nutzen zu können. E-Mails schreiben via Diktierfunktion, mobil Termine erstellen oder Skype-Telefonate führen.

Natürlich ist der Fahrer nicht gezwungen, all diese Funktionen während des Fahrens manuell zu bedienen – während der gesamten Fahrt sorgt Cortana, die intelligente Sprachsteuerung von Microsoft und das Pendent zu Siri, für eine sichere und einfache Bedienung. Somit werden Apps wie PowerPoint, Excel oder Word bald so zum Fahrzeug gehören wie das Autoradio. Um das Fahrzeug optimal vernetzen zu können, verkündete Microsoft auf der CES neben der Kooperation mit Volvo auch die enge Zusammenarbeit mit dem Autozubehörspezialisten Harmans.

Globaler Marktführer ist Amerika. Dieses Jahr wird dort laut Statista mit einem Marktvolumen von 6,3 Milliarden Euro gerechnet – dicht gefolgt von China mit knapp über 6 Milliarden Euro. Darauf kommt erst einmal lange Zeit nichts – auf dem dritten Platz ist mit einigem Abstand Japan mit einem kumulierten Umsatz von 2,9 Milliarden Euro für das Jahr 2016 zu finden. Deutschland liegt mit 2,4 Milliarden Euro auf dem vierten Platz.

Level 3 und Google schließen verrechnungsfreies Interconnection Agreement zwischen ihren Netzwerken ab

Level 3 Communications und Google haben eine neue, mehrjährige und gebührenfreie Zusammenschaltungsvereinbarung (Interconnection Agreement) zwischen ihren globalen Backbone-Netzwerken bekanntgegeben.

Die neue Regelung basiert auf dem Bit-Meilen-Bilanz-Konzept, bei dem sich beide Parteien verpflichten, unter Berücksichtigung des Datenverkehrsvolumens und der Distanz, über welche dieses Datenaufkommen von jedem Netzwerk transportiert wird, gleiche Mengen an Bits pro Meile zu übertragen. Ein Netzwerk kann so beispielsweise seine Bit-Meilen-Bilanz durch die Bereitstellung des Datenverkehrs an ein anderes, näher an den jeweiligen Endnutzer reichendes Netzwerk, verbessern. Zudem wird das Abkommen, je nach Bedarf, den weiteren Zuwachs von Netzübergabepunkten zwischen Level 3 und Google ermöglichen und so die ständig wachsende Nachfrage nach Internetservices unterstützen.

„Google investiert jedes Jahr in seine Infrastruktur, um seinen Kunden und Endnutzern Inhalte und Dienstleistungen möglichst nah bereitzustellen. Diese Investition in die Infrastruktur ist die Grundlage für Verbindungen zu Netzwerkanbietern auf der ganzen Welt und wir freuen uns über weitere Netzwerkanbieter, die mit Google ähnliche Vereinbarungen schließen“, wird Karmann Sistanizadeh, Vice President Network Operations bei Google, zu der Vereinbarung zitiert.


„Die Bit-Meilen-Zusammenschaltungsvereinbarung mit Google unterstreicht die Wichtigkeit eines fairen, gleichberechtigten Abkommens, das Internetnutzern weltweit zugutekommt – für jedes Netzwerk, egal ob content-basiert, Backbone oder Last Mile“, so Paul Savill, Senior Vice President Core Product Management bei Level 3. „Beide Unternehmen freuen sich auf die Fortsetzung der engen Zusammenarbeit und engagieren sich, um sichere, skalierbare, zuverlässige und schnelle Internetservices zu ermöglichen.“

Level 3 ist ein Fortune-500-Unternehmen, das regionale, nationale und globale Kommunikationsdienstleistungen an Unternehmens-, Behörden- und Carrierkunden bereitstellt. Das Portfolio an sicheren Managed Solutions von Level 3 schließt Glasfaser- und Infrastrukturlösungen, Sprach- und Datenübertragung auf IP-Basis, Wide-Area-Ethernet-Dienste, Bereitstellung von Videos und Inhalten sowie Datacenter- und cloudbasierte Lösungen ein. Level 3 bedient Kunden auf über 500 Märkten in 60 Ländern über eine globale Dienstleistungsplattform, die auf eigenen Glasfasernetzen auf drei Kontinenten fußt und durch umfangreiche Verkabelung auf dem Meeresboden verbunden ist.

Das physische Umfeld des Nutzers auf dem Handy: Lenovo und Google kooperieren beim Project Tango

Lenovo Project Tango Gerätekonzepte Foto: Lenovo
Lenovo Project Tango Gerätekonzepte Foto: Lenovo

Lenovo hat auf der Consumer Electronics Show 2016 (CES) die Entwicklung des ersten verkaufsbereiten Mobilgeräts für das Project Tango in Zusammenarbeit mit Google angekündigt. Das neue Smartphone soll voraussichtlich im Sommer 2016 erhältlich sein und läuft mit einem Qualcomm Snapdragon Prozessor. Das Display wird dabei zu einer Art Fenster, in dem digitale Informationen und Gegenstände mit eingeblendet werden können. Lenovo, Google und Qualcomm Technologies arbeiten deswegen gemeinsam daran, die nötige Software und Hardware zu optimieren, um das Beste aus der Project Tango Plattform herauszuholen.

Bei Googles Project Tango handelt es sich um eine Technologieplattform, die fortschrittliche Computer- Vision, Tiefenmessung und Motion-Tracking nutzt, um ein 3D-Erlebnis auf dem Bildschirm zu schaffen, mit dem Nutzer ihr physisches Umfeld auch auf ihrem Gerät erkunden können. Es wurden spezielle Hardware und Software kombiniert, durch die die Geräte sprichwörtlich auf jede Bewegung ihres Nutzers reagieren – egal ob er einen Schritt nach vorne, zurück oder zur Seite macht. App-Entwickler können damit das Zuhause von Anwendern in ein Spiel-Level verwandeln, oder eine „Augmented Reality“ schaffen und so die Umgebung virtuell verändern. Project Tango-fähige Geräte können Orte wiedererkennen, an denen sie bereits gewesen sind, wie zum Beispiel Wohnzimmer und Büro des Nutzers oder bestimmte öffentliche Plätze. Im Gegensatz zu GPS funktioniert das Bewegungs-Tracking von Project Tango nicht nur im Freien, sondern auch in geschlossenen Räumen. So können Nutzer beispielsweise präzise durch ein Einkaufszentrum navigiert werden oder sogar einen bestimmten Artikel in einem Laden finden – sofern die nötigen Informationen zur Verfügung stehen. Mit Hilfe des in das Gerät integrierten Sensors können die Project Tango-Geräte die Räume in 3D erfassen. Solche Messwerte können unter anderem beim Kauf von Möbeln oder anderer Raumausstattung hilfreich sein.

„Um auch heute noch im extrem konkurrenzgetriebenen Smartphone- und Tablet-Bereich Neuland betreten zu können müssen wir bei unseren Innovationen auch eventuelle Risiken eingehen – das ist die einzige Möglichkeit, den Umgang und die Nutzung von mobiler Technologie maßgeblich zu verändern“, erklärt Chen Xudong, Senior Vice President und President, Mobile Business Group von Lenovo. „Gemeinsam mit Google brechen wir bisher voneinander isolierte Bereiche auf, da wir über die Grenzen mobiler Hardware und Software hinweg arbeiten. Indem wir unsere gemeinsame Vision Realität werden lassen, wird ein ganzheitliches Produkterlebnis geschaffen, das die Vorstellung der Anwender von heute genau abbildet.“



„Mittels Project Tango wird das Smartphone zu einem magischen Fenster in die physische Welt hinein, indem es Raum und Bewegungen wahrnimmt und somit über die Grenzen eines Touch-Screens hinausgeht“, so Johnny Lee, Project Tango Lead, Google. „Durch die Zusammenarbeit mit Lenovo werden wir in der Lage sein, Project Tango für Anwender und Entwickler auf der ganzen Welt zugänglich zu machen, um neue Erfahrungen zu sammeln, aber auch selbst schaffen zu können, welche die virtuelle und die reale Welt noch weiter miteinander verschmelzen lassen.“

„Qualcomm Technologies freut sich sehr darüber, dass Lenovo und Google ein Gerät im Rahmen von Project Tango auf den Markt bringen. Damit können Verbraucher eine komplett neue Ebene zukunftsweisender verknüpfter Mobile-Computing-Anwendungen und Services für Video-, Bildverarbeitung und Grafik erleben“, erklärt Seshu Madhavapeddy, Vice President, Produktmanagement bei Qualcomm Technologies. „Qualcomm Technologies arbeitet schon sehr lange mit der Entwickler-Community zusammen, um sicherzustellen, dass alle Erlebnisse, die Project Tango und Lenovo bereitstellen auch für den Snapdragon-Prozessor optimiert sind.“

Im Rahmen der Kooperation sind Entwickler dazu aufgerufen, zum Wachstum des App-Angebots rund um das Project Tango beizutragen. Die fortschrittliche Technologie von Project Tango ermöglicht es Entwicklern, Apps zu erfinden und zu gestalten, wie sie vorher noch nicht denkbar waren. Ab heute können Entwickler unter https://www.google.com/atap/project-tango/app-incubator ihre App-Vorschläge für Project Tango einreichen. Es besteht die Möglichkeit, die für die Entwicklung erforderliche Finanzierung zu erhalten. Daraus entstehende Apps könnten dann bereits auf dem angekündigten Smartphone von Lenovo integriert werden. Die Einreichungsfrist endet am 15. Februar 2016.

Das Project Tango Tablet Development Kit kann im Google Store erworben werden:
https://store.google.com/product/project_tango_tablet_development_kit.

Die offiziellen Richtlinien, Anspruchsvoraussetzungen und Beurteilungskriterien findet man unter:
http://g.co/ProjectTango/AppIncubator.

Cybersicherheit: Spannung zwischen bürgerlicher Freiheit und staatlicher Verantwortung

In der brandenburgischen Landeshauptstadt ist die Potsdamer Konferenz für nationale CyberSicherheit zu Ende gegangen. 300 Experten von NATO, Europol, Bundesverfassungsschutz, Bundeskriminalamt und anderen Institutionen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft hatten zwei Tage lang am Hasso-Plattner-Institut (HPI) aktuelle Gefährdungen wie den Hacker-Angriff auf den Bundestag und grundsätzlich notwendige Schutzmaßnahmen beraten.

Thoralf Schwanitz, tätig im Bereich Public Policy und Government Relations bei Google Deutschland, betonte am Freitag insbesondere die Wichtigkeit von Verschlüsselungsmaßnahmen. Zum Einen sei Datenverschlüsselung zum Schutz vor Hackern wichtig, zum Anderen zwinge sie Regierungen und Behörden, auf rechtsstaatlichem Wege Zugriff auf Daten zu erfragen. Allein in der ersten Jahreshälfte 2010 habe Google 15.000 behördliche Ersuchen im Kontext von Strafverfolgungen erhalten, im Jahr 2014 bereits mehr als doppelt so viele. Diesen Ersuchen werde nach rechtlicher Prüfung in rund 65% der Fälle nachgegangen. Schwanitz betonte die damit einhergehende unternehmerische Verantwortung: „Keine Regierung, auch nicht die der Vereinigten Staaten, hat einen wie auch immer gearteten Zugang durch die Hintertür zu Google“.

Der frühere Bundesinnenminister Otto Schily betonte auf der HPI-Konferenz, dass persönliche Freiheitsrechte im Internet nicht durch den Rechtsstaat, sondern durch Terrorismus, organisierte Kriminalität und totalitäre Regimes bedroht würden. Auch die die wachsende wirtschaftliche und politischer Macht privater Konzerne wie Google und Facebook begreift er als Gefahr: „Gegen diese Konzentration versagen die Instrumente des Kartell- und Steuerrechts, hier bedarf es weiterer Beschäftigung“. Er beklagte, dass Cybersicherheit bei der Festlegung politischer Prioritäten noch nicht den gebührenden Rang einnimmt. Als unzureichend bezeichnete Schily unter anderem die erst im Mai auf den Weg gebrachte Strategie der EU-Kommission zum „Digitalen Binnenmarkt“, bei der angemessene Sicherheitsmaßnahmen kaum eine Rolle spielten. Dabei könnte das technologisch hinter den USA zurückgebliebene Europa gerade auf diesem Gebiet ein „Alleinstellungsmerkmal“ herausbilden, so Schily. „Cybersicherheit: Spannung zwischen bürgerlicher Freiheit und staatlicher Verantwortung“ weiterlesen

Entscheider wünschen europäische Alternativen zu Google, Facebook & Co.

Die NSA-Bespitzelungsaffäre hinterlässt in Unternehmen und Politik deutliche Spuren: Fast zwei Drittel der Führungskräfte halten den Aufbau von europäischen Alternativen zu den großen amerikanischen Internet- und IT-Unternehmen für geboten. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von Abgeordneten sowie Top-Führungskräften in mittleren und großen Unternehmen, durchgeführt vom Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Deutschen Telekom.

„Das Meinungsbild vor und nach dem NSA-Skandal hat sich vollständig umgekehrt“, sagt Reinhard Clemens, Vorstand Deutsche Telekom und CEO von T-Systems. „Noch vor zwei Jahren waren die meisten Führungskräfte der Meinung, Europa bräuchte keine Gegenspieler zu den außereuropäischen Technologiegiganten.“ Fast zwei Drittel der 621 befragten Top-Entscheider wünschen sich sogar ein innereuropäisches Internet, halten dies jedoch für nicht realisierbar.

Mehrfache Hacker-Angriffe pro Woche

Der Cyber Security Report 2014 zeigt zudem, dass IT-Angriffe auf deutsche Unternehmen weiter gestiegen sind. Neun von zehn Firmen (92 Prozent) haben 2014 Angriffe von außen registriert – 14 Prozent täglich, 18 Prozent einmal oder mehrmals in der Woche. Trotzdem fühlen sich nur noch 39 Prozent der Führungskräfte aus Großunternehmen durch Hacker-Angriffe stark oder sehr stark bedroht. 2013 waren es noch 53 Prozent.

60 Prozent der Unternehmen sehen sich gut gegen IT-Gefahren geschützt. Diese Aussage überrascht, denn gleichzeitig sind vier von fünf Führungskräften davon überzeugt, dass IT-Angriffe jedes Jahr einen großen volkswirtschaftlichen Schaden verursachen. Und 69 Prozent der befragten Entscheider aus mittleren und großen Unternehmen zählen die Gewährleistung von IT-Sicherheit als erfolgskritischen Faktor für das eigene Geschäft – direkt hinter den Klassikern Kundennähe und Kosteneffizienz.

Unternehmen tauschen sich zu IT-Sicherheitsthemen aus

Daher tauschen sich fast drei Viertel der Unternehmen als Teil einer globalen Wertschöpfungskette mehr oder weniger regelmäßig mit Zulieferern oder Partnern über Fragen der IT-Sicherheit aus. Fragen der IT-Sicherheit stehen besonders dann regelmäßig auf der Agenda, wenn die Unternehmen Daten untereinander weitgehend automatisiert austauschen, wie es durch den Megatrend Industrie 4.0 mehr und mehr der Fall sein wird.

Das Institut für Demoskopie Allensbach hat die 621 Top-Entscheider aus Politik und Wirtschaft – 109 Abgeordnete und 512 Führungskräfte aus mittleren und großen Unternehmen – im Auftrag der Deutschen Telekom im Zeitraum zwischen dem 18. August und 1. Oktober 2014 telefonisch befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ. Die Studie steht zum kostenlosen Download unter http://www.telekom.com/sicherheit bereit.

Nest Labs betritt europäischen Markt

„Wir behandeln ihren Haushalt so wie wir unseren behandeln würden“, sagte Matt Rogers, Mitbegründer und Vice President of Engineering der von ehemaligen Apple-Mitarbeitern gegründeten amerikanischen Innovationsschmiede Nest Labs, die Anfang des Jahres für 3,2 Milliarden Dollar an Google verkauft wurde, bei seiner Keynote-Rede auf der IFA 2014 in Berlin.

In den Vereinigten Staaten und Kanada hat sich das Unternehmen mit einem energiesparenden Heizungs-Thermostat und einem sprechenden Rauch- und Kohlenmonoxid-Detektor einen Namen gemacht. Mit Firmen wie Mercedes-Benz und dem Hausgeräte-Hersteller Whirlpool arbeitet man an Vernetzungsmöglichkeiten. Diesseits des Atlantiks waren die Produkte bisher nur in Großbritannien erhältlich. Auf der IFA kündigte Rogers den Einstieg in den kontinentaleuropäischen Markt an. In Kürze werden Thermostat und Rauchmelder auch in Belgien, Frankreich, Irland sowie den Niederlanden zu haben sein und dort die jeweilige Landessprache sprechen.

RWE, Google und Nest: Die Heizung im Internet der Dinge

Dieses Geschäft zeigt es: Das Internet der Dinge wird Realität. Für mehr als drei Milliarden Dollar übernimmt Google den Hersteller von Rauchmeldern und Heizungsthermostaten Nest – gegründet vom „Vater des iPod“. RWE ist in dem Geschäft auch schon aktiv.

Wer beim deutschen Stromversorger RWE gerade mit dem Internet verbundene elektronische Heizungsthermostate bestellen will, erhält die Auskunft: Wegen großer Nachfrage derzeit ausverkauft. Kein Wunder: Die Thermostate sind zwar nicht billig, aber sie funktionieren. Wer sich einmal eine sogenannte „Smart Home“-Lösung installiert hat, um künftig über das Internet Heizung, Licht oder vielleicht auch Rauchmelder zu kontrollieren, möchte die Möglichkeit nicht mehr missen.

Hier der Link zu meinem Blogbeitrag auf FAZ.net

Hier @carstenknop auf Twitter folgen.