City Data Exchange verbessert die Lebensqualität in Kopenhagen

Mit einer innovativen Smart-City-Strategie will Dänemarks Metropole lebenswerter und unternehmerfreundlicher werden – und bis 2025 CO2-neutral

Von Christian Dornacher, Director, Storage and Analytics Solutions EMEA bei Hitachi Data Systems

Viele Städte halten sich mittlerweile für Smart Citys. Bei genauerem Hinsehen finden sich in den meisten Städten allerdings nur Inseln von “Smartness”, die auf ihre Weise zwar allesamt intelligente Technologien nutzen, aber für sich selbst stehen. Das funktioniert im Einzelfall sehr gut, aber nicht im großen Rahmen, denn die Inseln sind nicht vernetzt. Einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt hingegen die dänische Hauptstadt Kopenhagen. Die Stadt hat es sich zum Ziel gesetzt, bis 2025 CO2-neutral zu werden, und hat dazu mehrere Smart-City-Programme in Angriff genommen, darunter intelligente Beleuchtung, Sensor-basierte Verkehrsregelung, clevere Gebäudeverwaltung und vieles mehr.

Früher wurden die Daten aus den einzelnen Smart-City-Initiativen in Silos verwahrt. Jetzt haben Kopenhagen und Hitachi mit “City Data Exchange” (CDE) gemeinsam einen integrierten Datenservice gestartet, der diese Silos künftig beseitigen soll. CDE etabliert in der Stadt einen Marktplatz für Daten aus der öffentlichen Verwaltung und aus privaten Unternehmen und liefert einen neuen Ansatz für das alte Problem der Verfügbarkeit von Daten. Auf der Datendrehscheibe treffen Informationen aus Großunternehmen, kleinen und mittelständischen Betrieben, Startups sowie aus Wissenschaft und Verwaltung aufeinander, die in der Summe zu einer nachhaltig höheren Lebensqualität führen sollen.

Christian Dornacher Foto: Hitachi Data Systems
Christian Dornacher Foto: Hitachi Data Systems

„Nur wenn allen Fakten auch jedem zur Verfügung stehen, kann der Smart-City-Ansatz gelingen. City Data Exchange macht das möglich“, erklärt Frank Jensen, Bürgermeister von Kopenhagen. „Mit dieser Lösung werden wir in der Lage sein, den öffentlichen Raum besser zu gestalten, den Unternehmen in Kopenhagen bessere Dienstleistungen anzubieten und neue Arbeitsplätze zu schaffen”.

Kluge Städte brauchen kluge Informationen

Im Moment stellt City Data Exchange Rohdaten zur Verfügung, nach und nach werden dem System nun Analysewerkzeuge hinzugefügt. Die Kosten für das Sammeln und Verarbeiten der Daten werden über Abonnements und Service-Gebühren abgedeckt, die um ein Vielfaches geringer sein werden, als die Kosten, die ein Unternehmen oder eine Stadt zahlen müssten, wenn sie die Extraktion, Sammlung und Integration der Daten in Eigenregie übernehmen würden. Andere Entwickler, zum Beispiel aus kleinen und mittleren Betrieben oder Startups, können die geteilten Informationen problemlos zur Realisierung eigener Anwendungen einsetzen.



Ohne hohe Investitionen in Infrastruktur und Datenerfassung wird der neue Datenmarktplatz der Region Kopenhagen und den dort ansässigen Unternehmen zur Verbesserung von Abläufen und Services verhelfen. CDE Kopenhagen ist zwar exakt auf die Bedürfnisse der dänischen Metropole zugeschnitten, aber das zugrunde liegende Modell wurde bewusst so konzipiert, dass es auch als Blaupause für andere Städte dienen kann. Die verknüpften Datenquellen, die leistungsfähige Technik von Hitachi und die Kreativität der Anwender bestimmen letztlich den Erfolg.

Digitaler Marktplatz für alle

Ein digitaler Marktplatz für alle, die Big Data beliefern oder nutzen wollen, für öffentliche und private, kleine und große Unternehmen: Das ist das Ziel von City Data Exchange in Kopenhagen. Einige Teilnehmer an diesem Marktplatz werden Interesse daran haben, Daten zu verkaufen oder kostenlos zur Verfügung zu stellen. Andere werden eher daran interessiert sein, Daten zu beziehen, während wieder andere Daten sowohl anbieten als auch nutzen wollen. Unternehmer und Anwendungsentwickler werden in der Lage sein, über die Nutzung der Daten neue Dienste und Softwarelösungen anzubieten. Beispiele dafür sind Benchmarks zum Energieverbrauch oder „digitale Helferlein“, die den nächsten freien Parkplatz ebenso ausfindig machen wie einen optimal passenden, neuen Standort für ein komplettes Unternehmen.

Zur Demonstration, wie Big Data entsprechend genutzt werden kann, wird die Hitachi Insight Group über City Data Exchange hinaus zwei weitere Anwendungsfälle realisieren. Die erste Anwendung „Energy Insight” wird Daten von dänischen Energieanbietern integrieren. Unternehmen und Bürger können damit ihren Energieverbrauch und ihren “Footprint” bei Treibhausgasen einschätzen und die Messungen zu wichtigen geschäftlichen und persönlichen Kennzahlen in Bezug setzen, zum Beispiel die Zahl der Mitarbeiter und die Büro- beziehungsweise Wohnfläche. Mit der zweiten Anwendung “Journey Insight” werden Bürger in der Lage sein, via Smartphone ihr Mobilitätsverhalten und die aufgewendete Zeit zu verfolgen sowie die verbrannten Kalorien oder die CO2-Bilanz zu berechnen. Die App wird auch alternative Verkehrsmittel mit kürzerer Reisezeit, höherem Kalorienverbrauch oder geringerem CO2-Ausstoß empfehlen. Und das ist nur der Anfang – darin sind sich alle an City Data Exchange Beteiligten einig.

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